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Markkleeberg Die tollkühnen Männer auf ihren fliegenden Kisten
Region Markkleeberg Die tollkühnen Männer auf ihren fliegenden Kisten
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13:49 19.05.2015

"Wir fahren alle bei den Enduro-Meisterschaften mit, sind das ganze Jahr unterwegs, haben kaum Zeit, uns mal zu treffen. Das letzte August-Wochenende gehört uns", erklärt Vereinsvorsitzender Alexander Hauswald in Rennmontur. Der 24-jährige Zwenkauer steht der eingeschworenen Truppe seit der Gründung 2008 vor. Die zwölf "Jungs", die heute antreten, sind zwischen 18 und 54 Jahre, haben Benzin im Blut und investieren viel Zeit und Geld in ihr Hobby.

"Der Stoppelcross wird zum dritten Mal ausgefahren. Dank Bauer Gerd Becker aus Zitzschen, der seinen Acker freigibt", sagt Hauswald. Der Ablauf ist klar, die Maschinen, die im Schnitt 60 bis 70 PS haben und auf eine Spitzengeschwindigkeit von 110 PS kommen, sind bereit. "Hände hoch", schreit Janine Poppe den vier Fahrern zu und schwenkt die schwarz-weiße Startfahne für die erste von drei Vorrunden. Ausgerechnet Philip Wegner, der Mann mit der Helmkamera, bleibt stecken. Wartende Fahrer springen heran, schieben ihn an, endlich kann auch er "Stoff geben". Die Helfer lachen über die "kleine Aufgeregtheit" und bleiben in einer dröhnenden Staubwolke stehen.

Ein paar Minuten und 1,6 Kilometer später wird es wieder laut - und spannend. Wer entscheidet sich am Ende der mit rot-weißen Bändern abgesteckten Runde für die Schanze, wer nimmt die vermeintlich einfachere Waschbrett-Buckelpiste. "Das sind echte Herausforderungen, genau wie das Überfahren der Gräben auf dem Feld", sagt Hauswald. Der Erste kommt gut über die Schanze, fliegt drei Meter durch die Luft, landet sicher. Ab geht es in die nächste Runde, die Zuschauer, darunter Bürgermeister Holger Schulz, nicken anerkennend.

"Die Hindernisse und die Schnelligkeit machen den Reiz aus. Und natürlich die Gemeinschaft", sagt Martin Weiß aus Kleindalzig. Er ist zum zweiten Mal beim Stoppelcross dabei, als KfZ-Meister sind Hobby und Beruf bei ihm eins. Dass Freundin Janine seine Leidenschaft teilt, freut den 25-Jährigen. "Auf dem Fußballplatz nur am Rand zu stehen, hätte ich keine Lust, Quadfahren ist was anderes", meint die junge Frau.

Während Weiß sich als Drittplatzierter der Vorrunde nur noch über die Zwischenrunde und das Last-Chance-Seat für das Finale qualifizieren kann, hat Hauswald sich gleich beim ersten Rennen einen von vier Finalplätzen gesichert. Jetzt hat er Zeit für Manöverkritik mit den anderen Fahrern. Zu meckern haben die nichts, nur der Rücken macht "reiferen Kollegen" zu schaffen. Schanze und Waschbrett fordern ihren Tribut. Auch wenn der Stoppelcross vergleichsweise kurz ist. Bei Enduro-Meisterschaften werde bis zu drei Stunden am Stück gefahren, erzählen die Männer.

Am Ende belegt Hauswald Platz 2. Die Nase vorn hat zum dritten Mal in Folge Torsten Altmann. In der Quad-Szene kein unbeschriebenes Blatt. Er hat schon an "Europas bester Rallye", der Baja 300, in Profen teilgenommen. Bei der After-Race-Party am Lagerfeuer geht es dann schon wieder nur um eins - um das nächste Rennen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 04.09.2014
Ulrike Witt

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