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Markkleeberg Ein Denkmal für Störmthals größten Sohn
Region Markkleeberg Ein Denkmal für Störmthals größten Sohn
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19:58 01.06.2018
Diese Büste von Friedrich Naumann wird am Montag offiziell enthüllt. Johanna Butenuth und Paul-Friedrich Loose vom Störmthaler Initiativkreis Friedrich Naumann freut’s. Quelle: Christian Modla
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Großpösna-Störmthal

Er gilt als Vater eines Liberalismus, der auf soziale und individuelle Freiheit setzt. Nach ihm ist eine Stiftung benannt, die der Freien Demokratischen Partei (FDP) nahe steht. Und, was nicht allzu viele wissen: Der Mann stammt aus Störmthal. Im einstigen Pfarrhaus neben der Kreuzkirche wurde Friedrich Naumann am 25. März 1860 geboren. Aus dem Sohn eines evangelischen Pfarrers sollte später ebenfalls ein Theologe werden. Zu nationaler Berühmtheit aber gelangte er als Politiker zur Zeit des Deutschen Kaiserreiches und Mitbegründer der Deutschen Demokratischen Partei.

Erstes Etappenziel

In Naumanns Geburtsort macht sich ein halbes Dutzend Menschen gerade daran, den großen Sohn des Dorfes ins Bewusstsein einer etwas breiteren Öffentlichkeit zu rücken. Ein erstes Etappenziel hat der Initiativkreis Friedrich Naumann geschafft. Am Montag wird vor der Kirche eine Bronze-Büste des bedeutenden Liberalen enthüllt. Die Veranstaltung mit dem Vorstandsvorsitzenden der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit, dem früheren FDP-Chef Wolfgang Gerhardt, beginnt um 17 Uhr in der Kreuzkirche und ist öffentlich.

Kleine Feierstunde

Johanna Butenuth würde sich freuen, wenn am Montagnachmittag möglichst viele Mitbewohner an der kleinen Feierstunde teilnehmen könnten. Es ist noch gar nicht so lange her, da zog die 40-Jährige mit Mann und Maus von Leipzig-Stötteritz nach Großpösna-Störmthal. Das alte Pfarrhaus des Ortes wurde zur neuen Heimat. Im Erdgeschoss eröffnete die Mutter von vier Kindern vor Kurzem ein kleines Café. Wer den gastlichen Raum betritt, entdeckt neben Kaffee und Kuchen auch Literatur zum Thema Friedrich Naumann. „Irgendwie ist es schade, dass fast niemand weiß, wer aus diesem Hause stammt“, sagt Johanna Butenuth. Eine eher verschämte Gedenkplatte am Giebel, ein Ausstellungsraum im Nebengebäude, der seit den Achtzigerjahren existiert, aber nicht wirklich beworben wird und dringend einer Überholung bedarf: Schon Matthias Weber, der Pfarrer der Störmthaler Protestanten, versuchte in den Neunzigerjahren, die Erinnerung an Naumann und dessen Erbe zu beleben.

Starke Beschädigung

Damals wohnte Weber noch selber im Pfarrhaus. Im Juni 1998 guckte der damalige FDP-Bundesvorsitzende Wolfgang Gerhardt mal vorbei. Aber so richtig in Gang kam die Sache nicht. Jetzt aber scheint die Traditionspflege anzulaufen. Der Initiativkreis um Johanna Butenuth und Gemeinderatsmitglied Paul-Friedrich Loose wandte sich an die Naumann-Stiftung, warb unter anderem für die Renovierung der kleinen Gedenkstätte, in der die Tafeln zu Leben und Wirken des liberalen Vordenkers aufgrund intensiver Lichteinwirkung mittlerweile stark beschädigt sind. Diesmal bewegte sich was in der Potsdamer Geschäftsstelle – vermutlich aus zweierlei Gründen: Zum einen feiert die Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit gerade ihr 60. Gründungsjahr, zum anderen jährt sich am 24. August 2019 Naumanns 100. Todestag. Und den will die Stiftung offenbar würdig begehen. Da wäre zunächst einmal die offizielle Enthüllung der Büste am Montag „und dann wird in einem zweiten Schritt gemeinsam mit Experten geprüft, ob und in welchem Umfang die Ausstellungsflächen renoviert werden müssen und eine Neukonzeption der Schau erforderlich ist“, teilt Doris Droste, Pressereferentin der Stiftung, auf LVZ-Anfrage mit.

Andere Idee

Dem Initiativkreis im Dorf am See wär’s eine große Freude, kämen die besagten Experten zu dem Schluss: „Jawohl, aus dem Nebengebäude des Pfarrhauses lässt sich etwas machen.“ Unabhängig davon stellen Johanna Butenuth & Co. sowie die evangelisch-lutherische Kirchgemeinde Leipzig-Probstheida-Störmthal-Wachau als Eigentümerin der Immobilie ihrerseits weitere Überlegungen an, wie sich das Andenken an Deutschlands Vorzeigeliberalen, den größten Sohn Störmthals, aufwerten lässt. Eine Idee hängt mit öffentlichen Fördermitteln zusammen. „Der Pfarrer Friedrich Naumann hat Position bezogen und später dann versucht, christliche Werte in die Politik zu tragen, um Menschen Würde zu geben“, sagt Johanna Butenuth. „Ich finde, das verdient Würdigung.“

Von Dominic Welters

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