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Erschließung der Magdeborner Halbinsel soll bis Ende 2012 abgeschlossen sein

Erschließung der Magdeborner Halbinsel soll bis Ende 2012 abgeschlossen sein

Großpösna. Wie erhalte ich einen der 100 bis 120 Liegeplätze für meine Yacht im Segelhafen? Wird der Motorbootbetrieb am Störmthaler See möglich sein? Solche Fragen rund um den städtebaulichen Entwurf „Magdeborner Halbinsel“ und die Erholungsangebote am Gewässer haben die zwei Dutzend Anwesenden am Mittwochabend bei der frühzeitigen Bürgerbeteiligung im Ratssaal beschäftigt.

Die Gemeinde hat 46 Hektar am Störmthaler Ufer gekauft, 50 Hektar auf der Magdeborner Halbinsel. „Sie verpachtet an Investoren, wenn ernsthafte Absichten bestehen“, erklärte Bürgermeisterin Gabriela Lantzsch. Etwa ein Drittel des 25 Hektar großen ersten Bauabschnitts „Grunaer Bucht“ ist für Sondergebietsflächen vorgesehen. Landschaftsarchitekt Hans Gerd Kleymann vom Planerzirkel sprach von der „Neugestaltung einer Landschaft nach dem Bergbau“, die dem Image als „grünem See“ gerecht wird. Innerhalb eines Jahres wird untersucht, welche schützenswerten Tiere sich dort niedergelassen haben. Der Kiesteich soll als Biotop auf der Halbinsel erhalten bleiben und in die Natur und den Abenteuerspielplatz eingebunden werden. Dazu gebe es noch Abstimmungen mit der Unteren Naturschutzbehörde. Das Wegenetz und die Verweildauer sollen so angepasst werden, dass Mensch und Tier sich dort aufhalten können, sagte Kleymann. Zur Motorbootfrage sagte Lantzsch, die Freigabe des Sees werde nicht vor 2012 erwartet. Noch entscheidet das Landratsamt über Ausnahmegenehmigungen. Sicher sei, dass das kürzlich präsentierte Leipzig-Boot wohl die Genehmigung erhalte – zumal der Markkleeberger und der Störmthaler See noch in diesem Jahr über eine Schleuse miteinander verbunden werden, um den Gewässerverbund zu realisieren. Für Unverständnis sorgte bei einem Sportler die Lage des Segelhafens: „Jede andere ist besser“, meinte er. Rüdiger Renno vom Büro Denk Architekten betonte, auch die Langzeitinfrastruktur sei wichtig. So könnten Passanten die Boote im Sonnenuntergang sehen. Der Störmthaler See hat Lantzsch zufolge aktuell einen ph-Wert von 5,9 und einen Schwefelgehalt von 1020 Milligramm pro Kubikmeter. „Wir erreichen beim Endstand den neutralen ph-Wert, nachgekalkt wird nicht“, so Lantzsch. Um zu verhindern, dass Oberflächenwasser in das Gewässer eingeleitet wird, werden die im Osten der Halbinsel geplanten Ferienhäuser mit begrünten Dächern versehen, womit Platz zum Versickern geschaffen wird. „Wenn es Anfragen zum Beispiel hinsichtlich des Fischereibetriebs gibt, sind die formlos, aber möglichst konkret an mich zu richten“, so Lantzsch. Bis Ende März sollen die Förderanträge gestellt sein, voraussichtlich vom 12. Juli bis 13. August wird der Entwurf ausgelegt, sodass Ende 2010 gebaut werden kann und in den Jahren 2011 und 2012 die insgesamt fünf Millionen Euro teure Erschließung erfolgt. „Kann man nicht bauen, solange das Wasser noch nicht da ist?“, meinte ein Besucher. „Wir wollten bereits im Oktober 2009 anfangen“, verriet Lantzsch. „Derzeit laufen Gespräche, den Wasserstand zu regulieren.“ Ziel sei, diesen bis September nicht über 113,5 Meter (derzeit: 112,8) steigen zu lassen, damit der Hafenbau im Trockenen und auch preiswerter geschieht. „Die Wahnsinnsanstrengungen liegen in den nächsten zwei Jahren“, so die Bürgermeisterin, die zugab: „Die Zeitschiene ist sportlich.“ Wer in Gedanken weiter ist, kann den Antrag auf einen Liegeplatz schon heute formlos bei Bauamtsleiter Detlef Richter stellen.

Kendra Reinhardt

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