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Markkleeberg Erster Gemeinschaftsgarten in Großstädteln ist offen für alle
Region Markkleeberg Erster Gemeinschaftsgarten in Großstädteln ist offen für alle
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07:00 28.07.2017
Reinschauen, mitmachen: Vereinsvorsitzende Beate Duemke hofft im Gemeinschaftsgarten „An der Pleiße“ in Großstädteln auf viele fleißige Hände. Mittwochs und sonntags kann jeder anpacken. Quelle: André Kempner
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Markkleeberg

In Großstädten ist gemeinschaftliches Gärtnern Trend. Junge Familien wollen selbst Obst und Gemüse anbauen, aber nicht unbedingt einen eigenen Garten haben. Jetzt ist die Idee auch in Markkleeberg angekommen. Im Kleingartenverein „An der Pleiße“ in Großstädteln gibt es den ersten offenen Gemeinschaftsgarten.

„Reinschauen, mitmachen“ steht draußen am Gartenzaun. Dahinter wartet Beate Duemke, die Vorsitzende des Kleingartenvereins. „Kommen Sie rein, hier gibt‘s immer was zu tun“, sagt die 61-Jährige lachend. Vor vier Jahren stand sie vor einem Problem: „Der Pächter des Gartens war verstorben, das Grundstück nicht weiter verpachtbar. Der Mann hatte alles zugebaut, in den Ställen Schweine und Hühner gehalten“, erzählt sie. Ideen habe es einige gegeben, unter anderem eines der Gebäude in ein Vereinsheim umzubauen. Nur wovon? „Wir sind mit 31 Gärten und 48 Mitgliedern ein kleiner Verein, haben nicht das Geld, um Firmen bezahlen zu können“, erklärt Duemke.

Einen Antrag auf Fördermittel für Abriss und Umbau lehnte der Landesverband der Kleingärtner ab. Anders der Kreisverband: Nach einem Ortstermin sagte der finanzielle Unterstützung zu und hatte noch einen Tipp für die Nutzung der 615 Quadratmeter. „Die Idee, hier einen Schulgarten anzulegen, fand ich gut. Nur leider hatte die Grundschule Großstädteln bereits eigene Pläne“, erinnert sich Duemke. Ihre nächste Anlaufstelle war die damalige Gleichstellungs- und Integrationsbeauftragte im Rathaus, Sabine Baldauf. Sie stellte 2016 nach dem Abriss der Gebäude Kontakt zum Diakonie-Wohnheim auf dem Eulenberg her.

Die Idee war gut, die Umsetzung schwierig. „Das Unkraut wuchs und wuchs, weil die behinderten Menschen immer Betreuer brauchen. Es fehlte an der Regelmäßigkeit und ich allein war überfordert. Ich habe ja auch noch einen Job“, betont Duemke. Sie suchte weiter und stieß in Leipzig-Lindenau auf den Gemeinschaftsgarten „Annalinde“ in der Zschocherschen Straße. „Der Garten nicht mehr als privater Rückzugs- sondern als sozialer Begegnungsort, offen für alle – das hat mir gefallen“, sagt Duemke.

Inzwischen gibt es feste Mitmachaktionen: Mittwochs von 15 bis 18 Uhr und sonntags von 13 bis 18 Uhr kann unweit des Pleißeradweges angepackt werden. Dabei gehe es nicht nur um die Pflege der vorhandenen Beete. „Eigene Ideen können gern umgesetzt werden“, betont Duemke. Fest geplant seien nur Hochbeete, die älteren und körperlich eingeschränkten Menschen das Gärtnern erleichtern sollen. Klärungsbedarf gibt es noch bei der Finanzierung. „Ich hoffe auf Fördermittel. Alternativ müssten wir einen kleinen Mitgliedsbeitrag erheben“, so die Vereinsvorsitzende.

Übrigens: Im Gemeinschaftsgarten soll nicht nur gearbeitet, sondern auch gefeiert werden. Am 29. September ab 17 Uhr ist schon ein Herbstfest eingeplant. Im nächsten Jahr soll es von März bis September monatlich eine Veranstaltung geben – angefangen mit dem Frühjahrsfest, dann Lesungen und Vernissagen. Interessierte können bei den Mitmachaktionen reinschauen oder sich unter https://gartenprojekt-markkleeberg.jimdo.com informieren und melden.

Von Ulrike Witt

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