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Markkleeberg Einlaufbauwerk Zitzschen bislang geschlossen
Region Markkleeberg Einlaufbauwerk Zitzschen bislang geschlossen
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07:00 03.06.2013
Notsicherung der Brückenbaustelle: Eigentlich sollte die neue Elsterüberfahrung bei Zitzschen im Oktober fertig sein. Quelle: André Kempner
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Zwenkau/Schkeuditz

Menschen und Gebäude sind bislang aber nicht in Gefahr. Für Verärgerung beim Krisenstab sorgen derweil Schaulustige. Und viele fragen, warum das Einlaufbauwerk Zitzschen bei so einem Hochwasser nicht geöffnet wird.

"Mensch das kann doch nicht wahr sein. Da bauen die für zwölf Millionen das Einlaufbauwerk und dann wird es im Ernstfall nicht in Betrieb genommen", schreit ein Mann am Samstagabend beim Blick auf die stetig steigende Weiße Elster bei Zitzschen. Wie so viele, schaut er den Bauleuten zu, die den ganzen Tag schon versuchen, die Fundamente der im Bau befindlichen neuen Elster-Brücke zu sichern.

Sebastian Heinicke vom Straßen- und Hochbauamt des Landkreises Leipzig koordiniert die Maßnahme: "Die Situation ist unter Kontrolle. Wir schließen offene Flächen mit Wasserbausteinen, Folien und Geotextilien." Seit einer Woche ruhen die eigentlichen Bauarbeiten wegen des Hochwassers. An die für Oktober avisierte Fertigstellung glauben die Zitzschener schon längst nicht mehr.

In Rüssen-Kleinstorkwitz schauen derweil Bauamtsleiterin Steffi Gebauer und Stadtwehrleiter Bernd Colditz nach dem Rechten. "Die Aue läuft schon voll", sagt Gebauer. Gemäß der inzwischen geltenden Alarmstufe 3, die Weiße Elster ist auf über 3,50 Meter angeschwollen, werden die Deiche regelmäßig überwacht. Die Koordinierung liegt in den Händen von Bürgermeister Holger Schulz (CDU), der den Krisenstab im Rathaus leitet.

In der Landestalsperrenverwaltung Rötha schiebt Matthias Dietze Dienst: "Es gibt seit Freitagnachmittag eine eindeutige Anordnung der Landesdirektion. Die besagt, dass das Einlaufbauwerk erst bei einer Durchflussmenge von 300 Kubikmeter pro Sekunde geöffnet wird. Davon sind wir mit 220 noch ein ganzes Stück entfernt. Wir haben kein Jahrhunderthochwasser und Leipzig ist nicht bedroht."

Sonntagnachmittag liegt der Wasserstand der Weißen Elster bei 3,90 Meter, ein Meter mehr als am Samstagmorgen. 295 Kubikmeter Wasser fließen jetzt pro Sekunde. "Heute werden wir das Einlaufbauwerk nicht mehr öffnen", sagt der Leiter der Landestalsperrenverwaltung Axel Bobbe. Seit Mittag stagniere der Wasserstand weitgehend. Nach Mitternacht werde sich die Situation aber extrem verschärfen. Dann mache sich der aktuelle Starkregen im Erzgebirge und Vogtland im Südraum bemerkbar. "Ich gehe davon aus, dass das Einlaufbauwerk Montagvormittag zum Einsatz kommt. Dann wird es wirklich kritisch", so Bobbe.

Rathauschef Schulz ist inzwischen genervt: Von in der Stadt kursierenden Falschmeldungen, wie einem angeblichen Deichbruch, und den unzähligen Katastrophentouristen, die sich für ein Foto unnötig in Gefahr begeben und die Einsatzkräfte behindern. "Wenn wir von jedem Geld nehmen, ist das Stadtsäckel auch bald voll", sagt er.

Ruhig ist die Lage in Markkleeberg. Die Pleiße hat nur einige Radwege beispielsweise am Goethesteig überschwemmt. Das Hochwasserrückhaltebecken Regis-Serbitz leistet ganze Arbeit. Randvoll ist auch das Bett der Parthe in Taucha, Schäden werden von dort indes nicht gemeldet.

Im Schkeuditzer Rathaus hat Oberbürgermeister Jörg Enke (Freie Wähler) einen Einsatzstab berufen. Dessen Mitglieder haben die Weiße Elster und die Neue Luppe, aber auch die Pleiße und die Parthe, die von Leipzig kommen im Blick. Es gilt auch hier Alarmstufe 3. Deichläufer tun ihren Dienst. Am späten Nachmittag heißt es: "Alles in Ordnung." Dass das Nahle-Auslass-Bauwerk geöffnet werden muss, glaubt Enke nicht. Der Chef der Landestalsperrenverwaltung habe versichert, dass der für Montagvormittag erwartete Hochwasserscheitel vom Einlaufbauwerk Zitzschen gekappt werde. Zudem sei der Luppe-Deich ja erst erneuert worden.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 03.06.2013

Ulrike Witt

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