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Efre-Förderung auf der Zielgeraden

Efre-Förderung auf der Zielgeraden

Endspurt im Efre-Gebiet Gaschwitz/Großstädteln: Nach viereinhalb Jahren läuft das Förderprogramm für die beiden Markkleeberger Stadtteile am 30. September aus.

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Barockes Schmuckstück: Im vergangenen Jahr wurde die Orangerie und das südliche Torhaus nach umfassender Sanierung als Bürger- und Vereinshaus eröffnet. Ab Herbst muss die Stadt Markkleeberg das Objekt ohne Efre-Vereinsfördermittel betreiben. Fotos: André Kempner

Quelle: Andre Kempner

Markkleeberg. Kleinunternehmen und Vereine, die noch Mittel aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung möchten, müssen sich sputen.

"Eigentlich ist der Fördertopf schon ausgeschöpft", räumt Efre-Koordinator Markus Ankenbrand in seinem Büro im Technischen Rathaus ein. Allerdings passiere es immer wieder mal, dass jemand eine beantragte Maßnahme nicht umsetzen könne und überraschend Mittel frei würden. "Es müsste aber eine schnell zu realisierende Sache sein. Ende September ist Rechnungsschluss. Was bis dahin nicht fertig ist und abgerechnet werden kann, macht keinen Sinn", stellt Ankenbrand klar.

Es war im September 2008, als Oberbürgermeister Bernd Klose (SPD) den Stadtrat informierte, dass es die Möglichkeit gebe, zusätzlich zum Bund-Länder-Programm "Stadtteile mit besonderem Entwicklungsbedarf - Soziale Stadt" ins Efre-Programm aufgenommen zu werden. Damals war offensichtlich, dass die Stadt den immensen Nachholbedarf in den über Jahrzehnte vernachlässigten Quartieren zwischen Bahn und B2 nicht allein mit der Sozialen Stadt stemmen kann. Im März 2009 traf der erste Zuwendungsbescheid im Rathaus ein. Seither sind in das Gebiet zwischen Sportpark "Camillo Ugi" und Gewerbepark Großstädteln im Norden und dem Stadtpark Gaschwitz im Süden rund 5,9 Millionen Euro geflossen. Bis Ende des Jahres werden es 6,9 Millionen Euro sein. 75Prozent davon, also knapp 5,2 Millionen Euro, sind Efre-Fördergelder, der Rest Eigenmittel der Stadt, von Kleinunternehmen und Vereinen.

Im Stadtbild hat sich dank Efre vieles getan. So konnten die Gaschwitzer 2010 ihre neue Turnhalle und 2012 ihr Bürger- und Vereinshaus in der Orangerie in Besitz nehmen. Vereine wie das Familienzentrum Lichtblick und der Seniorenklub der Volkssolidarität haben dort ein Domizil gefunden. Über das Unterprogramm "Verein(e) Dich!" wurden allein 135000 Euro ausgereicht, insgesamt konnte die Stadt 180000 Euro in bürgerschaftliche Projekte stecken.

Profitiert haben laut Ankenbrand zwölf Vereine. Fördermittel flossen beispielsweise für den Aufbau des SV Gaschwitz 09, in die Sanierung der Isabella durch die AG Feuerwehrhistorik Gaschwitz, in ein Artistik-Projekt an der Grundschule Großstädteln, in das Jugend- und Begegnungszentrum Gaschwitz, in neue Trainingsräume für die Karateschule, an den Verein Kulturbahnhof und in eine elektronische Schießanlage der Schützengesellschaft. Aber auch für den größten Markkleeberger Sportverein, die TSG, und die Kickers 94 hat sich Efre gelohnt, wie der Sportpark "Camillo Ugi" zeigt. Die Innensanierung des Gebäudes steht kurz vor dem Abschluss.

Gefördert werden auch kleine Unternehmen. "An zehn Firmen haben wir zusammen zirka 125000 Euro ausgereicht. Zwei Projekte sind noch in der Umsetzung und zwei weitere in der Prüfung", berichtet Ankenbrand. Alles in allem habe Efre betriebliche Investitionen in Höhe von 500000 Euro in Gaschwitz und Großstädteln ausgelöst.

Dennoch gingen nicht alle Wünsche in Erfüllung: Das im Eigentum der Stadt befindliche Gutshaus steht leer und verfällt, das gleiche gilt für den Bahnhof, der seit August 2011 in privater Hand ist. Beide Objekte könnten noch mit Mitteln der Sozialen Stadt gerettet werden - sofern sich eine sinnvolle Nutzung findet. Anträge für die Sanierung der Gebäudehülle könnten bis Ende 2016 gestellt werden, sagt Rico Linke von der Stadtentwicklungsgesellschaft Steg in Dresden. Allein in diesem Jahr werden dafür 302000 Euro ausgegeben, bis 2020 sollen für die Soziale Stadt fast sechs Millionen Euro geflossen sein.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 05.02.2013

Ulrike Witt

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