Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Markkleeberg Die größte Schau der kleinen Bäume
Region Markkleeberg Die größte Schau der kleinen Bäume
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
07:00 07.06.2016
Brauchen viel Geduld und Geschick: Michael Löbe, Thomas Pallmer und Daniel Tischoff (v.l.) bestaunen die Bonsais. Quelle: Andre Kempner
Anzeige
Markkleeberg

„Bonsai-Faszinationen 2016“ – die größte Schau der kleinen Bäume in Deutschland machte am Wochenende erstmals in Markkleeberg Station. Mehr als 1100 Besucher kamen aus allen Himmelsrichtungen auf das Agra-Veranstaltungsgelände an die Bornaische Straße. Organisiert wurde die Bundesausstellung vom Bonsai-Club Deutschland, seinen Regionalverbänden und Arbeitskreisen. Bonsai-Enthusiasten zählten ebenso zu den Besuchern wie Interessierte, die die Welt der Miniatur-Bäume näher kennenlernen wollten.

Und sie erlebten gleich eine Überraschung: Das größte Exemplar der Ausstellung war immerhin einen Meter hoch – im Gegensatz dazu passte der kleinste Baum mit vier Zentimetern bequem auf eine Handfläche. Überhaupt war beim Rundgang durch die Agra-Hallen schnell klar: Bonsai ist nicht gleich Bonsai.

„Bonsai heißt ja eigentlich nur ,Baum in einer Schale‘ –  über die Größe sagt das erst einmal nicht viel aus“, erklärte Thomas Pallmer vom Mitteldeutschen Regionalverband Pirna, der selbst einige Ausstellungs-Schätze beigesteuert hatte. „Bonsai hat viel mit Ästhetik und gärtnerischem Handwerk zu tun“, ergänzte Daniel Tischoff. Der gelernte Gärtnermeister aus Kohren-Sahlis – Mitgründer des Leipziger Arbeitskreises Bonsai – muss es wissen: Schon dreimal trat der 30-Jährige beim Deutschen Wettbewerb für neue Talente (NTW) an, den er 2014 gewann. Bereits ein Jahr später vertrat er Deutschland beim europäischen Wettbewerb in Litauen. Bei der Markkleeberger Bundesausstellung stand Daniel erstmals auf der Bühne und erläuterte während einer Schauvorführung die wichtigsten Schritte bei der Grundgestaltung einer Waldkiefer, die durch Wildbiss stark geschädigt war.

„Ich schaue mir Wurzel und Stamm an und stelle mir vor, wie der Baum gestaltet werden sollte und im Laufe der Jahre einmal aussehen könnte. Denn beim Bonsai ist der Weg das Ziel. Die Zucht von Bonsais“, so der Kohren-Sahliser, „erfordert sehr viel Arbeit. Behutsame Pflege ist genauso wichtig wie das Binden, das Lenken mit Draht oder das Umtopfen, bei dem die Wurzeln zurückgeschnitten und ausgekämmt werden sollten. Eingriffe von Menschenhand sollten möglichst nicht bemerkt werden“, betonte der Fachmann. Die Besucher ahnten: Wer Bäume oder Sträucher als Bonsai ziehen will, braucht nicht nur geschickte Hände und künstlerisches Gespür, sondern vor allem Geduld.

Im Gegenzug erhalte der Züchter durch das Hobby aber auch viel zurück. „Man lernt in anderen Dimensionen zu denken“, sagte der bekannte Buchautor und Bonsai-Lehrer Hans Kastner. „Mit Bonsai holt man sich ein Stück Natur ins Haus. Sie zu betrachten und sich damit zu beschäftigen ist Erholung pur!“, so Kastner, der in Markkleeberg sowohl als Aussteller, als auch mit einem Vortrag vertreten war. „In einer schnelllebigen Zeit, wo sich immer mehr gestresst fühlen, entführt die von Bonsai ausgehende Faszination in eine Welt von Ruhe und Entspannung“, schwärmte er.

Von Ulrike Witt

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

In der einzigartigen Kulisse der Kirchenruine Wachau, bei herrlichstem Sommerwetter erlebte das Sommertöne-Publikum am Sonntagvormittag Historisches: Das Trio „NeuKlang“ überraschte mit Tangos von Beethoven, Schubert, Brahms, Grieg, Mozart und Vivaldi.

07.06.2016

Spielen wie vor 100 Jahren konnten die Jüngsten am Sonntagnachmittag im Kees‘schen Park. Das historische Kinderfest – Teil der 8 mal 100-Jahrfeiern zur Ersterwähnung von Gautzsch – wurde von der Stadt Markkleeberg organisiert, vom Engagement vieler Vereine und Brot & Kees getragen.

06.06.2016

Von Beverly Hills über Sankt Petersburg bis nach China und Australien: Blüthner-Flügel und Klaviere gehen vom kleinen Störmthal aus in alle Welt. Landrat Henry Graichen (CDU) schaute sich am Freitag um und fragte, ob es Probleme gibt.

04.06.2016
Anzeige