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Markkleeberg Erinnerungen an Professor Hans Schulze
Region Markkleeberg Erinnerungen an Professor Hans Schulze
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15:30 19.05.2015
Witwe Jutta Schulze vor den Bildern ihres Mannes. Quelle: André Kempner

Schulze, der bereits vor mehr als 30 Jahren verstorben ist, hatte in den Zwanzigerjahren an der Breslauer Akademie bei Otto Mueller, Alexander Kanold und Oskar Moll studiert, 1929 an der staatlichen Kunsthochschule Berlin sein Examen abgelegt und 1948 an der Technischen Hochschule Dresden habilitiert. Seine Antrittsvorlesung zum Thema "Die Krise der Darstellungsfreudigkeit in der Pubertät und ihre Überwindung" legte den Grundstein für sein späteres Schaffen. Anfang der Fünfzigerjahre gründete Schulze an der Leipziger Universität das Institut für Kunsterziehung und bildete bis zu seinem Tod Hunderte von Kunsterziehern aus. In Zwenkau ist jetzt eine Auswahl seiner kleinformatigen Arbeiten unter dem Titel "Die Balance der Farben" zu sehen.

"Unser verehrter Professor war immer wahnsinnig gut vorbereitet. Er beherrschte die verschiedenen Maltechniken ab dem Mittelalter wie kaum ein Zweiter und konnte sie uns mit Leidenschaft vermitteln", erklärte Laudator Gerd W. Fiedler bei der Vernissage. Wer genau hinschaue, könne in jedem Werk von Schulze, ob Pflanzen, Mineralien oder Landschaften, bis zu 20 weitere entdecken. "In seinen Bildern kann der Betrachter spazieren gehen, je nach Blickwinkel immer wieder Neues finden. Seine Arbeiten sind Kabinettstücke, auch wenn sie natürlich für ihre Zeit stehen", meinte Fiedler, der selbst bei Schulze studiert hat und mit Galeristin Catherine Scholz und der Witwe des Künstlers, Jutta Schulze, rund 30 Bilder für die Lehmhaus Galerie ausgewählt hat.

Unter den Gästen weilten am Samstagabend auch die Leipziger Malerin Angelika Rochhausen sowie das Ehepaar Marianne und Roland Richter. "Ich habe noch ein Schreiben zu Hause, in dem mir Hans Schulze 1952 mitteilte, dass das Institut endlich gegründet wird", erzählte Rolf Richter. Vier Jahre später wurde er Schulzes Assistent. "Für mich war er Lehrer, Kollege und privat mit meiner Frau auch ein enger Freund. Er war in jeder Hinsicht eine Persönlichkeit", betonte Rolf Richter. Neben etlichen Bildern haben sie einen weiteren Schatz von Schulze, der die Farben für seine Bilder immer selbst herstellte. "Ich habe die Hälfte seiner großen Pigmentsammlung geerbt", gestand Rolf Richter.

Die Ausstellung "Die Balance der Farben" ist bis zum 23. November in der Leipziger Straße 14 in Zwenkau donnerstags bis samstags jeweils von 14 bis 18 Uhr geöffnet. Einzige Ausnahme: In den Herbstferien bleibt die Galerie vom 24. bis zum 26. Oktober geschlossen. Zusätzliche Besichtigungstermine können unter Telefon 034203 32588 vereinbart werden.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 16.10.2013
Ulrike Witt

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