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Markkleeberg Ein Bus verbindet Markkleeberg im Halbstundentakt
Region Markkleeberg Ein Bus verbindet Markkleeberg im Halbstundentakt
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07:01 24.04.2018
Jürgen Grummich (60) mag die Linie 106 nicht besonders. Die vielen Stationen unterwegs seien anstrengend, sagt er.
Markkleeberg

Liselotte Pahl wartet in Großstädteln auf den Bus. Die 81-Jährige will eine Bekannte in Markkleeberg besuchen. Freundlich grüßt sie den Busfahrer Jürgen Grummich. Man kennt sich, immerhin fährt Pahl täglich mit der Linie 106, auch „der Markkleeberger“ genannt. Die rüstige Seniorin ist auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen. Sie hat den Busfahrplan im Kopf, die Monatskarte immer dabei. „Ich fahre häufig zu Globus zum Einkaufen, später bringt mich der Bus noch nach Gaschwitz zum Seniorennachmittag“, erzählt Pahl. Einmal sei sie mit der S-Bahn sogar schon bis nach Halle gefahren.

Immer wieder trifft Pahl Bekannte im Markkleeberger Bus, die Linie dient manchmal gar als sozialer Treffpunkt. Grummich konzentriert sich derweil auf die Straße: „Ich höre nicht so genau hin, was die Leute hinter mir besprechen“, sagt er. Unter der Woche befördert Grummich vor allem Rentner und Schüler im „Markkleeberger“, am Wochenende häufig Ausflügler. „Ab und zu fahren Angestellte zu Belantis oder dem Kanupark Auenhain mit, aber viele sind das nicht“, berichtet Grummich. Die Mehrzahl seiner Fahrgäste will zur S-Bahn oder zum Einkaufen.

Im Schnitt fahren täglich 1500 Passagiere mit der Linie 106

Am Tag fahren durchschnittlich 1500 Passagiere mit dem „Markkleeberger“. Mit über 252 000 Fahrgästen nutzten im vergangenen Jahr rund 2 000 Menschen mehr als noch 2016 die Buslinie. Zusammen mit der Linie 107, die Zwenkauer und Markkleeberger nach Connewitz bringt, gehört sie zu den beliebtesten Busstrecken der Regionalbus Leipzig GmbH. Das liege an der attraktiven Linienführung und den kurzen Abständen zwischen den Haltestellen, vermutet Thomas Fröhner von Regionalbus Leipzig GmbH. Die Stopps seien so gewählt, dass öffentliche Einrichtungen wie Rathaus, Ärztehaus und Sportbad gut zu erreichen sind, „damit die Leute punktgenau zum Ziel kommen“, sagt Fröhner. Auch die Abstimmung des Busfahrplans auf die Abfahrtszeiten der S-Bahn trage zum Erfolg bei. Die meisten Menschen stiegen an den Haltestellen Markkleeberg S-Bahnhof, Großstädteln S-Bahnhof, Pobstheida, Gautzscher Platz und Schillerplatz in den 106er Bus ein und aus, berichtet Fröhner.

Elisabeth König steigt an der Haltestelle „Seniorenzentrum“ in den Bus. Fünf Minuten läuft sie von ihrer Wohnung zum Stopp. Etwa dreimal die Woche fährt die 80-Jährige mit dem Bus zur S-Bahn, die sie nach Leipzig bringt. Dort erledigt sie Arztbesuche und macht Sport. „Die Straßenbahn vermisse ich nicht“, sagt König. Der Bus sorge dafür, dass sie immer noch überall hinkommt. „Mit der Buslinie bleibe ich mobil“, ist sich König sicher und steigt in die S-Bahn um.

„Die Städteverbindung ist unverzichtbar für Markkleeberg

„Jetzt haben wir wegen der Ampeln drei Minuten Verspätung“, klagt wenig später Grummich, der seit 1990 als Busfahrer arbeitet. Penibel hat er die Uhr im Blick, fährt so, dass er nicht zu schnell ist und nicht zu langsam. „Die Tour der Linie 106 mag ich nicht unbedingt“, sagt er. Es sei eine eher langsame Tour, die vielen Stationen unterwegs strengten ihn an.

Seit Juni 2015 verbindet die Linie 106 die Markkleeberger Stadtteile. Mit dem Saisonfahrplan, der seit 24. März gilt, fahren die Busse am Wochenende und in den Sommerferien stündlich sogar über den Störmthaler See bis nach Böhlen.

In Markkleeberg-Ost steigt eine 73-Jährige in Grummichs Bus. Eigentlich wollte sie zum Einkaufen nach Probstheida fahren, der Bus fährt aber zum Kanupark. Geduldig erklärt Grummich der Passagierin, wie sie trotzdem an ihr Ziel kommt. Kurz bevor sie aussteigt, lobt sie das Bus-Angebot: „Die Städteverbindung ist unverzichtbar für Markkleeberg“, regelmäßig fahre sie damit zum Arzt oder zum Tanzkurs nach Gaschwitz. „Die Stadt ist dank des Busses näher zusammengewachsen“, ist sich die 73-Jährige sicher.

Knapp 30 Haltestellen und 40 Minuten später macht Grummich eine kurze Pause am Kanupark in Auenhain. In etwa 15 Minuten geht es für ihn zurück. Zum letzten mal an diesem Tag kutschiert er die Markkleeberger durch ihre Ortsteile. Nach vier Runden und neun Stunden im Bus ist für den 60-Jährigen um 13.30 Uhr Feierabend.

Von Theresa Held

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