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Die doppelte Internet-Auffahrt

Die doppelte Internet-Auffahrt

Großpösna/Zwenkau. Jahrelang ging es beim Thema „Schnelles Internet“ in den Dörfern nur langsam voran. Jetzt überschlagen sich die Ereignisse. So bietet die Telekom ihren neuen Mobilfunkstandard LTE („Long Term Evolution“) nun auch in Zwenkau, Kitzen und Großpösna an.

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„Antennen drangehängt“: Die Telekom bietet jetzt den Funkmobilstandart LTE auch in Großpösna und Zwenkau an.

Quelle: André Kempner

Letzterer Ort verfügt damit seit ein paar Tagen über zwei konkurrierende Systeme – eins wurde mit Fördergeld gebaut.

„An die vorhandenen Mobilfunkmasten haben wir die LTE-Antennen drangehängt“, erklärt Telekom-Sprecher Jürgen Will in wenigen Worten das Prozedere der Netz-Aufrüstung. Mit LTE, der vierten Generation beim Mobilfunk, und den genutzten neuen Frequenzen könnten Daten schneller übertragen werden als bislang. Zudem sei die Reichweite der Funkzellen mit bis zu zehn Kilometern größer. Bestehende Masten könnten verwendet, damit nun auch bisher nicht erreichbare Orte mit schnellen Internet-Zugängen versorgt werden, erklärt er. In welchem Haushalt die neue Technik zur Verfügung steht, könne jeder unter www.telekom.de/via-funk selber herausfinden.

Die LVZ machte gestern den Test, gab Adressen in Großpösna sowie Seifertshain, Störmthal und Dreiskau-Muckern ein – mit positivem Ergebnis. Laut Telekom-Auskunft müssten auch die Zwenkauer Ortsteile Großdalzig, Rüssen-Kleinstorkwitz und Zitzschen LTE-fähig sei – und könnten damit über einen Internet-Zugang verfügen, der ein ähnlich hohes Tempo wie im Festnetz bieten soll. Bis zu 7,2 MBit Daten pro Sekunde beim Download soll das System vorerst leisten.

Seit Jahren bemühen sich die Orte rund um Leipzig um schnelle Auffahrten auf die Datenautobahn, auch für ihre ansässigen Betriebe. Die Gemeinde Großpösna hatte mit Dreiskau-Muckern dabei schon früh Initiative ergriffen, einen Teilbetrag für den Anschluss 2008 selbst beigesteuert. In diesem Sommer gingen Störmthal, Seifertshain und Güldengossa über eine Funktechnik namens „WMAN Advanced Technologie“ ans Netz. Vor wenigen Tagen folgte auch der Rest von Großpösna. Für den Funkanschluss hatte seit 2010 erst eine Bedarfs- und Verfügbarkeitsanalyse angefertigt werden müssen, bevor im Oktober 2011 der Fördermittelbescheid des Freistaats eintraf: Rund 100 000 Euro kostet der Anschluss an die Funktechnik, 83 000 Euro davon trägt Sachsen, 27 000 Euro die Gemeinde.

Die verfügt nun über zwei Netze: das der Telekom und das der geförderten NU Informationssysteme GmbH. Das verspricht ein Höchsttempo von 26MBit, aber immer mindestens 2Mbit. Für Hauptamtsleiter Daniel Strobel ein klarer Vorteil. Auch wenn viele am Netz hingen, sei die Mindestgeschwindigkeit vertraglich garantiert – was nicht bei allen Funknetzen so sei und gegenüber der jetzigen Versorgung vieler Ortsteile schon eine eindeutige Verbesserung darstelle.

Die Telekom sei vor zwei Jahren bei der Vorbereitung des Netzausbaus einbezogen und befragt worden, habe da keine Ausbaupläne für Großpösna gehabt, bedauert Strobel die doppelte Abdeckung. Die Bewohner können sich freuen: Sie haben statt des Engpasses nun die Qual der Wahl.

Jörg ter Vehn

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