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Ein Tag mit Riesen

Ein Tag mit Riesen

GROßPÖSSNA. Hochbetrieb im Bergbau-Technik-Park: Gleich am frühen Morgen zeigte sich gestern, dass viele Besucher die LVZ-Abo-Plus-Ferienaktion nutzen, um mit Kindern oder Enkeln Neues zu entdecken.

Was ist ein Tagebau, wie wird Kohle gefördert, wo kommt sie her, wie schwer ist ein Bagger, wie hoch ein Absetzer? Antworten auf diese und viele andere Fragen gaben Gästeführer Henry May und ehemalige Espenhainer Kumpel.

 So ein Tag mit den Riesen des Braunkohletagebaus macht natürlich hungrig, um für die spannenden Rundgänge gerüstet zu sein, gab es Proviant nach Bergmannsart: Nur mit der Energie der Sonne im Solarkocher oder über der Feuerschale wärmten Lukas, Charlotte, Elias und Co. ihre Würstchen auf. Dann ging es auf Entdeckungstour zu den riesigen Maschinen.

 "Der dort", zeigte Gästeführer May auf einen mächtigen Takraf-Bagger, "ist unser Nesthäkchen, ,nur' 25 Meter hoch und 1300 Tonnen schwer." "Wie kommt der denn dort hin?", wollte Felix wissen. "Montiert wurde vor Ort", erklärte der Fachmann. "Was schätzt ihr?", fragte er die Besucherrunde, "wie viele Leute arbeiteten in einer Schicht? "20", "10", "5" und schließlich drei lauteten die Vorschläge. "Drei ist richtig: Ein Baggerführer, ein Einweiser und eine Klappenschlägerin." Die Aufgaben einer Klappenschlägerin interessierten Yannick.

 "Sie bediente die Klappen an den Waggons, überhaupt waren die Frauen unser ganzer Stolz. Sie haben vieles selbst repariert - sogar manches auf den 4000 Tonnen schweren Absetzer, wie das Bandabwurfgerät von 1986 unter Fachleuten kurz genannt wird. Beide Großgeräte stehen übrigens in Endposition. An diesen Stellen wurde die Kohle zuletzt gefördert." Geplant sei, die beiden Großgeräte auch begehbar zu machen. Doch auch so fühlten sich manche Besucher in alte Zeiten versetzt.

 "Ich war 35 Jahre lang in der Kohle, habe dort Großgeräte repariert", erzählte Egbert Kluge. Der Geithainer kam mit Ehefrau Regina und Urenkel Lukas in den Bergbau-Technik-Park an der A 38: "Lukas, soll sehen, wo der Opa früher gearbeitet hat." Auch Ralph Barth aus Lausen wollte seinem sieben Jahre alten Enkel Elias zeigen, was er mal geleistet hat: "Ich habe 1960 als Schüler in einer Gleisbrigade im Tagebau gearbeitet." Bei 20 Grad minus sei das im Winter eine mächtige Schinderei gewesen. "Gut", fand Ehefrau Christine, "dass der komplette Förderzyklus im einstigen Braunkohlentagebau Espenhain so anschaulich dargestellt und erklärt wird. Ich freue mich, dass die Anlage erhalten wird", sagte die Lausenerin.

 Über das viele Grün rings um den Bergbau-Technik-Park staunte Charlotte, die 14-Jährige war mit ihrer "Bornaer Oma" Inge Schulze zu der LVZ-Ferienaktion gekommen. Nun könne sie im heimatlichen Bielefeld vom Weg der Braunkohle und dem Leipziger Neuseenland erzählen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 08.08.2014
Ingrid Hildebrandt

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