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Markkleeberg Erstes Stadtradeln
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00:21 03.08.2017
Moritz (links) und Jannik kämpfen, angefeuert vom Radsportclub Markkleeberg, auf den Radsimulatoren um jeden Meter. Quelle: André Kempner
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Markkleeberg

Natürlich mit einer Radtour und natürlich beim alljährlichen Fahrradtag am Zöbigker Hafen wurde am Samstag das erste Stadtradeln eröffnet. Etwa 40 Markkleeberger traten in die Pedale. Bei fast 25 000 Einwohnern ist noch viel Luft nach oben. Drei Wochen lang heißt es nun Kilometer sammeln. Tipps gab es von den Profis an den Ständen auf dem Festplatz.

„Los, los, los“: Moritz, 11, und Jannik, 9, wurden bei Grupetto von ihren Eltern und den Mitgliedern des Radsport- und Fitnessclubs angefeuert. Die Jungs aus Holzhausen und Mettingen gaben auf den Radsimulatoren alles. „Eigentlich spiele ich lieber Fußball“, gestand Jannik. Daheim in Nordrhein-Westfalen stärke er im Verein das Mittelfeld. In der Freizeit sei er aber oft mit dem Rad unterwegs.

„Viele Kinder sind auf der Straße unsicher. Auf unserem Parcours können sie ihre Geschicklichkeit testen“, erklärte Ronny Franke von der Verkehrswacht Leipziger Land. Der ersetze nicht den Verkehr, sei vielmehr Motivation zu trainieren. „Die Verantwortung liegt bei den Eltern. Sie sollten ihre Kinder eigene Erfahrungen machen lassen, nicht alles vorwegnehmen. Nur so wird das Selbstvertrauen gestärkt“, riet Franke. Fabian, 9, aus Leipzig, nahm die Hindernisse mit Bravour. Dass er einen Helm trägt, ist für den Grundschüler selbstverständlich: „Meine Eltern fahren auch nur mit.“

Aaron Büchel-Bernhardt und Ingrid Diestel von der AG Fahrradkirche sind natürlich beim Stadtradeln dabei. „Ich fahre täglich mit dem Rad zur Arbeit nach Leipzig. Das sind hin und zurück 30 Kilometer“, erzählte der 54-Jährige. Kilometer, die bis 18. August aufs Konto des Fahrradkirchenteams gehen. Komplett vom Auto aufs Rad ist vor Jahren Diestel umgestiegen. „Morgen erwarten wir Freunde aus dem Harz. Wir haben sie zu einer Radtour eingeladen. Das ist doch die schönste Möglichkeit, das Neuseenland zu entdecken“, so die 73-Jährige.

Erstmals vertreten war Diamir Erlebnisreisen. Wer bei Christian Rehse bucht, sollte bestens ausgerüstet und trainiert sein. „Wir bieten weltweit Reisen mit dem Rad und in Kombination mit Wandern an“, erklärte der 36-Jährige. Er schwärmte von einer Radtour durch Peru. Wer weitere Infos möchte, sollte sich den 22. Oktober vormerken. Dann kommt Diamir zu den Globetrotter-Tagen ins Rathaus.

„Touristisch sind viele mit dem Rad unterwegs. Uns geht es darum, das Rad im Alltag einzusetzen“, sagte Andreas Boos vom Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC). Damit Radler schnell und sicher unterwegs sein können, arbeitet der ADFC am neuen Radwegekonzept der Stadt Markkleeberg mit. 2018 soll das vorliegen. „Bis wir einen Radschnellweg nach Leipzig und Halle haben, werden sicher noch Jahre vergehen, aber wir bleiben dran“, versprach Boos und warb für die bundesweite Aktion „Deutschland Fahrradland. Jetzt!“. In dem Acht-Punkte-Programm werden vor der Bundestagswahl unter anderem jährlich 800 Millionen Euro für den Ausbau des Radverkehrs gefordert.

Regina und Hans-Jochen Bubolz informierten sich bei Grosse Radwelt. „Ich habe seit anderthalb Jahren ein E-Bike und bin sehr zufrieden. Jetzt soll meine Frau eins bekommen. Für die großen Touren, die wir regelmäßig unternehmen, ist das eine schöne Sache.“, sagte der 74-jährige. Fündig wurden sie nicht, vereinbarten aber einen Termin im Geschäft.

Falk Hartig, Amtsleiter für Kultur und Tourismus, freute sich über das Interesse. „Ich bin auch mit dem Rad da“, sagte er strahlend. Vom Wohnort Naunhof hin und zurück sind es immerhin 50 Kilometer fürs Stadtradel-Konto. Philipp Röder, stellvertretender Amtschef und Radbeauftragter der Stadt, erinnert seine Kollegen im Rathaus täglich an die Aktion: „Aktuell sind 89 Bürger beim Stadtradeln angemeldet. Es dürfen gern mehr werden.“

Anmeldung unter www.stadtradeln.de/markkleeberg

Von Ulrike Witt

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