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„Ein bisschen wie ein Märchenwald“

„Ein bisschen wie ein Märchenwald“

Am Cospudener See werden mehr und mehr Tiere zur Landschaftspflege eingesetzt. Nach den Büffeln an der Bistumshöhe und neuerdings auch auf der gegenüberliegenden Seeseite kommen zukünftig gezielt Schafe zum Einsatz – und mit ihnen eine neue, alte Form der Bewirtschaftung: der Hutewald.

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Südlich der Bistumshöhe wurde jetzt ein Waldstück am Cospudener See ausgelichtet, dessen Unterholz künftig durch Schafe kurz gehalten werden soll.

Quelle: Jörg ter Vehn

Markkleeberg/Leipzig. Die Natur verabscheut das Vakuum. Wo nichts ist, wächst schnell etwas. Daher hat sich auch rund um den noch jungen Cospudener See Flora und Fauna eingefunden. „Gerade an der Westseite leben ein ganze Reihe geschützter Arten von Brutvögeln, Grashüpfern und Schmetterlingen“, erzählt Stadtförster Andreas Sickert. Das belege das Monitoring der Öko-Station Borna-Birkenhain.

Diese Arten seien aber oft an die speziellen Lebensbedingungen wie die kargen Böden und die offenen Flächen angewiesen – die aber naturgemäß langsam zuwachsen. „Wenn wir nichts tun, würden diese wertvollen Arte wieder verschwinden“, sagt Sickert. Bislang hätten ABM-Kräfte dabei mitgeholfen, diese Flächen offen zu halten. Die Möglichkeit gebe es nicht mehr. Mit den Büffeln habe die Stadt schon eine kostenneutrale Möglichkeit der Landschaftspflege gefunden, Schafe sollten nun für eine weitere ökologische Aufwertung der noch jungen Wälder sorgen, ohne die städtischen Kassen zu belasten: „Oben bleiben die Großbäume stehen, unten verschwinden Unterholz, Sträucher und Gestrüpp“, erklärt er das Prinzip. Zwischen den Bäumen werde Gras wachsen, das wiederum von den Schafen kurz gehalten werde.

„An Bäume gehen meine Schafe nicht“, erklärt Diplom-Biologin Kerstin Doppelstein. Durch die Methode unserer Vorfahren, die früher meist im Herbst ihre Tiere zur Futtersuche in den Wald trieben, würden auf Dauer parkähnliche Blicke durch den Wald ermöglicht. „Es ist ein bisschen wie ein Märchenwald“, sagt sie. Im Norden des Sees bewirtschaftet sie mit ihren Tieren eine zwei Hektar große Fläche.

Weitere seien in Vorbereitung, sagt Sickert, fünf Flächen mit zusammen rund 16 Hektar. Die Überleitung in den Hutewaldbetrieb sei das eigentliche Problem. Dazu müssten Bäume entnommen, das Gelände umzäunt und Gras und Kräuter ausgesät werden. Außerdem müsse der Schäfer für eine Übergangszeit Mittel für Futter erhalten – bis genug für die Tiere wächst, der Betrieb sich selber tragen kann.

Sickert ist froh, dass etwa Familie Dörrscheidt, die im Leipziger Osten eine Industriebrache entwickelt, als Ausgleichsmaßnahme für eine Fläche Hutewald zahlt, ebenso die Landestalsperrenverwaltung solches plant. Weitere Flächen seien in Vorbereitung, würden als Naturausgleich angeboten.

Wichtig für Spaziergänger: „Es werden Hütehunde eingesetzt, die auf die Tiere aufpassen“, so Sickert. Da dies aber nur in den umzäunten Bereichen stattfinde, dürfte dies kein Problem darstellen.

Jörg ter Vehn

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