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„Es ist einfach unglaublich“

„Es ist einfach unglaublich“

Großpösna. Ein Großprojekt ist vollendet: Am Freitag wurde das inoffiziell als „schwimmende Kirche“ bezeichnete Kunstprojekt „Vineta“ feierlich seiner Bestimmung übergeben.

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Ende gut, alles gut: Das schwimmende Kunstprojekt Vineta wird nach 13 Jahren Planung auf dem Störmthaler See seiner Bestimmung übergeben. Großpösnas Bürgermeisterin Gabriela Lantzsch lässt vor Freude Luftballons in den Himmel steigen.

Quelle: Andr Kempner

Auf den Wellen des Störmthaler Sees können sich künftig Verliebte trauen lassen, darüber hinaus soll das Gebäude als Ausflugsziel dienen. Zudem erinnert es an die dem Tagebau zum Opfer gefallenen Dörfer.

„Ich habe nie an dieser Vision gezweifelt“, sagte Künstlerin Ute Hartwig-Schulz. Vor mehr als 13 Jahren hatte sie die ersten Entwürfe angefertigt. Doch bis zur Realisierung waren bei allen Beteiligten weit mehr als ein paar Klimmzüge notwendig. „Es ist einfach unglaublich, heute hier zu stehen“, sagte die Bildhauerin zur feierlichen Einweihung des Bauwerkes.

„Zu Anfang war ja nicht einmal klar, ob künftig Besucher hinein dürfen“, berichtete Großpösnas Bürgermeisterin Gabriela Lantzsch. Schritt für Schritt und unter fast unendlichen Mühen habe das Projekt schließlich realisiert werden können. „Wir müssen aber auch sagen, dass wir mit unserer ersten Kostenschätzung ganz weit weg von der heutigen Bausumme waren.“ Alles in allem flossen 1,2 Millionen Euro in das Projekt. Angesichts der stetig steigenden Baukosten gab es in der Gemeinde auch viele zweifelnde Stimmen, und mehrfach kam der Genehmigungprozess ins Stocken. „Doch wir haben durchgehalten“, freute sich Lantzsch.

Dafür dankte ihr auch Sachsens Wirtschaftsminister Sven Morlok (FDP): „Sie haben einen langen Atem bewiesen.“ Angesichts der nach Vineta geflossenen Fördermittel erinnerte der Minister daran, dass es ohne die enormen Geldmittel aus dem Bundeshaushalt das Leipziger Neuseenland so nicht geben würde. Was jetzt noch geschehen muss, sei eine bessere Verzahnung der touristischen Angebote von Messestadt und Umland. „Leipzig kann nicht alles allein leisten“, so Morlok.

Landrat Gerhard Gey (CDU) sieht Vineta auch als ein Stück Zukunft: „Wenn wir viele Leute begeistern können, hier zu heiraten, tun wir ja auch etwas für die demografische Entwicklung.“ Vineta als schwimmendes Standesamt ist bereits jetzt heiß begehrt: Alle 16 Termine für 2011 sind bereits vergeben. „Und es gibt sogar schon eine Anfrage für eine Eiserne Hochzeit. Das Paar hatte einst in der Magdeborner Kirche geheiratet, also in unmittelbarer Nähe unseres heutigen schwimmenden Kunstprojektes“, freute sich Rüdiger Pusch vom Leipziger Krystallpalast, dem künftigen Betreiber. „So etwas tröstet über alle Mühen und grauen Haare hinweg.“

Vineta kann künftig nicht nur von Heiratslustigen aufgesucht werden, sondern auch von Ausflüglern. Darüber hinaus sind die verschiedensten Veranstaltungen möglich. Per Motorschiff ist die Überfahrt in nur wenigen Minuten geschafft.

Auch wenn Vineta offiziell keine Kirche ist, so verfügt sie doch im Inneren über ein kirchliches Relikt: Dort fand der Beichtstuhl aus der Cröberner Kirche Platz. „Vielleicht kommt ja noch etwas aus der Magdeborner Kirche hinzu“, hofft Superintendent Matthias Weismann.

Bert Endruszeit

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