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Markkleeberg Dramatische See-Situation
Region Markkleeberg Dramatische See-Situation
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16:46 19.05.2015

Eine vorgezogene Ertüchtigung der Kleinen Pleiße, über die Wasser des Markkleeberger Sees abgelassen werden kann, soll jetzt Abhilfe schaffen.

Wegen eines Dammbruchs der Gösel in Oelzschau (die LVZ berichtete) seien Unmengen von Wasser über die Gösel nahe Dreiskau-Muckern unkontrolliert in den Störmthaler See geströmt, erklärte gestern Mike Reichel von der Lausitzer- und Mitteldeutschen Bergbauverwaltungsgesellschaft (LMBV) den Beginn der Ursachenkette. Der sonst kleine Bach habe den Zulauf, den er vor zwei Jahren bei einer Flut bereits aufgerissen hatte, weiter verbreitert und ausgespült.

Dadurch und wegen heftiger Niederschläge sei der Pegel im fertig gefluteten Störmthaler See binnen weniger Tage um fast 20 Zentimeter gestiegen. Wenige Zentimeter unter der Höchstgrenze, ab der die Fluten die Schleuse überspült und große Schäden am Bauwerk und den Uferanlagen verursacht hätten, sei zusammen mit allen Beteiligten und der Landesdirektion entschieden worden, über die für diesen Zweck eingebaute Bypassleitung der Schleuse Wasser in den Markkleeberger See abzulassen. 665 000 Kubikmeter seien das allein vom vorigen Donnerstag bis Montag gewesen.

Dadurch sei jedoch der Wasserstand im Markkleeberger See 30 Zentimeter über seinen erlaubten Höchststand (113,21) auf bis zu 113,55 Meter über Normalnull geklettert. Am Mittwoch habe schließlich der Kanupark Alarm geschlagen, habe Schäden am Bauwerk, den Pumpen und einen Ausfall der Anlage und damit Umsatzeinbußen befürchtet. Daraufhin sei die Flutung gestoppt worden, so Reichel.

Am Mittwochabend hatte Stadträtin Annett Zange (parteilos) beim Stadtrat auf das Problem und auf Abbrüche auch am Ufer hingewiesen. Bürgermeister Philipp Staude hatte sie beruhigt, die Standsicherheit der Böschungen sei nicht in Gefahr.

Seebetreiber Claus Mann von der EGW bestätigte das gestern. Das Ausmaß der Schäden sei aber noch nicht absehbar, da vieles noch unter Wasser liege. Am Kanupark selbst seien noch keine Schäden sichtbar geworden, aber der Wasserstand sei so hoch, dass beim Anlaufen und Stoppen der Pumpen der Uferrandbereich im Zielbecken in Mitleidenschaft gezogen werde. Inzwischen falle der Pegel langsam, jeder Zentimeter helfe, die Situation zu verbessern, so Mann.

Ab Montag, kündigte Markkleebergs Bauamtschef Klaus Hartig an, werde daher auch die geplante Ertüchtigung der Kleinen Pleiße vorgezogen, um den Abfluss des Gewässers zu beschleunigen. Ohne weitere Regenfälle sinke der Wasserstand im See täglich um etwa zwei Zentimeter, er liege derzeit bei 113,40. Die Maßnahme sei ohnehin geplant gewesen, "das Hochwasser holt uns ein Stück weit ein", sagte er.

Aktuell sind wegen des Wasserstandes etwa das Strandbad unter Wasser, auch die Molen beim Auslass verschwunden. Nach Hartigs Informationen plant die LMBV, mit Bunen - ähnlich wie am Cospudener See - an der Nordostböschung die Strände und Ufer zu sichern.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 14.06.2013

Jörg ter Vehn

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