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Elektrotechnischer Sammlung fehlen Besucher

Museum Elektrotechnischer Sammlung fehlen Besucher

Ohne Strom geht heute fast nichts. Dennoch interessieren sich nur wenige dafür, wie Elektroenergie erzeugt, transportiert, umgewandelt und gespeichert wird. In der Elektrotechnischen Sammlung am Umspannwerk Markkleeberg lässt sich das nachholen. Der Verband für Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik, kurz VDE, bietet in der Mönchereistraße 2 einen Querschnitt aus 100 Jahren Entwicklung.

Technikgeschichte: Manfred Raue mit einem Einankerumformer.

Quelle: Andre Kempner

Markkleeberg. Ohne Strom geht heute fast nichts mehr. Dennoch interessieren sich nur wenige Leute dafür, wie Elektroenergie erzeugt, transportiert, umgewandelt und gespeichert wird. In der Elektrotechnischen Sammlung am Umspannwerk in Markkleeberg lässt sich das nachholen. Der Verband für Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik, kurz VDE, bietet in der Mönchereistraße 2 einen Querschnitt aus 100 Jahren Entwicklung der Stromversorgung.

„Unsere Sammlung ist nicht für Fachleute, sondern auch für Laien geeignet. Wir fragen unsere Gäste vor den Führungen extra und stellen uns auf sie ein“, erklärt Leiter Manfred Raue. Vergangenes Jahr kamen gerade mal 503 Besucher in das Elektrotechnikmuseum. 2014 waren es 606 gewesen, die höchste Zahl in der fast 15-jährigen Geschichte. „Da hatten wir aber auch eine große VDE-Veranstaltung vor Ort“, sagt Raue. Es sei leider schwierig, Leute für Technik zu interessieren, insbesondere junge.

Dabei wächst die Sammlung beständig. Inzwischen umfasst sie zwölf Ausstellungskomplexe. „Firmen und Privatleute bieten uns immer wieder Exponate an. Der Platz wird langsam knapp. Wir haben schon Objekte eingelagert“, verrät Raue. 2009 war das Museum deswegen von Taucha nach Markkleeberg umgezogen. Zu den Neuzugängen 2015 zählt ein Einankerumformer, den Raue von der Universität Darmstadt erhalten hat. „Unter dem Leuschner Platz in Leipzig gab es früher ein Umformwerk. Aus Dreh- wurde dort Gleichstrom für die Stadt mit genau solchen Einankerumformern hergestellt“, erinnert er.

Jeden letzten Dienstag im Monat öffnen Raue und seine 20 Mitstreiter die Türen der Sammlung. Jedes Mal wird ein anderer Schwerpunkt gesetzt, dabei die neuen Errungenschaften vorgestellt. Für Gruppen stehen die Männer nach terminlicher Vereinbarung immer bereit. „Unser Ziel ist es, die alten Geräte zu erhalten und Wissen zu vermitteln“, betont Raue. Indes der Besucherstrom hält sich in Grenzen. „Es ist nicht nachvollziehbar. Gerade in Zeiten der Energiewende sind wir doch kompetente Ansprechpartner. Und das nicht nur zum Thema Technik, sondern auch zur Netzentwicklung, zu Energiepreisen und möglichen Blackouts“, sagt Raue.

Vor allem wünscht sich der Ingenieur mehr Schüler im Haus. „Mit der elektrotechnischen Berufsschule in Eutritzsch arbeiten wir seit Jahren gut zusammen. Das Kreativitätsgymnasium und HTWK-Studenten kommen auch zu uns“, erzählt er. Nicht gelungen sei es, dauerhaften Kontakt zu den Markkleeberger Schulen aufzubauen. „Wir würden auch gern AGs und Ganztagsangebote übernehmen und über berufliche Möglichkeiten informieren“, sagt Raue und fügt hinzu: „Die Berufschancen in diesem Bereich sind ausgezeichnet. Natürlich sind Ausbildung und Studium nicht mit links zu machen. Es erfordert schon technisches Verständnis, aber wer sich durchboxt, dem stehen viele Wege offen.“

2016 wird ein besonderes Jahr. Im Mai feiert der VDE den 15. Geburtstag der Elektrotechnischen Sammlung mit Sponsoren und Partnern. Eingeladen sind aber auch die Bürger. „Es lohnt sich, unsere Angebote zu nutzen“, verspricht Raue.

Von Ulrike Witt

Markkleeberg Mönchereistraße 2 51.2781709 12.3809803
Markkleeberg Mönchereistraße 2
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