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Ein Schiff wird kommen: Etwas richtig Großes ist auf dem Weg

Ein Schiff wird kommen: Etwas richtig Großes ist auf dem Weg

Markkleeberg/Dresden. 42 Meter lang, 8,60 Meter breit und rund 150 Tonnen schwer: Das neue Fahrgastschiff für den Markkleeberger See ist gestern im Dresdner Alberthafen auf Spezialtieflader gehoben worden.

Über Land geht jetzt die Reise weiter, Montagfrüh soll das Schiff am Markkleeberger See eintreffen.

Von der Lux-Werft nahe Bonn über Rhein, Dortmund-Ems- sowie Mittellandkanal und Elbe verlief die Reise bis Dresden nach Plan. Der sieht für den weiteren Verlauf laut Reeder Wilfried Meyer so aus: In der Nacht zum heutigen Samstag werden die Deckaufbauten, die nur bis Schönebeck den Wasserweg nahmen, per Tieflader nach Markkleeberg gefahren. Sie seien auch "nur" etwa 7,50 Meter breit und 22 Meter lang, schmunzelte Claus Mann von der Seebetriebsfirma EGW. Zwischen 22 und 6 Uhr steht die Verkehrspolizei bereit, die A 38-Anschlussstelle Leipzig-Südost für den Transport zu sperren.

Samstagabend geht es für den Rumpf auf die Reise. Zunächst sei geplant, es bis zum Rastplatz Muldental an der A 14 zu bringen, so Transportleiter Friedhelm Biermann. In der Nacht zum Montag folgt dann der Endspurt nach Markkleeberg-Auenhain. Zwischen 22 und 6 Uhr morgens bittet erneut die Polizei um Rücksichtnahme an der Anschlussstelle Leipzig-Südost. Es möge bitte auch niemand seinen Wagen entlang der Strecke S 242, S 46, Bornaer Chaussee und der Verlängerung bis zum See abstellen, die Fahrt behindern, warnen die Beamten. Sie kündigten gestern gar ein Gesamtgewicht von 300 Tonnen und eine Länge des Lastzuges von 70 Metern an.

Für das Schiff mit seinen außergewöhnlichen Maßen muss die Transportfirma ohnehin Platz machen, einige Kurven entschärfen, Verkehrschilder, Lichtmasten und Ampelanlagen abmontieren. So an der A 38-Abfahrt selbst. Aber auch in Wachau sei an der Ampel eine eigene Abbiegespur für den Konvoi angelegt worden, so Mann. "Der Straßengraben wurde zugeschüttet, dann kamen extra Schwerlastplatten drauf", erläuterte er.

Das Gefälle von Auenhain zum See hinunter sei dann für den schweren Transport kein Problem, glaubte er. Unten am See seien wieder einige Absperrungen zu entfernen. Abgesetzt werde das Schiff da, wo schon seine kleine Schwester, die MS Wachau, ankam: an der Bootsanlegestelle Kanupark. Dort entstehe am Wochenende eine Rohrhelling in den See hinein, auf der Mitte der Woche dann das bis dahin zusammengebaute Schiff zu Wasser gelassen werden soll. Der restliche Innenausbau und die Ausstattung folgen bis Ende April.

In Dresden ging gestern das eigentliche Rausheben aus dem Wasser schnell. Nach fast drei Stunden Vorbereitung hoben zwei Autokräne den Rumpf in nur zehn Minuten aus dem Hafen an Land. "Eigentlich kein Problem", meinte Jens Scharfenberg, der vor Ort für die Kranlogistik mitverantwortlich war. Das Zusammenspiel von Schiffbauern, Kranführern und Logistikern sorgte vor Ort allerdings für viel Abstimmungsbedarf.

Kurz vor 11 Uhr schwebte das Schiff über Land. Dort stand noch einiges an Arbeit an, bevor der Transport auf Tiefladern nach Leipzig erfolgen kann. Wie von der Werft geplant, sollte am Nachmittag der Boden an einigen Stellen aufgeschnitten werden, um Träger im Rumpf mit denen des Transporters zu verbinden, das 150-Tonnen-Schiff damit auch noch tiefer zu legen für den Transport. "Für den Seeweg waren diese Stellen natürlich geschlossen gewesen. Sie müssen auch vorm Wassern erneut abgedichtet werden, erläuterte Meyer.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 29.03.2014
Stephan Lohse/Jörg ter Vehn

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