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Markkleeberg "Ein Geben und Nehmen"
Region Markkleeberg "Ein Geben und Nehmen"
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16:56 19.05.2015
Handwerklicher Einsatz fürs Gemeinwohl: Patrick (links) und Romeo bauen in der Seehaus-eigenen Werkstatt eine Sitzbank für den Störmthaler See. Quelle: André Kempner

"Wir haben unser Versprechen eingelöst, dass es keine negativen Auswirkungen gibt", zieht Michael Richter vom Seehaus-Verein Bilanz. Er hofft, dass der Strafvollzug in freien Formen zukünftig auch am Nordufer des Hainer Sees akzeptiert wird.

Auch Stefan Krehl, Leiter des Seehauses Störmthal, erkennt durchaus positive Effekte, die die Einrichtung mit sich bringt: "Wir arbeiten aktiv im Ort mit, unterstützen beispielsweise Kindergärten bei Bauprojekten, stellen Bänke am Störmthaler See auf und helfen auch mal unseren Nachbarn", erklärt er.

Die Liste ließe sich beliebig fortsetzen. Großpösnas Bürgermeisterin Gabriela Lantzsch gibt einen kurzen Überblick über das, was die Jungs im Ort geleistet haben: Bau eines Katzenhauses, Arbeiten im Landschulheim, Reparaturen von Bänken in der Halle in Dreiskau-Muckern, Sanierung einer Wohnung und Verpflegung der Wanderer bei der Sieben-Seen-Wanderung.

"Sie haben wirklich eine Menge für die Kommune getan", sagt Lantzsch, betont aber gleichzeitig, dass sie die Bewohner auch in der Pflicht sehe, etwas für die Gesellschaft zu tun. Das mache sie auch jedem neuen Bewohner klar, der in das Seehaus Störmthal einziehe. "Die Jungs bekommen hier eine echte Chance, müssen aber auch Verantwortung übernehmen."

Gerade zu den Nachbarn sei in den vergangenen Monaten eine enge Bindung entstanden, sagt Richter. Das bestätigt auch Margitta Neidhold, die bei einer Informationsveranstaltung in Kahnsdorf am Hainer See über das Seehaus berichtete. "Es gibt in Störmthal keine Schwierigkeiten, vielmehr sind die Jungs im Ort integriert", machte sie deutlich. Zwar habe sie anfangs auch Vorurteile gehabt, doch die verschwanden nach einem Besuch im Stammhaus im baden-württembergischen Leonberg. "Meist hilft es, mit den Jugendlichen zu sprechen und das Konzept kennen zu lernen", erklärte sie den potenziellen neuen Nachbarn in Kahnsdorf.

Krehl und Richter werden die Nachbarn vermissen, auch die Bewohner, wie Anthony erzählt, der das Seehaus in der Öffentlichkeit präsentieren darf. "Es war in der ganzen Zeit ein Geben und Nehmen auf beiden Seiten", sagt der junge Mann. Da wurde schon mal zu einem gemeinsamen Grillabend eingeladen, und es gab hin und wieder Gespräche über den Gartenzaun.

Seit Januar gestaltet das Seehaus einmal pro Monat einen Gottesdienst. Die Jugendlichen sind für alles verantwortlich: für die Technik, den Empfang und die Moderation. "Dadurch sind wir ein Teil der Gemeinde geworden und bleiben bildlich gesprochen nicht am Rand", sagt Krehl.

Lantzsch hofft, dass der Umzug nach Kahnsdorf so gelingt, dass sich Orts - und Seehausbewohner auch am neuen Standort wohlfühlen und voneinander profitieren. "Ich wünsche den Jungs, dass sie es schaffen, ihr eigenes Leben zu führen, und das Seehaus ist dafür geeignet, dass das klappt."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 01.06.2013

Julia Tonne

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