Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Markkleeberg Elsteraue: Bewohner bangen um Hab und Gut
Region Markkleeberg Elsteraue: Bewohner bangen um Hab und Gut
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:50 19.05.2015
Evakuierte Senioren werden vom Katastrophenschutz in die Stadthalle Zwenkau gebracht. Quelle: André Kempner

Die Weiße Elster war in die Aue gelaufen und drohte die Dörfer zu überfluten.

Das Deutsche Rote Kreuz fährt durch die Straßen. "Verlassen Sie Haus und Hof, halten Sie Notfallgepäck bereit", tönt es aus Lautsprechern. Die meisten Bewohner haben einfach nur Angst, sorgen sich um ihre Familien, um ihr Hab und Gut. Viele haben Tiere, die sie nun unversorgt zurücklassen müssen. Auf der B 186 stauen sich derweil die Fahrzeuge. Die Polizei hat alles abgeriegelt. Über die B 2 nach Löbschütz und Rüssen-Kleinstorkwitz kommen nur noch Anlieger.

Kurz nach Vier sind die ersten in der Stadthalle Zwenkau angekommen. 240 Leute können dort einquartiert werden. "Wir hoffen, das viele bei Verwandten und Freunden unterkommen", heißt es vom Krisenstab im Rathaus. Zur Not stehe noch die Badmintonhalle zur Unterbringung bereit.

"Ich warte auf meinen Mann, der holt noch Bekannte aus der Gefahrenzone. Vielleicht wird es nicht ganz so schlimm. Wir haben doch letztes Jahr ein neues Grabensystem bekommen", bangt Elinor Thrandorf aus Tellschütz.

Der 73-jährige Jürgen Treppnau hat das Hochwasser 1954 erlebt: "Das hier ist schlimmer", meint er. Adelheid Bosdorf stammt aus dem Pegauer Ortsteil Wiederau. "Die Weiße Elster soll noch anderthalb Meter steigen. Die Ungewissheit, was uns zu Hause erwartet, macht einen am meisten zu schaffen", sagt sie. Viele bieten ihre Hilfe an. "Ob Sandsäcke füllen oder was anderes, Hauptsache nicht untätig rumsitzen", meint stellvertretend Doris Pauli.

Am Abend fahren auch durch Markkleeberg Lautsprecherwagen. "Auch uns bereitet inzwischen die Weiße Elster Sorgen", sagt Rathaussprecher Daniel Kreusch, der mit dem Krisenstab im Feuerwehrgerätehaus Markkleeberg-West sitzt. Der Fluss liege zwar jenseits vom Cospudener See, aber ein Überschwappen könne nicht mehr ausgeschlossen werden. Daher werde jetzt die westliche Mehringstraße, die untere Lauersche Straße, der Kees'sche Park, der Equipagenweg, die Kirschallee und der Wolfswinkel evakuiert. Das hat auch Auswirkungen auf das Rudolf-Hildebrand-Gymnasium und die Kita "Kleeblatt": Beide Einrichtungen sind heute geschlossen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 04.06.2013

Ulrike Witt

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Katastrophenalarm im Leipziger Südraum: Der tagelange Dauerregen hat die Weiße Elster auch im Raum Zwenkau über die Ufer treten lassen. Die Aue im Ortsteil Rüssen-Kleinstorkwitz läuft seit Samstagnachmittag voll.

03.06.2013

40 angehende Rettungssanitäter absolvierten am Freitag bei der Freiwilligen Feuerwehr Markkleeberg-West einen Praxistag. Auf dem Programm standen unter anderem das Retten aus Höhen, das Funken sowie der Umgang mit Schere und Spreizer.

19.05.2015

Großpösna. Vor mehr als zwei Jahren reagierten die meisten Störmthaler auf die Eröffnung des Seehauses mit erheblicher Skepsis, wenn nicht gar Angst. Inzwischen sind die jugendlichen Straftäter in die Dorfgemeinschaft aufgenommen.

19.05.2015
Anzeige