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"Faust" - drei Akte, drei Bühnen, strahlende Besucher

"Faust" - drei Akte, drei Bühnen, strahlende Besucher

Wer glaubt Puppentheater sei Kinderkram, der irrt. Das hat das 5. Markkleeberger Puppentheaterfest am Wochenende bewiesen. Im voll besetzten Kleinen Lindensaal fieberten Zuschauer mit "Der goldenen Gans", "Hänsel und Gretel" und "Dem gestiefelten Kater".

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Höhepunkt des Puppentheaterfestes: Lutz Männel, Frieder Simon und Andreas Bille (.v.l.) mit "Faust - ein Menü in drei Gängen mit einer Vorspeise".

Quelle: André Kempner

Markkleeberg. Aber auch mit "Faust".

Was macht eigentlich den Reiz des Puppentheaters aus? "Es regt die Fantasie wie kaum etwas anderes an. Wir Puppenspieler setzen Metaphern, der Zuschauer entschlüsselt sie und ist dabei mit allen Sinnen gefordert", meinte Veranstalterin Rosi Lampe, die das Fest 2010 ins Leben gerufen hatte. Heute im Medienzeitalter, wo schon die Kleinsten permanent berieselt würden, sei Puppentheater selbst für das Publikum ein aktiver schöpferischer Prozess. Egal, ob das drei, 30 oder 60 ist.

Unbestritten der Höhepunkt des diesjährigen Puppentheaterfestes war am Samstagabend "Faust - ein Menü in drei Gängen mit einer Vorspeise". Grundlage ist das 1587 und damit lange vor Goethe erschienene Volksbuch. Männels Lutziges Puppentheater aus Oppach, Frieder Simon mit seinem Casper-Theater Larifari aus Halle/Saale und das Markkleeberger Marionettentheater Andreas Bille präsentierten den erwachsenen Zuschauern je einen Aufzug. Joachim Petschat garnierte das Menü mit Tafelmusik aus seiner Drehorgel. "Das ist etwas ganz Besonderes. Drei Puppenbühnen, die so verschieden wie ihre Macher sind, werden Sie so bald nicht wieder zusammen erleben", schwärmte Lampe.

Der Stoff ist bekannt: Doctor Johann Faust verbündet sich im Studierzimmer mit Mephisto, verkauft für Wissen und Macht dem Teufel seine Seele. Sein Diener - mal Knecht, mal Pinocchio, mal Nachtwächter - interessiert sich nur fürs "Fressen" und ist dabei weit schlauer als sein Herr, der nach zwölf Jahren in die Hölle fährt.

"Faust ist von alters her das meist gespielte Puppenstück, schon in der Renaissance wurde es in Gasthäusern und auf Jahrmärkten gezeigt", weiß Lampe. Jede Zeit, jedes Theater vertraue diesem Stück seine eigene Lebenserfahrung an. "Faust ist brandaktuell. Es geht darum, das Maß zu verlieren. Das betrifft jeden Einzelnen von uns und die Gesellschaft als Ganzes. Faust ist ein Scharlatan, der Macht ausüben will, der Teufel ein Einflüsterer, der bei den ewig Unzufriedenen leichtes Spiel hat", so Lampe. Parallelen lassen sich da leicht finden. Und so lachte das Publikum herzlich, als Mephisto von seinen Lehrlingen fordert, den Menschen nicht nur rauben, morden und brandschatzen zu lehren, sondern auch das Steuerhinterziehen. Oder als Fausts Assistent Wagner über die Streichung von Fördermitteln für die Universität klagt. "Der Teufel zeigt sich in vielfältiger Weise, es ist wahrlich nicht immer einfach den Kopf oben zu behalten", meinte Lampe schmunzelnd zwischen den Aufzügen.

Dem Publikum gefiel die Umsetzung. "Sehr schön und durch die drei Bühnen mit unterschiedlichen Puppen und Spielweisen sehr abwechslungsreich", betonte Antje Pfeiffer, Leiterin der Stadtbibliothek. Stammgast ist auch Ingrid Diestel und auch sie strahlte: "Die Vielfalt hat mir sehr gut gefallen. Ganz toll organisiert".

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 17.03.2014
Ulrike Witt

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