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Markkleeberg Erstes Video-Reisecenter in Mitteldeutschland eröffnet
Region Markkleeberg Erstes Video-Reisecenter in Mitteldeutschland eröffnet
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07:00 17.06.2017
Premiere: Oliver Mietzsch, Frank Bretzger und Karsten Schütze (von links) testen das neue Video-Reisecenter im Markkleeberger Bahnhof. Quelle: Ulrike Witt
Markkleeberg

Die Deutsche Bahn, die Stadt und der Zweckverband für den Nahverkehrsraum Leipzig (ZVNL) haben am Freitag im Markkleeberger Bahnhof das erste Video-Reisecenter in Mitteldeutschland eröffnet. In ganz Deutschland ist es das 40. seiner Art, in Ostdeutschland erst das zweite.

„In der behindertengerechten Kabine können sich Fahrgäste über Bildschirm, Mikrofon und Lautsprecher von einem Servicemitarbeiter persönlich beraten und informieren lassen und natürlich Tickets kaufen – und das ohne technische Vorkenntnisse“, erklärte Frank Bretzger, Produktmanager bei der DB Regio. Die Bedienung sei denkbar einfach: Der Fahrgast stellt auf Knopfdruck zu einem Reiseberater in der Video-Zentrale in Braunschweig Kontakt her. Dieser schaltet sich auf den Bildschirm. Berater und Kunde sind so per Webkamera und Sprachverbindung miteinander verbunden, sprechen von Angesicht zu Angesicht.

Ein weiterer Vorteil: Der Kunde kann die Auswahl des Reiseberaters auf einem Monitor neben dem Bildschirm verfolgen. Fahrkarten, Reservierungen und Reiseauskünfte werden sofort ausgedruckt. Zum Schluss wird mit Bargeld, EC- oder Kreditkarte bezahlt. Sei das Video-Reisezentrum geschlossen, zeige der Monitor die Öffnungszeiten an, so Bretzger. In diesem Fall stehe auf dem Bahnsteig in Markkleeberg weiterhin ein Fahrkartenautomat rund um die Uhr zur Verfügung.

„Das Video-Reisecenter kann gerade in kleineren Bahnhöfen eine interessante Alternative zu den klassischen Reisezentren in den Großstädten bieten“, sagte ZVNL-Geschäftsführer Oliver Mietzsch. Die Resonanz werde zeigen, ob es sich lohnt, weitere, insbesondere im ländlichen Raum in Westsachsen einzurichten.

„Für uns ist Markkleeberg extrem wichtig. Durch die Bündelung der S-Bahnen, die nach Abschluss der Bauarbeiten in Gaschwitz hier perspektivisch sogar im Zehn-Minuten-Takt fahren werden, sehen wir einen großen Mehrwert“, betonte Bretzger. Nicht umsonst sei die S-Bahn im Raum Leipzig im bundesweiten Vergleich der S-Bahnen Top 1.

Oberbürgermeister Karsten Schütze (SPD), der bekanntlich am liebsten mit dem Fahrrad und öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs ist, war gestern der erste Kunde. Per Knopfdruck bekam er Kontakt mit einer netten jungen Frau, bestellte bei ihr Fahrkarten für zwei Erwachsene nach Bitterfeld. „Ich möchte mir mit meiner Frau mal den Goitzschesee anschauen“, erklärte er den Umstehenden schmunzelnd. Zwei Minuten später hielt er die Tickets in der Hand.

„Völlig unkompliziert und fast wie früher, als wir im Bahnhof noch einen Fahrkartenschalter hatten. Nur sitzt das Personal nicht real vor einem, sondern live am Bildschirm“, schwärmte Schütze. Eigentlich könnten sich die Markkleeberger jetzt den Weg ins DB-Reisecenter im Leipziger Hauptbahnhof sparen. Selbst Mietzschs ausgefallener Wunsch, eine Reise von Markkleeberg nach Marseille, war binnen vier Minuten erfüllt, die Fahrkarten sicher im Sakko verstaut.

„Mir gefällt die Abfrage durch die Beraterin. Man fühlt sich persönlich betreut. Das ist gerade für Senioren wichtig, die vor Automaten oft hilfslos sind“, sagte Nikolaus Legutke, SPD-Stadtrat und Vorsitzender des Seniorenbeirates der Stadt Markkleeberg.

Von Ulrike Witt

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