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Die Völkerschlacht auf Ansichtskarten

Die Völkerschlacht auf Ansichtskarten

Großpösna. Eine Punktlandung. So nannte Thomas Nabert vom Verlag Pro Leipzig am Dienstagabend das Zusammentreffen von Buch und Ausstellung zum Völkerschlachtgedenken auf alten Ansichtskarten.

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Herausgeber Thomas Nabert zwischen den Sammlern Egbert und Helga Rötsch, die einen Großteil der Ansichtskarten des Buches zusammentrugen.

Quelle: Archiv Kempner

So sind nun im Rathaus und im Bürgerhaus von Großpösna eine Reihe von vergrößerten Postkarten mit Völkerschlachtmotiven zu sehen, die um viele Bilder mehr und kluge Texte ergänzt den Kern des neuen Buches vom Pro-Leipzig-Verlag bilden.

Die Idee dazu hätten Helga und Egbert Rötsch gehabt, plauderte Nabert im voll besetzten Ratssaal. Die beiden sammeln die alten Karten rund ums Thema Völkerschlacht "aus historischem Interesse", wie sie erzählten, waren deshalb auf unzähligen Sammlerbörsen, sind auch Mitglieder im Traditionsverein "Preußen von Möckern".

Von Falk-Gert Pasemann sei die Idee gekommen, Texte dazu zu stellen, so Nabert. Zur Entstehung des Denkmals, zu seiner Einweihung 1913, zu seinen verborgenen Zeichen und dem Freimaurertum, zu seiner Rezeption und dem Missbrauch als auch zum Völkerschlachtgedenken heute finden sich daher Aufsätze und Essays von Thomas Nabert selbst, Bernd Weinkauf, Sabine Ebert, Steffen Poser, Michél Kothe sowie Günter Martin Hempel und Otto Werner Förster. Sie helfen, den Rummel, die Bilderflut, die Symbolik und die Bedeutung der Schlacht und des Andenkens daran einzuordnen.

600 000 Bewaffnete auf beiden Seiten, 100 000 Tote, unzähliges Leid - jeder habe irgendwie Bilder davon im Kopf, sagte Nabert zur Einführung. Doch woher stammten diese Bilder eigentlich? Von der Schlacht selbst habe es bis auf ganz wenige Ausnahmen keine Bilder gegeben. Sie seien später anhand von Augenzeugenberichten und von Erzählungen oft von Malern aus der zweiten Reihe und Grafikern angefertigt worden. Diese hätten ihren jeweiligen Zeitgeist in die Bilder eingebracht, daher oft nur die halbe Wahrheit gezeigt. Als Ansichtskarten seien diese Bilder dann massenhaft unter die Leute gebracht worden. Eine wichtige Rolle hätten dabei Leipziger Verlage gespielt.

Rund 700 verschiedene Karten habe er im Vorfeld des Buches gesichtet, 270 davon hätten den Weg ins Buch gefunden, so Nabert. Rund 150 stammten davon vom Ehepaar Rötsch, die anderen von sechs verschiedenen Sammlern, denen er allen danke.

Das Spektrum der Bilder ist groß. Es reicht von ersten Gedenksteinen zur Völkerschlacht über Motive aus dem Kampfgetümmel selbst bis zum Bau und der Einweihung des Denkmals und seiner späteren Wahrnehmung bis zu den Deutschen Turn- und Sportfesten in der DDR, deren pompöser Auftakt meist zu Füßen des Völkerschlachtdenkmals gefeiert wurde.

 

 

Info: Das reich bebilderte Buch "Völkerschlacht - Gedenken auf historischen Ansichtskarten" kostet 18 Euro.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 26.09.2013

Jörg ter Vehn

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