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Markkleeberg "Eingriffe" - Humor, Nonsens und Satire
Region Markkleeberg "Eingriffe" - Humor, Nonsens und Satire
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14:25 19.05.2015
Zum Schmunzeln: Bis zum 22. März stellt Karikaturist Werner Rollow im Westphalschen Haus in Markkleeberg seine Arbeiten aus. Quelle: André Kempner

"Mich reizt an der Karikatur die enorme Bandbreite: Humor, Nonsens, Satire, alles ist möglich", sagt Rollow. Thematisch lässt sich der gelernte Gebrauchswerber nicht eingrenzen und hat es auch zu DDR-Zeiten nicht getan, wie eine Persiflage auf die Mauer von 1986 belegt. Rollow fühlt sich dem Zeitgeschehen verpflichtet, spart nicht mit Kritik an Bankern und Boni, an Hartz-IV und Ich-AG. Zum Nachdenken und Schmunzeln auch sein Obama mit NSA-Riesenlauschern, "Ich lasse mich nicht verbiegen und bin manchmal ein bisschen frech", sagt Rollow. In seiner Vita steht: "War nie Soldat, nie Mitglied einer Partei".

Mit Leipzig ist Rollow eng verbunden. Hier hat er in den 1950er Jahren als Werber im HO Warenhaus in der Petersstraße gearbeitet, später zwei Bücher über das Gewandhaus illustriert und Kurt Masur für ein Plakat gezeichnet. Und er bewundert den Meister bis heute - "als Künstler und Mensch mit Haltung". Wie Masur hat Rollow einen hohen künstlerischen Anspruch. Grafische Qualität, das "auf den Punkt kommen", ohne sich zu wiederholen, darauf legt er Wert. Er arbeitet mit Feder und Airbrush, setzt mit Farbe feine Nuancen. Jeder Cartoon ist eine Reinzeichnung, keiner am PC entstanden. Und die meisten kommen ohne Text aus, erschließen sich dem Betrachter sofort. Und der kann nicht anders, als über Menschliches schmunzeln.

Nach Markkleeberg hat der Waldheimer neben politischen auch "musikalische Cartoons" mitgebracht, wie die halbnackte Dame auf dem Flügel, die den Pianisten aus dem Takt bringt. Überhaupt dominante Frauen und ihre weiblichen Waffen sind sein Markenzeichen. Aber auch Napoleon: Der kleine Korse mit der Hand im Hosenschlitz, bei einer Madame im Ausschnitt oder am Po.

Wer Rollow kennen lernen möchte, sollte morgen die Vernissage in der Villa Dölitzer Straße 12 nicht verpassen. Beginn ist um 19 Uhr. Die Laudatio hält sein Freund und Kollege, der Leiter des Deutschen Fotomuseums, Andreas J. Mueller. Die Ausstellung ist danach bis zum 22. März dienstags und donnerstags von 10 bis 17 Uhr sowie mittwochs von 10 bis 16 Uhr geöffnet.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 21.01.2015
Ulrike Witt

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