Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Markkleeberg Ein unbeschwerter Tag für Soldaten-Familien
Region Markkleeberg Ein unbeschwerter Tag für Soldaten-Familien
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:51 19.05.2015
Auf Einladung der Bundeswehr besuchen Angehörige von Soldaten den Freizeitpark Belantis und formieren sich für ein Gruppenfoto vor dem Schloss. Quelle: Andre Kempner

Eingeladen hatten die beiden sächsischen Familienbetreuungszentren (FBZ) Leipzig und Frankenberg sowie das sachsen-anhaltinische in Burg.

"Einmal im Monat organisieren wir eine Veranstaltung, um die Familien von ihren Sorgen und Nöten abzulenken, sie gleichzeitig aber auch über die aktuelle Lage in den Einsatzgebieten zu informieren", erklärte Stabsfeldwebel Heiko Stehr vom FBZ Leipzig. Das hat seinen Sitz in der General-Olbricht-Kaserne und kümmert sich zurzeit um 283 Angehörige von 207 Soldaten. Aktuell sind insgesamt 3452 deutsche Soldaten in zehn Ländern an zwölf Einsatzorten, darunter in Afghanistan, in der Türkei, im Kosovo, in Mali, im Sudan, im Kongo und am Horn von Afrika, stationiert.

Mit Sohn Hannes, zehn Jahre, und seinem gleichaltrigen Kumpel Anton kam Anja H.* aus Kleingörschen zu Belantis. "Mein Mann ist in der Osttürkei. Mitte Oktober kommt er wieder und darauf freuen wir uns schon", sagte die 36-Jährige, die früher selbst bei der Bundeswehr im Sanitätsbereich tätig war. Es sei nicht einfach, über Monate ohne den Partner und Vater klar zu kommen. "Wir haben ein Grundstück, ich gehe arbeiten. Alles alleine zu organisieren, ist eine Herausforderung." Auch wenn sie Kontakt über Skype und Telefon hätten, "er fehlt einfach". Hannes weiß auch schon, was er mit Papa als erstes machen möchte: "In den Urlaub fahren und angeln gehen."

Cornelia und Thomas F. aus Halle/Saale machten sich mit ihren Kindern Danni, zehn Jahre, und Nele, neun Jahre, auf Entdeckungstour. "Wir sind zum ersten Mal bei einem Familientag der Bundeswehr. Unsere große Tochter ist noch in Deutschland, wird demnächst aber wahrscheinlich in Afghanistan eingesetzt", erzählte Cornelia F. Als Mama sei ihr Herz schwer bei diesem Gedanken, "aber sie sieht es als ihre Berufung, also unterstützen wir sie. Und ein bisschen stolz sind wir ehrlich gesagt auch". Bislang hatte die Familie noch keinen Kontakt zum FBZ gesucht, jetzt, wo der Einsatz konkreter werde, sei dies anders.

"Wir sind rund um die Uhr für die Familien da, finden für jedes Problem eine Lösung", betonte Stehr. Und die seien individuell ganz verschieden, die meist gestellten Fragen aber: Wie erreiche ich meinen Angehörigen und warum meldet er sich nicht? Letztere verstärkt, wenn in den Medien von Zwischenfällen in Krisengebieten die Rede sei. Dann gelte es aufzuklären und zu beruhigen. Auch am Samstag gab es einen Informationsstand auf der Seefahrerterrasse.

Wichtig sei aber auch, dass sich die Familien bei solchen Veranstaltungen untereinander kennenlernen, betonte Sandro Freudenberg vom Landeskommando Sachsen. "Sie haben ähnliche Probleme, die Außenstehende oft gar nicht nachvollziehen können."

*Aus Sicherheitsgründen möchte die Bundeswehr die Familiennamen nicht veröffentlichen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 15.09.2014
Ulrike Witt

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Großpösna. Ein filmisches Experiment wagen derzeit die Picturesound-Studios. Mit den Jugendlichen der Wohngruppe Villa Oberholz in Großpösna drehen sie einen Film, in dem diese ihre kleine Welt vorstellen - und ein bisschen auch sich selbst.

19.05.2015

[gallery:700-NR_LVZ_GALLERY_35799]Nach drei Jahren Überlegen, Planen und Bauen wird heute Abend bei Käse-Lehmann in Wachau mit Belegschaft, Partnern und Kunden Eröffnung gefeiert.

19.05.2015

Mit der Information, den Gaschwitzer Friedhof zum 1. September aus wirtschaftlichen Gründen schließen zu wollen, hatte die evangelische Kirchgemeinde Großstädteln/Großdeuben im August für Aufregung gesorgt (die LVZ berichtete).

19.05.2015
Anzeige