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Die lange Geschichte vom kleinen Stegbau

Störmthaler See Die lange Geschichte vom kleinen Stegbau

Das Leipziger Neuseenland wird gern als Vorzeigeprojekt für die touristische Entwicklung Sachsens genannt. Dabei wird oft übersehen, wie unglaublich kompliziert oft einfachste Vorhaben gemacht werden. Hier das Beispiel eines Steges am Störmthaler See:

An den grauen Dalben, rechts im Bild, soll der Schwimmsteg errichtet werden

Quelle: Andre Kempner

Grosspösna. Das Leipziger Neuseenland wird gern als Vorzeigeprojekt für die touristische Entwicklung Sachsens genannt. Dabei wird oft übersehen, wie unglaublich kompliziert oft einfachste Vorhaben gemacht werden. Hier das Beispiel eines Steges am Störmthaler See:

Den Steg will Rüdiger Pusch, Betreiber der Vineta auf dem See und der Fähren dahin, am Ferienresort Lagovida errichten. Die Gemeinde Großpösna hatte für die Schifffahrt auf dem See eigens Flächen am Resort behalten, unter anderem auch den Anleger für die MS Wachau gebaut. Weil die ein sogenannter Frontlieger ist und also nur mit dem Bug gegen das Ufer drückt, war dazu nur eine plattierte und verstärkte Böschung nötig.

Für andere Schiffe, die mit der Seite anlegen – wie das Gros der Boote in Deutschland –, hatte Großpösna so genannte Dalben in den Uferbereich bei Lagovida rammen lassen. Diese sieben stabilen Festmacher werden normalerweise ergänzt durch Stege, über die die jeweiligen Fahrgäste dann an Land gehen können. So weit, so üblich.

„Vor knapp einem Jahr habe ich den Antrag an die Tagebausanierer der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbauverwaltungsgesellschaft (LMBV) gestellt, den Steg bauen zu dürfen“, erklärt Pusch. Das Besondere in diesem Fall: Der zwei mal sechs Meter große Steg vor den Dalben soll auf kommunalem und LMBV-Wasser schwimmen. „1,50 Meter von der Breite gehören noch zu Großpösna, 50 Zentimeter der Wasserfläche zur LMBV“, erklärt Pusch. Hintergrund: Großpösna hatte von der LMBV nur einen schmalen Streifen am Ufer erworben.

Mit der Gemeinde sei längst alles geklärt, erläutert See-Manager Matthias Rensen vom Rathaus Großpösna. Es gebe ein paar Auflagen, aber solange sich der Bauherr daran halte, befürworte Großpösna den Stegbau.

Auch mit dem Ferienresort ist alles im grünen Bereich. „Vor über einem Jahr schon habe ich mir die Einwilligung dort besorgt. Die denken ja inzwischen bestimmt, ich spinne“, seufzt Pusch. Geschäftsführer Wolfgang Beckmann hatte wiederholt betont, für seine Ressort-Gäste gerne mehr Angebote am See anbieten zu wollen. Nach den Plänen von Pusch und Beckmann sollen Gäste künftig direkt am Hotel in die Fähren zu ihren Ausflügen steigen können. Bislang müssen sie dazu erst mehrere hundert Meter am See entlang zum Vineta-Anleger hochlaufen.

Die LMBV, vorige Woche Donnerstagmittag zu dem geplanten Steg angefragt, bestätigte am Montagnachmittag den Antrag von Pusch, gab sich trotz mehrtägiger Bearbeitungszeit mit Anfragen bis in die Zentrale des Bundesunternehmens nach Senftenberg einsilbig. Der Antrag „ist bei der LMBV und den einzubindenden Gremien in rechtlicher Prüfung beziehungsweise weiter in liegenschaftlicher Bearbeitung“, teilte Sprecherin Claudia Herrmann mit. Mehr nicht.

Ein kleiner Steg – und ein Jahr Bearbeitungs- , Prüf- und Besprechungszeit. Das alles wegen etwa drei Quadratmetern Wasserfläche.

Von Jörg ter Vehn

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