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Markkleeberg Fast flächig durchforstet: Abholzung im Eichholz irritiert Zwenkauer
Region Markkleeberg Fast flächig durchforstet: Abholzung im Eichholz irritiert Zwenkauer
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14:04 19.05.2015
Zerfahrene Wege: Rund 3000 Festmeter Holz wurden im Winter im Eichholz geschlagen. Eichen werden im Frühjahr nachgepflanzt, die Wege wieder gemacht. Quelle: André Kempner

"Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass der Sachsenforst die guten Bäume rausholt und auf Kosten unseres Eichholzes Geld machen will", bringt CDU-Stadtrat Horst Kalis des Volkes Stimme zum Ausdruck. Der Zitzschener ist oft mit dem Rad im Wald unterwegs und hat in den letzten Wochen erlebt, "wie die Kettensägen regieren". Er appelliert an die Verantwortlichen: "Das Eichholz ist unsere grüne Lunge. Wir haben durch den Tagebau schon so viel Auwald verloren. Agiert bitte mit Sinn und Verstand." Bürgermeister Holger Schulz (CDU), der in diesen Tagen permanent auf das Thema angesprochen wird, erinnerte im Stadtrat, aber auch beim Stammtisch im Schützenhaus am Mittwochabend an die Frühjahrswanderung 2014. "Revierförster Carsten Pitsch hat damals über den Waldumbau informiert. Allerdings gebe ich zu, wenn man als normaler Bürger zurzeit ins Eichholz geht, tut einem das Herz weh. Es sieht wirklich schlimm aus."

Andreas Padberg vom Forstbezirk Leipzig kann das verstehen. "Ja, es sieht gewaltig aus", räumt er ein. Fast flächig sei im Winter im Eichholz durchforstet, Holz geerntet und Platz geschaffen worden für junge Bäume. Aber nur so mache das Sinn in einem so stark besuchten Waldgebiet wie dem Eichholz, erklärt er. Wenn dort Eingriffe nötig seien, dann sollten sie auch so vorgenommen werden, dass sie Bestand haben, findet er. Durch die starke Nutzung des Waldes als Erholungsgebiet gebe es zudem erhöhte Anforderungen an die Verkehrssicherungspflicht. Planmäßig müsse nach Abschluss der Maßnahmen nun in den nächsten zehn Jahren dort nichts Größeres mehr gemacht werden, erklärt er.

Insgesamt seien rund 3000 Festmeter Holz eingeschlagen worden, erläutert Revierförster Carsten Pitsch. Zwei Drittel davon seien Eschen gewesen, die verbleibenden 1000 Festmeter verteilten sich auf Eiche, Ahorn und Linde.

Das Eichholz habe einen hohen Eschenanteil. Diese Bäume seien oft überaltert, viele litten an Eschentriebsterben, so Padberg. Mit dem Abholzen der erkrankten Eschenaltbestände solle langfristig das Ziel erreicht werden, den namengebenden Eichenanteil von derzeit knapp 20 Prozent im Eichholz auf über 40 Prozent zu vermehren.

Dafür seien auch Verjüngungsflächen, so genannte Femel, geschaffen worden, erklärt der Forstdirektor. Noch in diesem Frühjahr würden junge Eichen auf diesen acht Freiflächen mit einer Größe von jeweils rund einem halben Hektar gepflanzt, so Revierförster Pitsch. Nur ab einer solchen Flächengröße könnten die Eichen auf Grund ihres hohen Lichtbedarfs wachsen.

"Die Bündelung der Maßnahmen hat sicher so manchen Besucher irritiert", räumt Padberg ein. Dazu komme, dass die Wege jetzt unbestreitbar in einem schlechten Zustand seien. Die erdgebundenen Wege, sprich die typischen Waldwege, sollen nun bis Ende März wieder hergerichtet sein. "Der Auftrag dafür ist schon raus", so Padberg. Die größeren würden wiederhergestellt, sobald der Holzabtransport beendet sei. Und die Eythraer Straße, deren Pflaster zu DDR-Zeiten gar verkauft wurde, falle noch unter Bergrecht, werde in Regie der Tagebausanierer von der LMBV in nächsten Zeit gemacht.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 06.03.2015
Ulrike Witt/Jörg ter Vehn

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