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Dreiskau-Muckern zum schönsten Dorf in Sachsen ernannt

Dreiskau-Muckern zum schönsten Dorf in Sachsen ernannt

Einst dem Untergang geweiht, jetzt eines der schönsten Dörfer ganz Sachsens: Großpösnas Ortsteil Dreiskau-Muckern ist von der Interessengemeinschaft Sachsens schönste Dörfer offiziell zu diesem ernannt worden.

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Dreiskau-Muckern ist eines der schönsten Dörfer Sachsens.

Quelle: André Kempner

Das wurde am Sonntag mit Dorfbewohnern und Gästen in den Höfen gefeiert, die alle ihre Tore geöffnet hatten, um Einblicke zu gewähren.

"Der Ort hat sich die Plakette redlich verdient, vor wenigen Jahren ist er noch ganz knapp an der Grube vorbeigeschrammt", betonte Manfred Eisbein von der Interessengemeinschaft, die Mitglied im Sächsischen Heimatschutzbund ist. Denn ursprünglich sollte der Ort Anfang der 90er Jahre dem Tagebau weichen, war dem Bergrecht unterstellt. "Hier durfte nichts gebaut und nicht mehr investiert werden", erklärte Gerhart Pasch vom Heimatschutzbund. Entsprechend "traurig" habe das Dorf zu der Zeit ausgesehen. Doch die Bewohner kämpften um ihren Ort, zogen alle Register, um nicht dem Tagebau Platz machen zu müssen. "Sie alle haben mit einer unglaublichen Energie ein wahres Schmuckstück aus dem Ort gemacht", sagte er.

Mittlerweile leben wieder 460 Menschen hier. Sicherlich habe auch dazu beigetragen, dass Dreiskau-Muckern im Jahr 2000 Expodorf für "nachhaltige Landentwicklung" gewesen sei, machte Großpösnas Bürgermeisterin Gabriela Lantzsch deutlich. Dadurch und durch das Engagement der Bewohner sei der Ort wieder lebens - und liebenswürdig geworden.

Für Claudia Hausdorf vom Arbeitskreis Sachsens schönste Dörfer, der in Dreiskau-Muckern nach wie vor daran arbeitet, "alles noch schöner" zu machen, gleicht die am Sonntag überreichte Plakette einer Medaille für die Rettung des Dorfs. "Wir sind unglaublich stolz, das hier erreicht und alles aus eigener Kraft wieder aufgebaut zu haben", sagte sie. Mittlerweile würden immer mehr junge Familien ihre Zelte hier aufschlagen und sich in die Dorfgemeinschaft integrieren. "Außerdem haben wir auch einige Unternehmen hier, die ihre Kunden in der Region finden."

Einer von denen, die sowohl beruflich als auch privat im Ort ansässig sind, ist Ronald Krettek. Er zeigte den Besuchern das Handwerk des Korb- und Stuhlflechtens. Zwar sei das Flechten eher ein Hobby, doch Auftragsarbeiten aus dem Ort nehme er schon mal an. Ein Hoftor weiter stellte der Schmied Steffen Dietzsch sein Kunsthandwerk vor. Er fertigte Kerzenständer und Kettenanhänger. "Mit der Auszeichnung werden auch andere Orte auf uns aufmerksam", sagte er.

Silke und Ronald Graeben waren gekommen, um ihrem Enkel zu zeigen, dass der Ort "auf Baggers Schneide" stand, wie Ronald Graeben erklärte. Vor elf Jahren, so alt sei ihr Enkel heute, hätte der Ort längst verschwunden sein können, wenn die Bewohner nicht für ihr Zuhause gekämpft hätten. Mit viel Liebe und konsequentem Anpacken sei im Laufe der Jahre wieder eine aktive Dorfgemeinschaft vor einer traumhaften Kulisse entstanden.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 10.06.2013

Julia Tonne

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