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Markkleeberg Feuerwehr-Gewerkschaft nimmt Leitstelle in Schutz
Region Markkleeberg Feuerwehr-Gewerkschaft nimmt Leitstelle in Schutz
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08:53 16.04.2019
Notfallsanitäter im Einsatz. Quelle: dpa
Landkreis Leipzig

Die Deutsche Feuerwehr-Gewerkschaft (DFeuG) hat Kritik an der Arbeitsweise der Integrierten Rettungsleitstelle (IRLS) zurückgewiesen. „Tagtäglich leisten unsere Kolleginnen und Kollegen deutschlandweit in den Rettungsleitstellen hochengagiert einen der psychisch anspruchsvollsten Jobs, in dessen Mittelpunkt die Menschenrettung steht“, erklärt Uwe Knoll, Landesgruppenvorsitzender der DFeuG in Sachsen. „Die dafür zur Verfügung stehenden Ressourcen an Rettungsmitteln stehen in der heutigen Zeit meist in einem Missverhältnis zu den benötigten Rettungswagen und Notarzteinsatzfahrzeugen“, stellt der Markkleeberger weiterhin fest. Den Fehler sieht der Feuerwehr-Gewerkschafter aber nicht bei der zentralen Rettungsleitstelle oder bei deren Mitarbeitern, sondern in der Politik.

Knoll: Rettungsfahrzeuge reichen nicht aus

Knoll, der die Landesgruppe seit 2013 führt, betont: „Die Kolleginnen und Kollegen können nur die Rettungsfahrzeuge disponieren, die ihnen durch die Gebietskörperschaften zur Verfügung gestellt werden.“ Es sei klare Aufgabe der Politik, auf eine Anpassung des Bereichsplanes für den Rettungsdienst frühzeitig hinzuwirken, damit die Hilfsfristen eingehalten werden.

Zuletzt hatten kritische Stimmen hinsichtlich der Neuordnung des Rettungswesens wieder zugenommen. Der Grimmaer Oberbürgermeister Matthias Berger (parteilos) sah sich durch eine Initiative sächsischer Notärzte in seiner Meinung bestätigt. Die Mediziner hatten sich mit einer Petition an den Landtag gewandt. Darin meldeten sie erhebliche Zweifel an der Effizienz der zentralen Leitstelle an, bei der seit 30. August 2017 auch Notrufe aus dem Landkreis Leipzig eingehen.

Uwe Knoll, Vorsitzender der Landesgruppe Sachsen der Deutschen Feuerwehr-Gewerkschaft. Quelle: Kempner

Knoll: Kritik aus der Politik grenzt an eine Farce

Die Deutsche Feuerwehr-Gewerkschaft bricht in der Auseinandersetzung nun eine Lanze für die Kollegen, die in der Leipziger Gerhard-Ellroth-Straße sitzen und zu 50 Prozent gewerkschaftlich organisiert sind. „Dass Politiker, die durch regelmäßige Anpassung der Bereichspläne die Vorhaltung entsprechend steuern müssten, hier Kritik an der Arbeit der Rettungsleitstelle äußern, grenzt schon an eine Farce“, findet Uwe Knoll. In dem Zusammenhang dränge sich die Frage auf, ob sich manch ein Politiker überhaupt seiner Aufgaben beziehungsweise seiner Kontrollfunktion bewusst sei.

„Wir können jedem Bürger versichern, dass unsere Kolleginnen und Kollegen in den Rettungsleitstellen täglich voll engagiert ihr Bestmöglichstes geben, um mit den zur Verfügung stehenden Rettungsmitteln jedem schnellstmöglich die größte Hilfe zukommen zu lassen.“

Bereichspläne müssen überarbeitet werden

Hoffnungen setzen die Mitarbeiter der IRLS auf die ab 2021 anstehende Überarbeitung der Bereichspläne für den Landkreis Leipzig, aber auch die Stadt. Hier hätten es die politisch Verantwortlichen in der Hand, bei den Verhandlungen mit den Krankenkassen die richtigen Weichen zu stellen. „Dabei gilt es auch, die Standorte der Rettungswachen immer wieder zu hinterfragen“, macht Knoll deutlich. Als Beispiel nennt er den beschlossenen Umzug der Wache von Wachau nach Markkleeberg. Hier habe der Landkreis bereits reagiert und einem zentralen innerstädtischen Ausrückort den Vorzug gegeben.

Neben der dringend nötigen Verbesserung der Rahmenbedingungen appelliert der Landeschef der DFeuG in Sachsen aber auch an die Bürger selbst: „Viele Anliegen stellen sich beim Eintreffen der Retter nicht als medizinischer Notfall heraus.“ Knoll plädiert dafür, deshalb auch die bundesweite Bereitschaftsdienstnummer 116117 noch bekannter zu machen.

Von Simone Prenzel

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