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Markkleeberg Fans können erstmals hinter die Kulissen des Belantis schauen
Region Markkleeberg Fans können erstmals hinter die Kulissen des Belantis schauen
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20:42 07.02.2017
Im Sommer ist der „Fluch des Pharao“ ein herrlicher Fahrspaß. Jetzt konnten Fans erstmals Aufzug und Pumpe im Inneren der Pyramide bestaunen.   Quelle: André Kempner
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Leipzig/Zwenkau

 Premiere bei Belantis: Zum ersten Mal in der fast 14-jährigen Geschichte des Freizeitparks konnten Fans am Wochenende hinter die Kulissen schauen. Selbst für Kenner, wie den Fanclub-Chef Marc Eiternick, gab es trotz Winterpause noch Neues zu entdecken.

Begrüßt wurden die 20 Gäste am Schloss von Tom Cieslack, Herr über die Fahrattraktionen. Außer Belantis-Erbauer Buddel kennt sich wohl niemand besser auf dem 112 Hektar großen Gelände an der A 38 aus. Mit Erik Köhler alias Käpt’n Black führte der 45-Jährige die neugierige Truppe bei strahlendem Sonnenschein zu insgesamt 16 Stationen.

„Jetzt wird es spannend“, freute sich Familie Jendretzke aus Rathen, als Cieslack die Tür zur Pyramide öffnete. In der Saison ist der ’Fluch des Pharao’ mit 32 Meter Höhe und der 45 Stundenkilometer schnellen Bootsabfahrt ein Riesenspaß. Jetzt, wenn Belantis vermeintlich Winterschlaf hält, ist die Pyramide nur kalter Technik- und Lagerraum.

„Im Prinzip beginnt die neue Saison mit dem ersten Schließtag. Bis zur Eröffnung muss alles gewartet werden, damit der Tüv grünes Licht gibt“, erklärte Cieslack. Unter die Lupe genommen wird auch der Aufzug in der Pyramide. Ein 200 Kilogramm schweres Boot und acht Personen – zusammen maximal eine Tonne – muss der in acht Sekunden sicher nach oben bringen. Eine Pumpe befördert 500 Liter Wasser zum Start in 27 Meter Höhe.

Baustelle ist der „Strand der Götter“. Nach 13 Jahren sei eine Produktumstellung erforderlich, weil es wichtige Ersatzteile für Motor und Getriebe demnächst nicht mehr geben wird. „Für unsere Techniker ist allein das Austauschen der Seile und das Einhängen der Boote eine Herausforderung“, betonte Cieslack.

Eher unspektakulär, aber ein Garant, dass das 300-köpfige Belantis-Team satt wird, ist die Mitarbeiter-Kantine im „Land der Grafen“. „Wer die Tür aufbekommt, darf bei uns anfangen“, scherzte Käpt’n Black. Mit einem Trick, der leider Geheimnis blieb, kamen alle rein. Drinnen gab es indes statt Pommes und Würstchen nur Palmen im Winterlager.

Dass die mittelalterlich anmutenden Häuser auf dem Markt mit Original Biberschwänzen aus Quedlinburg gedeckt und teilweise jahrhundertealt sind, überraschte Sophia Schöpke aus Markranstädt. „Quedlinburg hat als einzige Stadt einen Fundus an Ziegeln. Sollten bei uns welche kaputt gehen, können wir dort jederzeit neue bekommen“, sagte Cieslack.

Moderne Technik erwartete die Fans auf der „Insel der Ritter“. Das Verlies des Grauens – eine Gondel, um die sich scheinbar die Burg dreht – wird hydraulisch angetrieben. Ein 200-Liter-Tank sorgt für Nachschub, Brandschutzsystem und Notstromaggregat sind nach höchstem Standard ausgerichtet, die Mitarbeiter intensiv geschult. „Wenn die Kinder mit strahlenden Augen rausgehen, haben wir unser Ziel erreicht – die perfekte Illusion“, schwärmte Cieslack.

Eines der Highlights der Tour war die Achterbahn Huracan. Hier berichtete Cieslack, was passiert, wenn mal nicht alles glatt läuft, oder, wie 2016 geschehen, ein Mann mit Höhenangst den Notknopf drückt: „Dann ist unser Evakuierungsteam sofort zur Stelle oder die Höhenrettung der Leipziger Feuerwehr.“ Und für alle, die Magen und Kreislauf auf der Achterbahn oder in der Riesenschaukel zu viel zumuten, gebe es vor Ort immer einen Rettungsassistenten.

Einen Stopp legte die Truppe auch in der Werkstatt ein. Hier liegen die 400 Kilo schweren Drachenflug-Motoren, stehen Huracan-Wagen, die noch eine Verstärkung brauchen. Für die Techniker gibt es bis zum Saisonstart am 8. April keine Pause. Für Käpt’n Black und sein Showteam geht es erst Anfang März mit den Proben los. Anders in der Schlossküche: Hier wird schon an neuen Leckerbissen getüftelt. „Wir wollen weg von XXL-Portionen, hin zu Häppchen mit frischen Zutaten“, verriet die neue Gastro-Chefin Antje Schulz und lud zum Kosten ein.

Von Ulrike Witt

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