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Fahrradkirche: Anerkennung und Skepsis

Fahrradkirche: Anerkennung und Skepsis

Das Projekt Fahrradkirche Zöbigker ist ins Stocken geraten. Längst sollten die Mauern des 1942 ausgebrannten Gotteshauses gesichert sein. Doch der aktuelle Bebauungsplan lässt dies nicht zu.

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Strahlende Preisträger: Pfarrer Arndt Haubold, Henning und Ingrid Diestel sowie Renate Strohmann (v.li.).

Quelle: André Kempner

Markkleeberg. Neuen Schwung verspricht sich die Martin-Luther-Kirchgemeinde jetzt vom Chrismon-Förderpreis.

Dass sie einmal so viele Hürden nehmen müssen, um einen Ort der Besinnung am Cospudener See zu schaffen, hatte sich Pfarrer Arndt Haubold 2007 nicht träumen lassen, als der erste Gottesdienst unter freiem Himmel gefeiert wurde. Damals wurde das Projekt als Bereicherung für den Tourismus im Neuseenland allseits gerühmt.

Doch aus der Idee wurde ein handfestes Bauprojekt. Die einsturzgefährdeten Grundmauern der Dorfkirche sollten nicht nur erhalten, sondern in einen modernen Baukörper eingegliedert werden, der als Raum für kirchliche Veranstaltungen und Ausstellungen dient. Leider hat die Kirchgemeinde die Rechnung ohne den Wirt, sprich die Stadt und die Nachbarn, gemacht.

Denn der für das Areal in der Dorfstraße vorliegende rechtskräftige B-Plan Zöbigker Winkel sieht nur eine "kirchlichen Zwecken dienende Nutzung" vor. Kurz: Die Gemeinde kann sich zwar vor der Kirche treffen, muss aber bis dato tatenlos ihrem Verfall zuschauen. Denn Baurecht besteht nicht. Und das wird auch noch eine Weile so bleiben. Dabei hat der Stadtrat die dritte Änderung des B-Planes inzwischen in Auftrag gegeben.

Doch schon die letzte Änderung löste erhebliche Verwerfungen zwischen der Stadt und Bewohnern des Zöbigker Winkels aus. Nun fürchten wieder Nachbarn um ihre Ruhe und Pfarrer Haubold, dass seine Gemeinde erneut "Opfer von Querelen" wird. Denn diesen sei es zu verdanken, dass die Fahrradkirche bislang planungsrechtlich nicht angefasst wurde. "Die Sache hat uns schon Jahre zurückgeworfen", so Haubold. Er beteuert: "Wir möchten einen Ort der Besinnung schaffen, Gottesdienste feiern und am Wochenende Kirchenmusik spielen."

Während Haubold in Zöbigker Skepsis entgegenschlägt, wird das Projekt anderswo gelobt. Beleg ist der vom evangelischen Magazin Chrismon herausgegebene Förderpreis 2013. Die Martin-Luther-Kirchgemeinde war eine von 135 Gemeinden, die sich beworben hat. "Eigentlich bekommen nur die ersten 30 einen Preis, daher hatten wir uns keine Hoffnung gemacht", erzählt Renate Strohmann. Aber es kam anders: Die Markkleeberger konnten die mit Gundula Gause (ZDF heute) und Chrismon-Chefredakteur Arnd Brummer prominent besetzte Jury überzeugen. Beim evangelischen Kirchentag in Hamburg wurde der mit 500 Euro dotierte Förderpreis an den Leiter der Arbeitsgruppe Fahrradkirche, Aaaron Büchel-Bernhardt, übergeben.

"Die Summe reicht natürlich nicht mal für die Sicherung der Grundmauern, die kostet allein 100000 Euro. Aber wir erhoffen uns einen Aufmerksamkeitsschub", sagt Haubold. Einer der die Herzen der Nachbarn und die Portemonnaies der Ruhesuchenden am Cospudener See öffnet.

@www.martin-luther-kirchgemeinde.de

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 22.05.2013

Ulrike Witt

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