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Falschparker kosten wertvolle Minuten

Falschparker kosten wertvolle Minuten

Es ist kurz vor 19 Uhr. Vorm Rathaus warten Daniel Wendt und Nils Schröder von der Freiwilligen Feuerwehr Markkleeberg-West. Die beiden Männer haben eine Verabredung.

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Testfahrt mit Hindernissen: Nils Schröder, Marcus Adler, Daniel Wendt und Michael Röder (von links) arbeiten Hand in Hand.

Quelle: André Kempner

Markkleeberg. Mit Michael Röder vom Ordnungsamt wollen sie eine Überprüfungsfahrt machen. Die erste ihrer Art in der Großen Kreisstadt. Auslöser war ein Treppenhausbrand am Pfingstwochenende.

„Elf Menschen standen nachts schreiend an den Fenstern. Qualm versperrte ihnen den Weg ins Freie und wir kamen mit unserer Drehleiter nicht ran, weil uns Autos behindert haben“, erinnert sich Schröder an die dramatische Situation Mitte Juni. Mithilfe der Polizei und einem Abschleppdienst wurden die Fahrzeuge eilig umgesetzt. Die Feuerwehr konnte den Einsatz erfolgreich beenden. Was blieb, war Frust. „Das hätte auch anders ausgehen können. Nur weil Anwohner ohne nachzudenken parken“, so Schröder. Die Kameraden wandten sich an Ordnungsamtsleiter Stefan Pietsch. Die Feuerwehr fällt in seine Zuständigkeit. Er ordnete schließlich die Überprüfungsfahrt an.

Als Röder kommt, spricht er mit Wendt die Route ab. Weit müssen die Männer nicht fahren. An der Ecke Mittelstraße/Hermann-Landmann-Straße stoppen sie. Ein blauer Skoda Octavia steht innerhalb des laut Straßenverkehrsordnung kritischen Fünf-Meter-Bereiches vom Scheitelpunkt der Kreuzung. Wendt versucht es dennoch. „So ein Hubrettungsfahrzeug ist schwieriger zu lenken als jedes Löschfahrzeug“, sagt er. Der Grund ragt vor der Frontscheibe – die Drehleiter mit Korb. Sie schränkt die Sicht in 1,50 Meter Sitzhöhe erheblich ein und verlagert den Schwerpunkt nach vorn. Es wird eng. Wendt muss passen. Ohne Spuren am Skoda und weiteren Autos zu hinterlassen, kommt er nicht um die Ecke.

Jetzt ist Röder gefragt. „Wir machen in solchen Fällen eine telefonische Halterabfrage bei der Polizei“, sagt er. Nur sind Röder und seine Kollegen höchst selten bei Feuerwehreinsätzen dabei. Insbesondere nachts und an Wochenenden.

Indes bei jedem zweiten bis dritten Notruf gibt es in Markkleeberg Probleme. „Im dicht bebauten Stadtgebiet natürlich mehr als im ländlichen Bereich“, sagt Schröder. Statt sofort zu retten und zu löschen, müssten die Kameraden bei Gefahr in Verzug nicht selten erst einmal den Weg räumen. „Im Ernstfall kostet das wertvolle Minuten und im Zweifelsfall auch Menschenleben. Das sollte jeder Einzelne bedenken, wenn er sein Auto in der Kurve abstellt“, sagt Wendt. Eckgebäude sind für die Männer in Blau eine besondere Herausforderung. „Dann können wir die Drehleiter nicht an beide Hausflügel ranfahren, sondern müssen zeitaufwendig rangieren“, erläutert er.

Doch die Kurvenparkerei ist, wie Röder weiß, nicht nur gefährlich, sondern auch teuer: „Einfaches Parken an der Ecke kostet zehn Euro, mit Behinderung von Rettungsfahrzeugen 15 Euro. Und das Abschleppen schlägt extra zu Buche.“ Erik Frommolt von der in Großstädteln ansässigen Firma Liebing kennt sich aus. „Der Richtwert liegt gemäß dem Verband der deutschen Abschleppunternehmen bei 150 Euro. Aber es kann durchaus mehr werden. Wir haben auch schwarze Schafe in der Branche, die bis zu 700 Euro verlangen.“ Sein Chef lasse Parksünder nur im Ausnahmefall abschleppen, um die Markkleeberer Kunden nicht zu verschrecken. Schließlich betreibe er noch eine Werkstatt.

Inzwischen ist der Abschleppwagen eingetroffen. Neugierige verfolgen an den Fenstern wie der blaue Skoda binnen drei Minuten in den Gurten hängt und Huckepack gen Parkstraße rollt. Vom Besitzer weit und breit keine Spur.

In dem Moment ruft eine junge Frau: „Das war’s. Alles im Kasten.“ Irritierte Blicke, lächeln. „Der Beitrag wird demnächst bei ’Achtung Kontrolle’ auf Kabel 1 gesendet“, erklärt Rathaussprecher Daniel Kreusch und betont, dass die Testfahrt aber keinesfalls nur Show war, sondern in regelmäßigen Abständen wiederholt wird. Dann allerdings ohne Medien. Frommolt telefoniert derweil mit seiner Frau und gibt Entwarnung. Ihr gehört der Skoda

Ulrike Witt

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