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Markkleeberg Drei junge Markkleeberger und die Lust am Gestalten
Region Markkleeberg Drei junge Markkleeberger und die Lust am Gestalten
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23:59 05.05.2014
Christian Funke, Tommy Penk und Sebastian Bothe (von links) wollen frischen Wind und junge Ideen in den neuen Stadtrat bringen. Quelle: André Kempner
Markkleeberg

Sie reden mit- statt übereinander.

"Wir kennen uns schon ewig. Markkleeberg ist ja nicht so groß und so viele politisch Interessierte gibt es nicht", sagt Sebastian Bothe. Er ist 30, angehender Lehrer und seit Januar SPD-Ortsvereinsvorsitzender. Neben ihm sitzt Christian Funke, 25, Mediaberater und stellvertretender Vorsitzender des CDU-Stadtverbandes. Wie Bothe kandidiert Funke zum ersten Mal für den Stadtrat. Dritter im Bunde ist der Grüne Tommy Penk. Der 24-Jährige, Azubi im Leipziger Rathaus, Sprecher der Ortsgruppe und der Grünen Jugend im Kreis, startet den zweiten Versuch. Unbekannt ist allen dreien das kommunalpolitische Parkett nicht, sie sitzen als sachkundige Bürger in Ausschüssen, Bothe und Funke im Sozial-, Penk im Umweltausschuss.

"Anfänglich hatten wir schon Vorbehalte", gesteht Funke, "aber wir haben schnell ein gemeinsames Thema gefunden. Wir wollen junge Leute für Politik begeistern." Jeder habe erlebt, dass es nicht ausreicht, politisch interessiert zu sein. "Das waren wir schon als Teenager. Dann seinen eigenen Weg zu finden, ist schwer", gesteht Penk. Der Sprung zum aktiven Mitwirken sei groß, weiß auch Bothe. "Die Jugendorganisationen sind wichtig beim politischen Bildungsprozess", sagen sie unisono. Und sie haben das Sprungbrett genutzt, wollen jetzt mitentscheiden.

Funke liegen der Tourismus, er arbeitet beim Radiovermarkter Regiocast, und die Vereinsarbeit am Herzen. Bei den Kickers aktiv, will er die finanzielle Basis der Vereine gesichert wissen. Der Haushalt ist - ganz CDU - sein Thema. Zum Vergnügen der anderen, die frotzeln, "glaubst Du, wir können nicht rechnen, wir stehen auch für solide Finanzen." Bothe setzt - auch das kein Wunder - auf Familienpolitik. "Als Vater weiß ich, wie schwierig es ist, in Markkleeberg einen Krippenplatz und eine bezahlbare Vierraumwohnung zu finden." Wichtig sei ihm auch ein gutes Verkehrskonzept.

Penk schmunzelt, das ist eigentlich sein Thema. "Die Verknüpfung des öffentlichen Personennahverkehrs mit dem Rad- und dem Autoverkehr muss besser werden." Und natürlich streitet der passionierte Radfahrer "für einen Tourismus, der ohne Motorboote auskommt und ausreichend Parkraum bietet, ohne im Verkehr zu ersticken".

Auch wenn die Prioritäten teilweise etwas anders verteilt seien, im Ziel, Markkleeberg für Einheimische, Touristen und Unternehmen attraktiv zu gestalten, sind sie sich einig. "Die parteipolitische Färbung war bei uns nie ein Problem, auch wenn die Frisuren bisweilen unterschiedlich sind", spielt Penk auf seine frühere Dreadlock-Periode an. "Auf kommunaler Ebene geht es bei allen Kontroversen, die wir natürlich auch haben, um Inhalte", bekräftigt Funke, der wie Bothe auch für den Kreistag kandidiert.

Alle Drei verbindet "die Lust, sich für unsere Stadt zu engagieren". Dass sie sich dafür bei manchem - und nicht nur in ihrer Generation - fast entschuldigen müssen, können sie nicht nachvollziehen. Viele Bürger seien satt, wollten nur mitreden, wenn es um ihre ganz privaten Interessen gehe und das knapp 25 Jahre nach der Wende, kritisieren die Nachwuchspolitiker. In einem Punkt stehen sie gestandenen Parteimitgliedern in nichts nach: Sie erscheinen zum Fototermin mit grünem Sweatshirt, rotem Pullover und schwarzem Sakko - so viel Klischee darf dann doch sein.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 06.05.2014

Ulrike Witt

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