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Markkleeberg Ein offenes Ohr für Patienten
Region Markkleeberg Ein offenes Ohr für Patienten
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07:00 14.11.2017
Ehrenamtlich engagiert: Der 76-jährige Siegfried Schneider arbeitet seit fünf Jahren als „Grüner Herr“ in Zwenkau. Quelle: André Kempner
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Zwenkau

Seit fünf Jahren kommt Siegfried Schneider zweimal in der Woche in die Sana Klinik nach Zwenkau. Der 76-Jährige ist nicht krank. Im Gegenteil: Er arbeitet ehrenamtlich als „Grüner Herr“.

„Langeweile habe ich durch die Enkel und unser Waldgrundstück nie gehabt. Aber ich möchte noch etwas Sinnvolles für andere tun“, erklärt der rüstige Markkleeberger. Er hat Sport und Deutsch studiert, war zu DDR-Zeiten Lehrer und Trainer. Nach der Wende setzte er noch ein Studium der Sozialpädagogik drauf. Bis zur Rente war Schneider dann im Parkkrankenhaus in Leipzig als Sozialarbeiter tätig. Als er in der Zeitung las, dass in Zwenkau „Grüne Damen und Herren“ gesucht werden, damals noch unter Helios-Flagge, meldete er sich.

Dienstags und donnerstags ist Schneider von 14 bis 16 Uhr auf Station 93, der geriatrischen Reha, unterwegs. Ältere Patienten werden hier wieder fit für den Alltag gemacht. „Die Schwestern sagen mir, wer besondere Zuwendung braucht, ob jemand einen Wunsch hat. Ist das nicht der Fall, gehe ich von Zimmer zu Zimmer und suche das Gespräch“, erklärt Schneider. Mal begleite er einen Senior in den Klinikpark oder auch an den See, zeige einem Rollstuhlfahrer das Haus, ein anderes Mal bringe er eine kaputte Brille zum Optiker um die Ecke, kaufe mit einer Patientin kurz vor deren Entlassung ein oder lade ein Handy auf.

„Oft sprechen wir einfach nur über Gott und die Welt“, sagt Schneider. Das Reden helfe. „Ich habe schon erlebt, dass eine Frau vor lauter Schmerzen lieber allein sein wollte. Zwei Stunden später hatte sie die dank der Ablenkung fast vergessen.“ Ihm sei es aber auch passiert, dass zwei ältere Männer ihn des Zimmers verwiesen hätten, lieber Besuch von den beiden „Grünen Damen“ im Haus wollten. „Das war natürlich Spaß. Auch das gibt es bei uns“, sagt er schmunzelnd.

Generell außen vor bleibe die Krankengeschichte. „Dafür sind Ärzte, Therapeuten und Schwestern zuständig“, betont der „Grüne Herr“. Er bekomme höchstens Hinweise, wenn ein Patient Probleme mit der Schulter hat. „Nicht, dass ich beim Aufstehen beherzt zupacke“, so Schneider. Medizinische Kenntnisse benötigen die „Grünen Damen und Herren“ – die Idee kam übrigens 1969 von den USA nach Deutschland – nicht.

„Wer bei uns mitmachen möchte, sollte unbedingt zuverlässig und aufgeschlossen sein und Einfühlungsvermögen besitzen“, erläutert Schneider. Er würde sich über weitere Helfer freuen. Interessierte melden sich bitte bei der Pflegedienstleiterin per E-Mail an katharina.rauschenbach@sana.de oder unter Tel. 034203 40.

Von Ulrike Witt

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