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Markkleeberg „Die Stadt muss sich jetzt endlich drehen“
Region Markkleeberg „Die Stadt muss sich jetzt endlich drehen“
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17:49 18.01.2012
Trügerische Idylle: Die Löbschützerin Edith Rothe zeigt, wie der Grundgraben schon in verhältnismäßig trockenen Zeiten über sein Bett tritt. Quelle: André Kempner
Zwenkau

Früher war das anders“, schimpft die Rentnerin, die seit Kindertagen in dem schmucken Häuschen in der Coburger Straße lebt. Den Schuldigen hat sie längst ausgemacht: „die Stadtverwaltung“.

In der letzten Ratssitzung hat sie ihrem Unmut denn auch lautstark Ausdruck verliehen.

Begonnen habe der Ärger vor zwölf Jahren. „Damals wurde die B 2 ausgebaut und der Grundgraben, der von der Pereser Höhe herunterkommt und Regenwasser bis in die Imnitzer Lachen führt, unter der Fahrbahn verrohrt“, erzählt Rothe. Seither staue sich das Wasser nicht nur in Starkregenphasen, weil das Rohr schlichtweg zu hoch angelegt worden sei. „Wir haben schon 2004 einen Brief an die Stadt geschrieben und das Problem geschildert“, sagt Rothe. Drei Jahre und unzählige Beschwerden später sei dann der damalige Bauamtsleiter Siegfried Hahn im Rahmen der Errichtung einer Kleinkläranlage auf ihrem Grundstück gewesen. Wieder hätte sie ihn um Hilfe gebeten und wieder sei nichts passiert.

Rothe hoffte dennoch weiter. Bis letztes Jahr das Gewerbegebiet Zwenkau-Süd erschlossen wurde. Von ihrem Dachfenster kann das Ehepaar Rothe seit Monaten den Bau der Produktionshallen für die Solarion AG und Weidenhammer Packaging verfolgen. Sozusagen aus der ersten Reihe. Aber so wie die Hallen wachsen, wächst bei Rothes auch die Angst. „Das ist alles versiegelte Fläche. Wohin soll denn das ganze Oberflächenwasser ablaufen?“, fragen sich die beiden. Sie fürchten, dass sie beim nächsten Tauwetter oder bei tagelangem Regen Land unter melden müssen. „Das Gewerbegebiet setzt der ganzen Sache noch die Spitze auf“, findet Edith Rothe.

Dass im Herbst am Grundgraben Kosmetik betrieben und das Schilf zwischen dem Radweg und der B 2, wenn auch nicht fachgerecht, so doch wenigstens beseitigt wurde, ändere nichts am Problem. „Das Gras kann ohnehin nur selten gemäht werden, weil die Fläche mindestens ein Drittel des Jahres unter Wasser steht“, sagt Rothe und fordert: „Die Stadt Zwenkau muss sich jetzt endlich drehen.“

Das meint auch Günter Wadewitz. Er wohnt im Dorf und sein Grundstück liegt noch ein ganzes Stück tiefer als das der Rothes. „Wir haben erfahren, dass das gesamte Niederschlagswasser der versiegelten Ackerflächen an der S 71 über den Grundgraben in die Aue abgeleitet werden soll“, berichtet Wadewitz. Der Grundgraben könne in seinem maroden Zustand, insbesondere im Bereich des Peischs aber gar kein zusätzliches Wasser aufnehmen. „Unsere Grundstücke sind akut gefährdet“, sagt Wadewitz und zeigt auf den zwischen der B 2 und der B 186 zugewucherten Graben. Und die Misere setze sich hinter der B 186 mit einem Geländeanstieg, der wiederum einen Rückstau des Wassers bedinge, fort. „Durch Vernachlässigung und Planungsfehler ist ein einst höchst effektives Grabensystem nutzlos und für uns Löbschützer zu einer Gefahr geworden“, betont Wadewitz. Die Stadt müsse die Situation endlich überdenken, auch im Zusammenhang mit dem vorgesehenen Rückhaltebecken.

„Wir wissen um die Problematik im Bereich der B  2“, erklärt Bürgermeister Holger Schulz (CDU). Deshalb habe er das Straßenbauamt Leipzig bereits um einen Vor-Ort-Termin gebeten. Dieser sei für Februar anberaumt. Den Vorwurf, dass das neue Gewerbegebiet ein Gefahrenpotenzial für Löbschütz darstellt, weist Schulz indes zurück. „Der Zweckverband Planung und Erschließung Industriestandort Böhlen-Lippendorf hat im Zuge des Baugenehmigungsverfahrens von der Unteren Wasserbehörde auch eine Einleitgenehmigung fürs Oberflächenwasser erhalten.“ Allerdings, räumt Schulz ein, liege die Unterhaltspflicht für den Grundgraben als Gewässer zweiter Ordnung ganz klar bei der Stadt.

Ulrike Witt

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