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Eine Nacht, 140 Notrufe - Schadenhöhe offen

Eine Nacht, 140 Notrufe - Schadenhöhe offen

Markkleeberg. Was für ein Regen: Schwere Schäden richtete ein Unwetter am Donnerstagabend an. Vor allem in Markkleeberg soffen unzählige Keller ab.

Helfer waren die ganze Nacht im Einsatz, um die schlimmsten Übel zu beseitigen.

"Schäden?" Markkleebergs Stadtsprecher Daniel Kreusch winkt ab. Die seien jetzt noch gar nicht bezifferbar. Keller, bewohnte Untergeschosse, Tiefgaragen, Unterführungen - an unzähligen Stellen drangen die Wassermassen des Starkregens ein. So berichten Augenzeugen, dass am Schillerplatz in Markkleeberg-Ost das Wasser einen halben Meter hoch gestanden habe. Schlammhaufen zeugten dort noch gestern von den Fluten des Vorabends.

Genau um 18.58 Uhr sei der erste Alarm der Leitstelle bei der Wehr eingegangen, so Sprecher Michael Röder. Im Sportpark in der Städtelner Straße sei Wasser in den Keller eingedrungen. "Von diesem Notruf an riefen die Bürger im Minutentakt bei der Feuerwehr an", so Röder. Am Ende habe die Leitstelle direkt ans Gerätehaus Markkleeberg-West weitergeleitet, wo die Wehr eine Einsatzleitung aufbaute und das Geschehen koordinierte.

Bis gestern früh 5 Uhr seien 140 Notrufmeldungen eingegangen, sagte Röder. 113 Einsatzstellen hätten die Kameraden nach Dringlichkeit angefahren, alles in allem 58 Einsätze abgeschlossen. Teils hätten sich die Leute auch selbst geholfen, eigene Pumpen genutzt und den Einsatz wieder abbestellt, teils sei auch der Wasserstand von allein wieder gesunken, ein Einsatz nicht mehr nötig gewesen.

Getroffen habe es vor allem den Eulenberg (siehe Beitrag), aber auch anderswo seien Keller vollgelaufen. Im Agra-Park wurden drei Bäume entwurzelt, darunter zwei denkmalgeschützte Linden, in der Raschwitzer Straße fiel ein Starkbaum einfach um. Die Unterführung der Seenallee unter der Bahn war zeitweise dicht, die des Kaiserwegs unter der Seenallee war auch gestern noch unpassierbar, bleibt bis auf Weiteres gesperrt. Glück im Unglück: Der Keller des Weißen Hauses, wo das Standesamt gestern Trauungen vornehmen wollte, stand zwar kniehoch voll Wasser. Aber nach dem Hochwasser hatten der Verband Jahrfeier Völkerschlacht und das Jobcenter eine Arbeits-Maßnahme aus dem Boden gestampft, um den Agra-Park wieder flott zu machen. "So konnten wir gestern das Schlimmste rund ums Haus beseitigen, dass die Trauung stattfinden konnte", erzählte Projektleiter Holm Kresse.

Keine Einsätze meldete Markranstädt, Großpösna "nur ein bis zwei Bäume". "Einiges zu tun" gab es nach Aussagen von Stadtwehrleiter Bernd Colditz aber für die Freiwillige Feuerwehr Zwenkau. "Als erstes wurden wir um 18.50 Uhr zum Netto-Markt in der Leipziger Straße gerufen. Dort stand die Anlieferungsrampe unter Wasser und drückte in den Verkaufsraum", erklärte Colditz gestern. Bis Mitternacht seien die Kameraden zu 15 weiteren Einsätzen ausgerückt. Land unter hieß es aufgrund des desolaten Grabensystems auch mal wieder im Imnitzer Park. Dort stand das Wasser noch gestern Mittag. Probleme gab es auch im Ortsteil Tellschütz, wo der 2012 sanierte Dorfteich drohte den Anger zu überfluten. Insgesamt waren 21 Kameraden der Wehren Zwenkau und Rüssen-Kleinstorkwitz unterwegs.

 

 

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 22.06.2013

Ulrike Witt/Jörg ter Vehn

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