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Markkleeberg Einstige Nachbarn schwelgen in Zwenkau in Erinnerungen
Region Markkleeberg Einstige Nachbarn schwelgen in Zwenkau in Erinnerungen
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00:22 14.09.2018
Gerhard Winter, Gunter Arndt, Bärbel Fraunholz, Peter Barth, Hans Torkler und Hartmut Ginter (von links nach rechts) schwelgen in Erinnerungen und haben sich viel zu erzählen. Nächstes Projekt des Heimatvereins ist ein Gedenkstein für Bösdorf. Quelle: André Kempner
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Zwenkau

Ein großes Hallo, viele Umarmungen, reichlich Anekdoten und auch fröhliche Ausfahrten gab es Samstagnachmittag beim fünten Wiedersehenstreffen ehemaliger Eythraer und Bösdorfer in der Zwenkauer Stadthalle.

Unter dem Motto „Damals war’s“ hatten die Interessengemeinschaft (IG) Eythra-Bösdorf und der Heimatverein Zwenkau eingeladen. Über 500 Gäste waren gekommen. Das frühere Zugfahrzeug der Eythraer Feuerwehr mit Bodo Götze von der AG Oldtimer Kitzen am Steuer sorgte vor der Stadthalle für eine Überraschung. Sorgfältig restauriert ging es zu Fahrten ans Kap.

Der Heimatvein Zwenkau lud mit seinen bebilderten Jahreskalendern 2019 zu gedanklichen Zeitreisen ein. „Weißt Du noch...“, lautete dann das Stichwort, und unzählige Geschichten über das Leben in den beiden Dörfern, die vor über 30 Jahren dem Tagebau geopfert wurden, folgten. „Der Drang sich zu unterhalten, ist immer noch ungebrochen“, freute sich der IG-Vorsitzende Gerhard Winter über den Zuspruch. „Heute sind zum ersten Mal auch zwei vollständige Klassen der Grundschule Bösdorf und der POS Eythra gekommen.“

Winter selbst gehörte zu den letzten Bewohnern, die „1986 in Eythra quasi das Licht ausgemacht haben.“ Er zog nach Grünau, dann nach Knautnaundorf, zurück in die Landschaft seiner Kindheit. „Manche sind heute noch traurig, dass die beiden Orte aufgelöst wurden“, bestätigte Gisela Haustein, Jahrgang 1939.

„Dass er kommt, wusste man“, erzählt Gunter Arndt (Jg. 53). „Doch viele Eythraer haben auf einen Stopp des Tagebaus gehofft.“ Dabei rückte der immer näher. Das Qietschen der Baggerketten und das Herunterdonnern von Abraum gehörten zum Alltag. 1984 zogen Arndts Eltern nach Zwenkau, viele andere nach Grünau. „Was für junge Leute häufig ein Gewinn war, haben Ältere oft nicht verkraftet“, weiß er zu berichten. „Manche sind innerlich daran zerbrochen“, bekräftigte Hans Torkler, Jahrgang 1943. „Plötzlich saßen sie in den vier Wänden, hatten keinen Garten, keine Landwirtschaft, das ganze Dorfleben fehlte.“ Dies bestand für den Jungen Hans auch aus „Kartoffellesen und Rübenverziehen zu 25 Pfennigen die Stunde. „Ich hatte jedenfalls eine schöne Kindheit“, stellte der ehemalige Bösdorfer klar und erzählte vom Budenbauen am Elsterstausee.

„Wir hatten viel Freiraum in der Natur“, bestätigte Hartmut Ginter, 1953 geboren. „Ganz groß in Mode waren Kreiselspiele und Malereien auf der Straße, manchmal rannten wir auch einfach einer Fahrradfelge hinterher. Das waren einfache Bewegungsspiele“, so Ginter. „Doch aus pädagogischer Sicht wichtig“, weiß die ehemalige Kindergärtnerin „Tante Marga“, geboren 1935. „Ich gehörte zum ersten Schub, der 1982 aus Eythra raus musste. Für mich war das schlimm. In Grünau wohnte ich mit dem letzten Bösdorfern in einem Haus. Dabei waren schon meine Großeltern in Eythra verwurzelt, sie hatten die Gastwirtschaft ,Zur Guten Quelle’. Mein Vater war Kantor.“ Der Zusammenhalt in den Dörfern sei gut gewesen, da überrascht die Wiedersehensfreude aller nicht.

Von Ingrid Hildebrandt

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