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Erster Doppel-Sieg für die "Dorfnasen"

Erster Doppel-Sieg für die "Dorfnasen"

Besucherrekord im Kanupark: Rund 7000 Zuschauer und damit so viele wie noch nie haben gestern das 7. Pappbootrennen verfolgt. Die Nase vorn hatten am Ende die "Dorfnasen" aus Sehlis.

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Das Team "Feinspiel" will den Elementen mit Segel und Paddeln trotzen und geht trotzdem vor Tausenden von Zuschauern filmreif unter.

Quelle: André Kempner

Markkleeberg. Der schwimmende Gemüsekorb punktete nicht nur in der Kategorie Schnelligkeit, sondern holte sich auch noch den Preis fürs beste Design.

"Wir gewinnen auf ganzer Linie", verkündete Sabine Franiel, die Chefin der "Dorfnasen", kurz vorm Start bei der Bootsparade. Immerhin nähmen sie zum vierten Mal teil und die Bilanz könne sich mit zwei Designpreisen und einem zweiten Platz sehen lassen. Um ganz sicher zu gehen, hätten sie noch eine taktische Änderung vorgenommen: "Statt einen Fahrer schicken wir diesmal zwei ins Rennen." Und das mit Blumenkohl, Radieschen und Möhren. "Wir sind vom Dorf, bei uns wird noch Gemüse angebaut", so Franiel.

Jörg Bräunig, Leiter des Honda Centers Leipzig, setzte mit seinem Team auf moderne Technik und verwies auf den Neustart in der Formel 1. "Wir würden gern gewinnen, das passt zu unserer Marke." Indes nach einem frühzeitigen Reifenverlust und mehreren Boxenstopps war an Tor 11 der Untergang des Boliden besiegelt. Wie alle 15 Teams hatte Honda elf vier Quadratmeter große Bögen Pappe sowie Klebeband zur Verfügung gestellt bekommen. Insgesamt wurden am Sonntagvormittag 660 Quadratmeter Pappe und 9900 Meter Klebeband verbaut.

"Einfach kann jeder, wir suchen die Herausforderung", kommentierte Hagen Lehmann von der Leipziger Traditionsfirma Käse Lehmann seine "Blau-en"-Stangen. Ein Plätzchen für ihn als Fahrer war nicht vorgesehen. "Ich setze mich drauf, mal was anderes. Wir werden ja sehen, was am Ende rauskommt", so der Erststarter. Ehefrau Beate Lehmann lachte zwar und feuerte ihren Mann mit Freunden an, ganz wohl war ihr dabei aber nicht: "Wenn er nicht gut ankommt, brauche ich eine Aushilfe in der Produktion." Angelernt werden muss bei Lehmanns heute aber keiner, Hagen Lehmann rutschte zwar mit reichlich fünf Minuten als Letzter, aber unversehrt ins Zielbecken.

"Die Teams werden von Jahr zu Jahr kreativer, die Boote schöner - Respekt", so Uwe Männig vom Team "PaperNation", das im Vorjahr den Siegerpokal mit nach Hause nehmen konnte. Auch diesmal zeigten der 14-jährige Florian und der 13-jährige Tillmann, dass sie nicht nur bauen, sondern auch mit dem wilden Wasser umgehen können. Mit 1,55 Minuten brauchten sie gerade mal zwei Sekunden mehr als die "Dorfnasen" bis ins Ziel.

Das hätte auch gern das Team Gerstmann Automobile gesehen. Aber schon im Startbecken legte die Fahrerin eine Kenterrolle hin. Beim zweiten Versuch erreichte sie immerhin Tor 1, dann holte sie ein Helfer an Land. So ähnlich erging es fünf weiteren Teams, wenn auch einige Tore später. Das Entscheidende: Die Stimmung war super - in den Booten und bei den Zuschauern rund um den 270 Meter langen Kanal.

"Wir sind sehr zufrieden, die Atmosphäre ist toll. Und die Boote werden von Jahr zu Jahr wirklich immer schöner und immer mehr kommen im Ziel an, was eindeutig für die Konstrukteure spricht" erklärte Kanupark-Manager Christoph Kirsten.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 19.08.2013

Ulrike Witt

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