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Ein tiefer Riss geht durch die Kirche von Güldengossa

Ursache unklar Ein tiefer Riss geht durch die Kirche von Güldengossa

Jahrhundertelang stand die kleine Dorfkirche von Güldengossa sicher, überlebte Völkerschlacht, Braunkohle, See-Flutung und Autobahnbau. Doch nun ziehen sich Risse vor allem durch den Altarraum. Den Verursacher zu finden, gestaltet sich schwierig.

Ein Riss zieht sich durch das sanierte Gemäuer. Weil nebenan auch ein Teich vertrocknete, ein Baum verdorrte, vermuten Anwohner eine Schuld beim Autobahnbau.

Quelle: Kempner

Grosspösna. Jahrhundertelang stand die kleine Dorfkirche von Güldengossa sicher, überlebte Völkerschlacht, Braunkohle, See-Flutung und Autobahnbau. Doch nun ziehen sich Risse vor allem durch den Altarraum. Den Verursacher zu finden, gestaltet sich schwierig.

Immer schon haben sich die Bürger des Dorfes für den Erhalt eingesetzt, weiß die Ortschronik zu berichten. Das war nach der Völkerschlacht so, als eigentlich nur noch die barocke Hülle übrig blieb; das war zu DDR-Zeiten so, als der Ort abgebaggert werden sollten und dennoch 1976/77 Leute aus dem Ort die Kirche nach Feierabend verputzten; und das war nach 2001 so, als sich ein Förderverein gründete, Konzerte veranstaltete und bei jeder Gelegenheit Spenden für die Sanierung sammelte.

Sanierung mit Rissen

Sanierung mit Rissen: Pfarrer Matthias Weber sucht nach der Ursache.

Quelle: Kempner

Die Kirche sei das kulturelle Herz des kleinen Ortes, weiß Pfarrer Matthias Weber. Denkmalgerecht, in den Original-Farbtönen sei der Innenraum ab 2011 nach und nach gestaltet, die Fertigstellung Ende Dezember 2013 groß gefeiert worden. „Aber schon ein halbes Jahr darauf bildeten sich zum Entsetzten aller erste Risse“, berichtet Weber. Sehr unschön und beinahe bedrohlich ziehen sie sich vor allem durch den Altarraum, der 1721 angebaut worden war.

Seitdem mühen sich Kirche und Gemeindevorstand um Klärung – und vor allem eine Lösung. Bislang vergebens. Immerhin habe der beauftragte Statiker anhand von Markern festgestellt, dass die Rissbildung zur Ruhe gekommen sei, so Weber. Aber die Schäden zu beheben und die betroffenen Kirchenteile teilweise neu zu gründen, werde eine sechsstellige Summe kosten, habe die Kirchgemeinde schätzen lassen.

Zur selben Zeit wie die Rissbildung beobachteten Anwohner, dass ein benachbarter Teich verlandete und ein danebenstehender Baum vertrocknete. „Das ist parallel passiert“, kann sich auch Kerstin Ludwig vom Kirchenvorstand erinnern. Weil damals auch die Autobahn 38 gebaut, dabei Wasserleiter durchschnitten wurden, und zugleich die Flutung des Störmthaler Sees für Bewegung in der Geologie gesorgt hatte, sandte die Kirchgemeinde Schadensanzeigen vorsorglich an beide.

Schmuckstück

Schmuckstück: Die Kirche bildet auch das kulturelle Herz von Güldengossa.

Quelle: Kempner

Die Tagebausanierer der LMBV ließen sich Zeit mit der Prüfung der Anzeige von 2016. In Ihrer Antwort machten sie die unterschiedlichen, nicht tief genug gegründeten Fundamente und „verformungsempfindlichen“, „nicht geeigneten Baugrund“ für die Schäden verantwortlich. Bergbauliche Ursachen seien „sachverständig zweifelsfrei ausgeschlossen“, schrieben sie in diesem Jahr. Die Autobahnbauer hätten ebenso deutlich abgelehnt, berichtet der Pfarrer. Inzwischen sei ein Anwalt eingeschaltet, die Frage zu klären.

Dass die Kirche weitgehend auf Feldsteinen gegründet ist, sei ja bekannt, sagen Kirchenvorstand und Pfarrer unisono. „Aber sie hat 300 Jahre sicher darauf gestanden. Jetzt muss irgendetwas passiert sein, dass der Bau in Bewegung geriet“, meint Weber. Er will weiter nach der Ursache suchen lassen.

Von Jörg ter Vehn

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