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Markkleeberg Erneuerbare Energien erfordern raschen Netzausbau
Region Markkleeberg Erneuerbare Energien erfordern raschen Netzausbau
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18:48 23.07.2010
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So habe sich die installierte Leistung im Kreis 2009 auf rund 158 Megawatt belaufen und sei damit deutlicher angestiegen als in den Vorjahren. Diese Leistung würde bei bedarfsgerechter Einspeisung ausreichen, um knapp 108 000 Haushalte mit Strom zu versorgen.

Wichtigste Quelle der erneuerbaren Energien ist nach der Wind- die Solarenergie, gefolgt von der Biomasse. 1266 Anlagen gibt es im Landkreis. „Als Betreiber stellen wir eine reibungslose Stromeinspeisung und -vergütung sicher und bauen unsere Netze entsprechend aus“, erklärt Härling. Dabei verschweigt er nicht, dass das eine Herkulesaufgabe ist. „Um die stetig steigende Stromeinspeisung aus erneuerbaren Energien zu gewährleisten, sind ein rascher Netzausbau und reibungslos funktionierendes Netzsicherheitsmanagement notwendig“, so der Leiter der Netzregion Westsachsen weiter. Insbesondere in Brandenburg und Sachsen-Anhalt nähmen die EEA-Anlagen stark zu. Treiber seien insbesondere die Wind- und die Solarenergie. In der Praxis bedeutet das, dass bei Sonnenschein und Wind Energie in die Netze eingespeist und nicht abgenommen wird. Um den Stromfluss in beide Richtungen zu ermöglichen, habe man in den Ausbau investieren müssen.

Nach eigenen Angaben gibt das Unternehmen im Jahr 2010 rund 22,9 Millionen Euro für die Modernisierung des Hoch-, Mittel- und Niederspannungsnetzes im Kreis Leipzig aus und damit mehr als in allen drei anderen Kreisen der Netzregion Westsachsen, die insgesamt 362 052 Kunden versorgt, was 586 729 Einwohnern entspricht. Im gesamten Gebiet seien es 327 Millionen Euro für Instandsetzungen und Investitionen.

„Den Verbraucher zu motivieren, dass eine Abnahme punktuell dort funktioniert, wo Strom erzeugt wird, ist eine der Aufgaben der Zukunft“, sagte Härling. Als Beispiel nennt er das Anschalten der Waschmaschine bei Wind oder Sonnenschein. „Um mit der weiter steigenden Stromeinspeisung aus erneuerbaren Energien Schritt zu halten, müssen wir in den kommenden Jahren etwa 125 Millionen Euro zusätzlich zu den laufenden Investitionen und Aufwendungen im gesamten Netzgebiet aufbringen“, beziffert Härling die Kosten.

Schwerpunkte der Modernisierung liegen 2010 im Kreis in Zwenkau, Wurzen und Störmthal. Wie berichtet, wird bis 2011 in Zwenkau für rund fünf Millionen Euro ein Umspannwerk errichtet. Zudem verlegt das Unternehmen rund 2600 Meter Mittelspannungskabel. In Wurzen entsteht ebenfalls 2010/11 ein Umspannwerk für etwa 1,5 Millionen Euro, das voraussichtlich ab September gebaut wird. In Vorbereitung auf des Highfield-Festivals wurden im Großpösnaer Ortsteil Störmthal bis Juli 3300 Meter Mittelspannungs- und 600 Meter Niederspannungskabel verlegt, das Areal angeschlossen und eine Trafostation gebaut. Es seien zirka 153 000  Euro investiert worden, so Härling. Den Netzbetrieb im Bereich Westsachsen auf einer Länge von 16 154 Kilometern überwacht das Anlagenmanagement in Markkleeberg, Mockritz und Bad Düben.

Die Envia Mitteldeutsche Energie AG (Enviam) ist der führende regionale Energiedienstleister in Ostdeutschland, wo das Unternehmen in seiner Netz-Region, die Teile Sachsens, Sachsen-Anhalts, Thüringens und Brandenburgs umfasst, rund 1,35 Millionen Kunden mit Strom, Gas, Wärme und Wasser versorgt. Im Landkreis Leipzig sind es 73 283. Die 100-prozentige Tochter, die Envia Verteilnetz GmbH (Envia Netz) mit Sitz in Halle an der Saale ist als Netzbetreiber für Planung, Betrieb und Vermarktung des Elektrizitätsverteilnetzes verantwortlich. Die im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) vorgesehene Steigerung des Stromanteils aus erneuerbaren Energien bundesweit auf 30 Prozent bis 2020 sei im Enviam-Netzgebiet bereits erreicht, betont Härling. Ende 2009 waren 3761 Megawatt erneuerbare Energien im Enviam-Netzgebiet installiert. Davon entfallen allein auf den Bereich Wind 3056 Megawatt. An zweiter Stelle liegt abgeschlagen die Solarenergie mit 382,9 Megawatt. Im Landkreis Leipzig ist die Solarenergie mit 1163 Anlagen allerdings stärker vertreten. 68 Windkraftanlagen sorgen für die Erzeugung von 79,6 der dort insgesamt erzielten 157,7 Megawatt. Ferner tragen 24 Biomasseanlagen (10,4 Megawatt), neun Wasserkraftanlagen (3,3) sowie zwei Anlagen für Deponie-, Klär- und Grubengas (1,9) zur Einspeisung bei. Von 2000 – dem Inkrafttreten des Erneuerbare-Energien-Gesetzes – bis 2009 habe sich die installierte Leistung verdreifacht, sagt Härling. Gestiegen ist aber auch die Umlage für die Entwicklung erneuerbarer Energien: Betrug sie 2006 noch 0,738 Cent, so zahlt der Kunde 2010 schon 2,047 Cent pro Kilowattstunde.

Kendra Reinhardt

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