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Eine Landschaft per Rad erkunden

Eine Landschaft per Rad erkunden

Die Entwicklung der Technik macht nicht halt. Auch die Spezies der Radfahrer hat sich gewandelt. Waren die Radler früher mit Karte und Kompass unterwegs, fehlt heute nur noch in Ausnahmefällen das GPS-gesteuerte Navigationssystem, das sie durch Wälder, an Seen entlang und durch Orte hindurch lotst.

Markkleeberg. Der Tourismusverein Leipziger Neuseenland hat diese Entwicklung erkannt und auf seiner Internetseite die Daten aller Radwegweiser zur Verfügung gestellt. „Viele Radfahrer laden sich vor Tourantritt die Informationen auf ihre Handys und fahren dann los“, sagt Sandra Brandt, Geschäftsführerin des Tourismusvereins.

Seit aus der ehemaligen Tagebaulandschaft südlich von Leipzig touristische Naherholungsgebiete geworden sind, gibt es ein riesiges Radwegenetz. Ob Senioren, Familien mit Kindern oder sportlich Ambitionierte: „Im Leipziger Neuseenland kommt jeder auf seine Kosten“, verspricht Brandt. Die längste Strecke ist die Neuseenland-Radroute, die auf einer Länge von 100 Kilometern an den neu entstandenen Seen entlangführt und Orte wie Pegau, Lucka, Borna und Großpösna passiert. „Die Route wird vom Äußeren Grünen Ring horizontal und vom Pleißeradweg vertikal durchschnitten“, erklärt Brandt. Die große Runde um die Seen herum werde so in vier kleinere Runden aufgeteilt. „Da kann man auch noch unterwegs die Route wechseln, wenn man kaputt ist oder andere Landschaften erleben will.“ Weggabelungen, Kreuzungen und andere Möglichkeiten seien mit Wegweisern ausgestattet.

Zusätzliche Tafeln informieren über Sehenswürdigkeiten an der Strecke. Alle Seen sind übrigens auch einzeln umfahrbar. Allzu hügelig wird es auf dem gesamten Radwegenetz nicht. Zwar gibt es zahlreiche Steigungen – durch den Bergbau bedingt –, doch die verteilen sich auf etliche Kilometer. Für alle, die Herausforderungen lieben, ist die Halde Trages ein Ziel. Hier sind rund 100 Höhenmeter zu überwinden.

Wer während seiner Tour gar keine Lust mehr hat, strampelnderweise ans Ziel zu kommen, kann sich auch per Bahn nach Hause bringen lassen. Bahnhöfe gibt es in Markkleeberg, Pegau, Borna, Großpösna und Böhlen. Auch für Radwerkstätten, Einkehrmöglichkeiten und medizinische Notfälle ist gesorgt. „Unsere Routen führen alle durch Orte. Davon profitieren nicht nur die Radfahrer, die Spielplätze, einen Imbiss oder eine Werkstatt finden, sondern auch die Gemeinden, die wiederum auf die Touristen setzen“, sagt Brandt.

Auch landschaftlich haben die Strecken viel zu bieten. Die Neuseenland-Radroute führt an Seen vorbei, die sich in unterschiedlichen Stadien befinden. Während die Entwicklung des Markkleeberger und Cospudener Sees zu einem Naherholungsgebiet bereits abgeschlossen ist, werden der Zwenkauer und der Störmthaler See noch geflutet. Am Großstolpener See in der Nähe von Groitzsch ist hingegen aktiver Tagebau zu erleben. Brandt rät daher Radbegeisterten, ein Fernglas mitzunehmen. Aussichtspunkte gebe es unzählige.

Vor allem im Sommer lohnt es sich, auch Badesachen mitzunehmen. Direkt vom Radweg in den See springen können Badelustige natürlich am Markkleeberger und Cospudener See. Etwas idyllischer und ruhiger lässt es sich im Großstolpener und Harthsee sowie im Speicher Borna baden.

Der Tourismusverein, der eng mit dem Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club zusammenarbeitet, bietet Touristen und Gruppen auch geführte Touren. Die können die Radler entweder individuell zusammenstellen oder öffentliche buchen, bei denen Zeit und Treffpunkte vom Verein festgelegt werden. Beide Varianten sind im Internet zu finden.

Das Radwegenetz ist seit einigen Wochen aber nicht mehr nur auf das Leipziger Neuseenland begrenzt. Mittlerweile können Radwanderer auch auf ausgebauten Verbindungen nach Sachsen-Anhalt fahren. Die Stadt Markranstädt hat gerade in Bad Dürrenberg einen neu geschaffenen Radwegeknotenpunkt vorgestellt. „Der Knotenpunkt soll zukünftig den im vergangenen Jahr in Markranstädt fertiggestellten Elster-Saale-Radweg über die Route Leipzig, Markranstädt, Lützen, Bad Dürrenberg, Geiseltal mit dem Saale-Radweg verbinden“, sagt Claudia Lutz von der Stadtverwaltung. Damit werde die touristische Entwicklung der Region an der Landesgrenze zwischen Sachsen und Sachsen-Anhalt verbessert. Der Knotenpunkt beherbergt eine Touristeninformation, Toiletten, Duschen, Schließfächer und Unterstellmöglichkeiten für Fahrräder. Auch Wasserwanderer können hier Station machen.

Julia Tonne

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