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Markkleeberg Europas erster Blaurabe - Bundesausstellung präsentiert selten gezüchtete Vogelarten
Region Markkleeberg Europas erster Blaurabe - Bundesausstellung präsentiert selten gezüchtete Vogelarten
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18:01 04.11.2012
Der Acapulco-Blaurabe: ungewöhnlich und gezüchtet. Quelle: André Kempner
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Markkleeberg/Leipzig

Besucher konnten sogar Tiere bewundern, die noch nie in Europa gezüchtet wurden.

Wer sich für exotische Vögel interessiert, ist seit mittlerweile acht Jahren auf das Können einheimischer Züchter angewiesen. „Seit 2004 gilt in der gesamten EU ein Importverbot für wild gefangene Vögel“, berichtet VZE-Präsident Ernst Günther. „Wir finden das sehr gut, denn angesichts der früher üblichen massenweisen Fänge fühlten wir uns  nicht wohl.“ Nun könnten die hiesigen Züchter zeigen, welch wichtige Rolle sie unter anderem auch beim Thema Artenschutz spielen. Denn auf der aktuellen Ausstellung waren auch Tiere zu sehen, die in der freien Wildbahn kaum noch zu finden sind. „Das gilt beispielsweise für den Bali-Star. Den gibt es nur noch, weil Züchter ihn erhalten haben“, so Günther. Mittlerweile laufe auf Bali schon die dritte Wiederansiedlungsaktion mit Zuchtvögeln. „Und die war jetzt offenbar erfolgreich“, betont der Experte.

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Über einen ganz besonderen Erfolg konnte sich auch der Thüringer Züchter Sandro Röhler freuen. Ihm gelang es in diesem Jahr, zum ersten Mal in Europa den Acapulco-Blauraben zu züchten. Keine Frage, dass seine Voliere viele bewundernde Blicke auf sich zog.

Doch es müssen nicht immer die farbenprächtigen Exoten sein, für die sich Züchter begeistern. Der ebenfalls in Thüringen lebende Bernd Pflug und seine Tochter Mandy Richter stellten ihre pazifischen und atlantischen Ringelgänse aus. „Diese paar Tiere hier entsprechen dem Wert eines Mittelklassewagens“, weiß Verbandschef Günther. Denn die in der Natur gar nicht einmal so seltenen Gänse stellen Züchter vor ganz besondere Herausforderungen. „Oftmals ist es viel leichter, exotische Tiere zu halten als die aus dem kühlen Norden. Das Heizen einer Voliere ist meist einfacher als das Kühlen.“

Leider passe die Vogelzucht häufig nicht zum Lebensstil junger Leute, bedauert Günther. „Heute müssen viele von ihnen sehr mobil sein, doch für dieses Hobby muss man an einem Ort bleiben.“ Doch es gebe trotzdem viele engagierte junge Züchter. „Die große Webervogelschau wurde zu großen Teilen von jüngeren Züchtern gestaltet.“ Anderseits eigne sich die Vogelzucht auch wunderbar für ältere Menschen. „Und man braucht nicht immer ein großes Freigelände, Prachtfinken lassen sich auch in Zimmervolieren halten.“  

Viele Jahrzehnte hat sich Oskar Bähr der Vogelzucht gewidmet. Der 86-Jährige ist das letzte lebende Gründungsmitglied des am 26. Oktober 1952 in Markkleeberg ins Leben gerufenen Vereins, der heute als VZE firmiert. „Im Jahre 1996 wurde ich Bundessieger mit meinen Schauwellensittichen“, erinnert er sich. Über ein halbes Jahrhundert hat er mit seiner mittlerweile verstorbenen Ehefrau Betty sein Hobby betrieben. „Sie hat immer voll dahinter gestanden.“ Noch heute schaue er oft bei Tagungen seiner Zuchtrichterkollegen vorbei. „Vogelzucht hält jung, das weiß doch jeder“, findet Bähr.

Bert Endruszeit

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