Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Markkleeberg "Faust" - drei Akte, drei Bühnen, strahlende Besucher
Region Markkleeberg "Faust" - drei Akte, drei Bühnen, strahlende Besucher
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:17 19.05.2015
Höhepunkt des Puppentheaterfestes: Lutz Männel, Frieder Simon und Andreas Bille (.v.l.) mit "Faust - ein Menü in drei Gängen mit einer Vorspeise". Quelle: André Kempner

Aber auch mit "Faust".

Was macht eigentlich den Reiz des Puppentheaters aus? "Es regt die Fantasie wie kaum etwas anderes an. Wir Puppenspieler setzen Metaphern, der Zuschauer entschlüsselt sie und ist dabei mit allen Sinnen gefordert", meinte Veranstalterin Rosi Lampe, die das Fest 2010 ins Leben gerufen hatte. Heute im Medienzeitalter, wo schon die Kleinsten permanent berieselt würden, sei Puppentheater selbst für das Publikum ein aktiver schöpferischer Prozess. Egal, ob das drei, 30 oder 60 ist.

Unbestritten der Höhepunkt des diesjährigen Puppentheaterfestes war am Samstagabend "Faust - ein Menü in drei Gängen mit einer Vorspeise". Grundlage ist das 1587 und damit lange vor Goethe erschienene Volksbuch. Männels Lutziges Puppentheater aus Oppach, Frieder Simon mit seinem Casper-Theater Larifari aus Halle/Saale und das Markkleeberger Marionettentheater Andreas Bille präsentierten den erwachsenen Zuschauern je einen Aufzug. Joachim Petschat garnierte das Menü mit Tafelmusik aus seiner Drehorgel. "Das ist etwas ganz Besonderes. Drei Puppenbühnen, die so verschieden wie ihre Macher sind, werden Sie so bald nicht wieder zusammen erleben", schwärmte Lampe.

Der Stoff ist bekannt: Doctor Johann Faust verbündet sich im Studierzimmer mit Mephisto, verkauft für Wissen und Macht dem Teufel seine Seele. Sein Diener - mal Knecht, mal Pinocchio, mal Nachtwächter - interessiert sich nur fürs "Fressen" und ist dabei weit schlauer als sein Herr, der nach zwölf Jahren in die Hölle fährt.

"Faust ist von alters her das meist gespielte Puppenstück, schon in der Renaissance wurde es in Gasthäusern und auf Jahrmärkten gezeigt", weiß Lampe. Jede Zeit, jedes Theater vertraue diesem Stück seine eigene Lebenserfahrung an. "Faust ist brandaktuell. Es geht darum, das Maß zu verlieren. Das betrifft jeden Einzelnen von uns und die Gesellschaft als Ganzes. Faust ist ein Scharlatan, der Macht ausüben will, der Teufel ein Einflüsterer, der bei den ewig Unzufriedenen leichtes Spiel hat", so Lampe. Parallelen lassen sich da leicht finden. Und so lachte das Publikum herzlich, als Mephisto von seinen Lehrlingen fordert, den Menschen nicht nur rauben, morden und brandschatzen zu lehren, sondern auch das Steuerhinterziehen. Oder als Fausts Assistent Wagner über die Streichung von Fördermitteln für die Universität klagt. "Der Teufel zeigt sich in vielfältiger Weise, es ist wahrlich nicht immer einfach den Kopf oben zu behalten", meinte Lampe schmunzelnd zwischen den Aufzügen.

Dem Publikum gefiel die Umsetzung. "Sehr schön und durch die drei Bühnen mit unterschiedlichen Puppen und Spielweisen sehr abwechslungsreich", betonte Antje Pfeiffer, Leiterin der Stadtbibliothek. Stammgast ist auch Ingrid Diestel und auch sie strahlte: "Die Vielfalt hat mir sehr gut gefallen. Ganz toll organisiert".

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 17.03.2014
Ulrike Witt

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Oberbürgermeister Karsten Schütze (SPD) hat gestern Vereine und Nutzer von Agra-Flächen im Markkleeberger Rathaus über die detaillierten Pläne für die Bewerbung um die Landesgartenschau 2019 informiert.

19.05.2015

Die Große Kreisstadt geht mit leuchtendem Vorbild voran. In der Bornaischen Straße steht jetzt eine der modernsten Straßenbeleuchtungsanlagen der Welt. Präsentiert wurde sie gestern Vormittag von Oberbürgermeister Karsten Schütze (SPD), Energiemanager Thomas Kaplinski und EnviaM-Kommunalbetreuer Reginald Fuchs.

19.05.2015

Seit Sonnabend haben die Markkleeberger Jugendlichen ihren Klub in Gaschwitz wieder. Nach sechs Wochen Umbau wurde das P 12 in der Cröbernschen Straße offiziell eröffnet.

19.05.2015
Anzeige