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Fahrzeuge für Rallye Allgäu-Orient werden chic gemacht

Fahrzeuge für Rallye Allgäu-Orient werden chic gemacht

Zwenkau. Ein bisschen verrückt sind die sechs jungen Frauen und Männer aus Leipzig, Frohburg und Umgebung, die sich Ende April per Auto auf den Weg nach Jordanien machen, um die Rallye Allgäu-Orient zu schaffen.

Um als Team auch erkannt zu werden, hat Autolackierer Jörg Kluge aus Zwenkau gemeinsam mit Berufsschülern aus Böhlen die drei "Klapperkisten" der Fahrer passend lackiert. Start und Ziel entsprechend schmücken die Youngtimer auf der einen Seite eine Berglandschaft und auf der anderen Seite die jordanische Wüste.

20 und 22 Jahre alt sind die Autos, Marke Mercedes Kombi, die die rund 7500 Kilometer lange Route durch Österreich, Ungarn, Rumänien, Bulgarien, Türkei, Zypern, Israel und Jordanien schaffen sollen. Autobahnen sind selbstverständlich ausgeschlossen, es geht lediglich über Stock und Stein. Noch werden die drei ersteigerten Gefährte in Zwenkau herausgeputzt, bekommen dort von Schülern der Böhlener Berufsschule sozusagen den letzten Schliff.

Für Firmeninhaber Jörg Kluge war gleich klar, das Team der Rallye zu unterstützen, immerhin ist die Tochter einer seiner Kunden "verrückt genug, das zu machen", begründet er. Da allerdings die zeitlichen Kapazitäten seiner Mitarbeiter nicht ausreichten, holte er kurzerhand die jungen Leute des zweiten Lehrjahres von Lehrer Torsten Trotha in seine Hallen.

Jeweils sieben Frauen und Männer werkeln noch bis nächste Woche an den drei Fahrzeugen. Die Entwürfe für das Design stammen von ihnen selbst. "Das ist mal was ganz Außergewöhnliches, hier können wir Techniken ausprobieren, die wir so noch nicht kannten", sagt Schülerin Sandra Liese. "Auch der gute Zweck der Rallye spornt uns an, die Autos so richtig schick zu machen", ergänzt Lisa Wolf. Wüstentauglich sei der in einer Überdruck-Kabine aufgebrachte Lack allemal, erklärt Kluge, "der hält dort wegen der geringen Luftfeuchtigkeit ewig".

Für Christiane Kobsch, eine der Teilnehmer der Rallye, ist die Unterstützung ein echter Glücksfall. "Natürlich wollen wir als Team 'The Wild Wild East' unterwegs auffallen", sagt sie. Hinzu komme, dass die Autos nach ihrer Ankunft in Jordanien versteigert werden. "Und mit der Lackierung gehen die Wagen bei der Auktion bestimmt weg wie warme Semmeln." Sowohl Farben als auch Materialien sponsern Kluge und der Farbenhersteller.

Dennoch geht für Kobsch die Suche nach Unterstützern weiter. Denn jedes der 111 teilnehmenden Teams (bestehend aus je sechs Fahrern mit drei Fahrzeugen) wird unterwegs Hilfe leisten. Das Team um Kobsch bringt daher Schulmaterialien ins rumänische Vulcan und verteilt die an die dort lebenden Kinder, die meist nur bis zur vierten Klasse die Schule besuchen, weil für eine weitere Ausbildung das Geld fehlt. Wer Schulranzen, Bleistifte, Radiergummis, Anspitzer und Federmappen beisteuern will, kann diese Dinge bei Jörg Kluge in der Lackiererei in der Schlosserstraße 4 abgeben.

Offiziell werden die rund 333 Autos aller Teams übrigens als Ersatzteile eingeführt, weil sonst zusätzliche Steuern auf die Teilnehmer zukämen. Doch versteigert werden die Wagen natürlich vollständig. Im vergangenen Jahr konnte durch die Auktion in Jordanien eine Summe von rund 250000 Euro eingenommen werden, die das Organisationskomitee der Rallye dem World Food Program zur Verfügung stellt. "Auch das ist ein Grund, weshalb wir mitmachen", sagt Kobsch. "Auf der einen Seite ein Abenteuer mit Überraschungen, auf der anderen Seite eine Fahrt für den guten Zweck." Kobsch und ihre Teamkollegen werden wohl eher mit ausgedienten Klamotten die Tour antreten. Die können unterwegs verschenkt werden, "und wir haben nicht mehr so viel Gepäck, wenn wir zurückfliegen".

Wie die drei "Klapperkisten" letztlich mit ihrer fertigen Lackierung aussehen, können Interessierte nächsten Freitag ab 11 Uhr in der Lackiererei Kluge, Schlosserstraße 4, bestaunen. Auch Kobsch ist vor Ort.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 08.03.2013

Julia Tonne

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