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Markkleeberg Dok-Zentrum soll Geschichte der Region erforschen
Region Markkleeberg Dok-Zentrum soll Geschichte der Region erforschen
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11:22 22.02.2017
„Vom Bergmann zum Seemann“ spielte sich vielerorts die Entwicklung Mitteldeutschlands ab, wie das Deckblatt der DokMitt-Broschüre zeigen will. Quelle: Verein DokMitt
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Leipzig/Markkleeberg

Den Wandel erforschen, Sachzeugen sowie Überlieferungen sammeln – und alles vermitteln und vermarkten: Viel vorgenommen hat sich der Förderverein für sein künftiges Dokumentationszentrum Industriekulturlandschaft Mitteldeutschland (DokMitt). Aber es geht voran.

Walter Christian Steinbach, langjähriger Regierungspräsident und als solcher Motor des Landschaftswandels seit der Wende, treibt das Projekt in seinem „Un-Ruhestand“ nach vorn. Seit Gründung des Fördervereins für das Zentrum vor etwa anderthalb Jahren habe es 17 Vorstandssitzungen gegeben, mehr als tausend ehrenamtliche Stunden Arbeit steckten schon drin, erzählt der umtriebige Pensionär. Mit Ministern, Staatssekretären und Abgeordneten in Sachsen und Sachsen-Anhalt sei gesprochen worden und wegen der Forschung auch mit dem Fraunhofer-Institut in Leipzig. Inzwischen seien sie soweit: „Wir wollen in die Phase der Gründung des Zentrums eintreten“, erklärt Steinbach. Noch in diesem Jahr wolle der Verein eine Geschäftsstelle aufbauen, dem Vorstand auch eine Assistenz beiseite stellen.

Eigentlich gebe es seit 20 Jahren den Wunsch, ein solches Dokumentationszentrum zu gründen, weiß er. Das solle auch wissenschaftlich ergründen, was eigentlich in der mitteldeutschen Industriekulturlandschaft seit Mitte des 19. Jahrhunderts geschehen ist, was letztlich die Region so erfolgreich macht. Aber auch, wie die Menschen die tiefgreifenden Veränderungen seit der politischen Wende erlebt haben, solle ergründet werden. Wandel und Entwicklung sollten ganzheitlich erfasst, dokumentiert und betrachtet werden, habe sich der Verein auf seine Fahnen geschrieben.

Dabei gelte es, jetzt vieles noch zu sammeln, mahnt Steinbach. Die Zeitzeugen würden älter, auch von den Sachzeugen der früheren Industrie Mitteldeutschlands seien nicht mehr viele da. In einem ersten Projekt sei daher ein Bergmannsstammtisch in Borna gegründet worden, der vom früheren LMBV-Chef Rudi Lehmann geleitet werde. Dort solle auch ein Kontaktbüro eröffnet werden, in dem etwa Zeitzeugen befragt werden könnten. Dazu habe der Verein jetzt Förderanträge gestellt, um eventuell schon im Mai damit beginnen zu können.

Unter dem Stichwort „citizen science“ gebe es ein weiteres Vorhaben zur Bürgerforschung. Dabei gehe es um die Frage, wie vorhandene Sammlungen und Archive erfasst, aufbereitet und etwa für Forschungszwecke digitalisiert werden können. Eng zusammen arbeite der Verein dabei mit dem Sächsischen Wirtschaftsarchiv, aber auch etwa mit dem Kuhstall-Verein Großpösna, der bereits eine große Sammlung zur Bergbaugeschichte der Region betreibt.

Neben dem Forschen und Sammeln stehe aber auch das Vermitteln der Inhalte auf dem Programm. DokMitt wolle dafür eine digitale Erlebniswelt aufbauen, in der die Entwicklung Mitteldeutschlands wie in einer Simulation in einem Familienpark dargestellt werde. Für Details sei es noch viel zu früh. „Demnächst wollen wir als Anfang erst mal eine Storyline aufstellen“, erklärt Steinbach. In der werde wie bei einem Buch festgelegt, was drin stehen soll.

Ein großes Haus mit hunderten Besucherplätzen werde das Dokumentationszentrum nie werden, stellt er klar. Das sei nicht das Ziel. Ihm schwebe eher eine kleine Geschäftsstelle vor, von der aus mit vielen Partnern in einem dezentralen Netzwerk geforscht, dokumentiert und die Geschichte aufbereitet werde.

Von Jörg ter Vehn

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