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Fast voll – aber unfertig: Sanierungsmittel für Störmthaler See fehlen

Fast voll – aber unfertig: Sanierungsmittel für Störmthaler See fehlen

Großpösna. Mit der Kürzung der Gelder für die erweiterte Tagebausanierung überlässt der Freistaat den Anlieger-Kommunen riesige Probleme. So etwa am Störmthaler See, der Ende des Jahres fertig geflutet sein wird.

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Gelder für die Tagebausanierung gekürzt: Der Störmthaler See ist fast voll, aber noch lange nicht fertig.

Quelle: Jörg ter Vehn

Für den sicheren Seebetrieb fehlt so ziemlich alles.

„Wir sind nach den früheren Gesprächen immer der Auffassung gewesen, dass wir vom Freistaat in den nächsten vier Jahren rund 2,5 Millionen Euro für das touristische Herrichten des Störmthaler Sees erhalten“, so Großpösnas Bürgermeisterin Gabriela Lantzsch (parteilos). Seitdem bekannt ist, dass der Freistaat die so genannten Paragraf-4-Mittel um zehn Millionen Euro in den nächsten fünf Jahren kürzt, versucht sie, die Landesregierung umzustimmen.

Denn Lantzsch hat mit dem Störmthaler See ein zum Jahresende fertig geflutetes Gewässer, an denen Investoren schon kräftig bauen – aber die touristische Erschließung noch nicht mal halbfertig ist. Die zuständige Lausitzer- und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) habe Pläne dazu im Umfang von etwa 3,5 Millionen Euro fertig in den Schubladen, sagt Lantzsch. Die Kommune habe angesichts der Probleme die Hände nicht in den Schoß gelegt und teils auf eigene Kosten die Planungen vorangetrieben, aber auch zum Beispiel für rund 100 000 Euro drei Schiffsanleger bauen lassen, solange dies noch im Trockenen und günstig möglich war. Die Finanzierung des Projektes Geopfad hätten die Anliegerkommunen gar über andere Töpfe selbst gestemmt.

„Aber auch mit den abgespecktesten Plänen benötigen wir noch Infrastrukturmaßnahmen in Höhe von 2,4 Millionen Euro am See“, erzählt Lantzsch. Größter und wichtigster Punkt sei ein zentraler Parkplatz südlich von Störmthal am alten Aussichtspunkt. Dessen Bau sei eigentlich schon kostengünstig in Verbindung mit der neuen Umgehungsstraße für Störmthal geplant gewesen. An der Trasse werde inzwischen auch gearbeitet, nicht aber am Parkplatz direkt daneben, „weil die Mittel ausblieben“, so Lantzsch.

Das Ufer unterhalb von Störmthal müsse hergerichtet, der Hauptstrand am Störmthaler See gebaut, die Wege zu den Schiffsanlegern fertig gestellt, an der Magdeborner Halbinsel eine Halling gebaut werden, um dort Schiffe zu Wasser lassen zu können. Dort solle eine Betriebsstätte für den Fährverkehr eingerichtet werden, erläutert Lantzsch die mit allen Verantwortlichen abgestimmten Pläne. Aber jetzt werde der See voll sein, Nutzer anziehen und die Voraussetzungen für einen geregelten Betrieb wie Rettungswege und Toiletten fehlten, ärgert sie sich.

„Es geht bei den ausbleibenden Geldern ja nicht allein um die touristische Nutzung, es geht auch um Sicherheitsfragen am See“, pflichtet ihr Landtagsmitglied Petra Köpping (SPD) bei. Die frühere Landrätin versucht ebenfalls, die Landesregierung umzustimmen. „Von dort wird ja immer gesagt, es fehle das Geld“, erläutert sie. Aber nach ihren Angaben häufen sich im zuständigen Wirtschaftsministerium Gelder von nicht abgerufenen Projekten auf inzwischen 700 Millionen Euro. „Und die Landesregierung hat eine Rücklage von sechs Milliarden Euro aufgebaut“, sagt Köpping. „Da ist es unverständlich, dass hier solche Kürzungsorgien vorgenommen werden.“

Ferienressort, Schifffahrt, Vineta-Betrieb – Investoren für den See stünden bereit, etliche Bauanträge liefen (die LVZ berichtete), so Lantzsch. „Alle Beteiligten befinden sich auf der Zielgeraden“, meint sie. Bei den Investoren stehe sie in gewisser Weise auch in der Verantwortung. „Da kann uns doch das Wirtschaftsministerium nicht einfach hängen lasen“, meint Köpping.

Jörg ter Vehn

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