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Markkleeberg Markkleeberger Firmenchef Mario Kraus: Vom Küchentisch nach Slowenien
Region Markkleeberg Markkleeberger Firmenchef Mario Kraus: Vom Küchentisch nach Slowenien
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00:30 28.11.2015
Sorgen für Wärme: Firmenchef Mario Kraus (rechts) mit seinem Mitarbeiter Frank Segieth. Quelle: André Kempner
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Markkleeberg

Mario Kraus sitzt in seinem Büro im Gewerbegebiet Wachau und schaut zu seinem Sohn, der heute nicht in der Kita ist, sondern in der Heizungs- und Sanitärfirma auf Entdeckungstour geht. Der Zweijährige ist ein Wirbelwind. „Ich hätte nichts dagegen, wenn er mal die Firma übernimmt“, sagt Kraus stolz.

Vor 25 Jahren hat der gebürtige Markkleeberger den Sprung in die Selbstständigkeit gewagt. Wie bei vielen Jungunternehmern in der Nachwendezeit begann alles daheim. „Die ersten anderthalb Jahre saßen meine Monteure früh bei Muttern in der Küche. Das Büro hatte ich in einer Laube auf dem Grundstück meiner Eltern“, erzählt der 50-Jährige. Den Gewerbeschein bekam er mit Auflagen. „Ich war Maschinen- und Anlagenmonteur, habe bei der Wama im Rohrleitungsbau gearbeitet. Einen Meisterbrief hatte ich nicht“, sagt Kraus und fügt schmunzelnd hinzu: „Das war ein bisschen frech, vor allem aber Unwissenheit.“

Den Kopf in den Sand zu stecken, ist nicht seine Art: „Ich habe binnen zwei Jahren meinen Meister als Heizungsinstallateur und danach noch den Sanitärmeister gemacht.“ Zweimal pro Woche und jeden zweiten Samstag musste er zusätzlich zum Job die Schulbank drücken. Und die Auftragslage entwickelte sich rasant. „Nach einem Jahr hatte ich schon zehn Angestellte, nach drei Jahren sind wir als eine der ersten Firmen ins Gewerbegebiet gezogen“, berichtet er. Heute hat die GmbH zwölf Mitarbeiter. Ihre Kunden sind private und gewerbliche Bauherren – vom Einbau bis zur Wartung, vornehmlich im Landkreis Leipzig. Bundesweit tätig ist die Firma für den Energieversorger Halle. Ihr Auftrag: die Erneuerung von Heizhäusern bis zu drei Megawatt Leistung.

Auch wenn das Unternehmen mit einem Jahresumsatz von zwei Millionen Euro gut aufgestellt , habe es natürlich auch Tiefpunkte gegeben, gesteht der Chef. „Wir hatten vor Jahren beispielsweise existenzielle Sorgen, weil große Bauträger ihre Rechnungen nicht bezahlt haben. Das war eine Zeit lang eine richtige Masche. Dadurch sind wir bei der Bank unverschuldet zum Risikokunden geworden“, erklärt Kraus. Gerettet habe ihn in solchen Krisen die Familie, insbesondere seine Eltern, die ihm immer eine Riesenstütze gewesen seien.

In den 25 Jahren hat Kraus einige Trends erlebt. Dank der Energiewende spezialisierte sich die Firma auf Holzpellet-Heizungen. „Mal sehen, wie lange der Boom noch anhält. Der Ölpreis sackt runter, die Pellets bleiben teuer“, meint Kraus skeptisch. Schlaflose Nächte hat er nicht. „Ich besetze seit Jahren Nischen, kann mit meinen erfahrenen Schweißern große Projekte realisieren“, erklärt Kraus. Und das will er künftig auch weit entfernt von der Heimat, in Slowenien nutzen, wo Kraus eine Tochterfirma gründen und mit einem namhaften deutschen Unternehmen zusammenarbeiten möchte.

„Selbstständig zu sein, habe ich nie bereut. Ich kann tun, was ich will, muss aber auch mit den Folgen leben“, weiß Kraus. Eigentlich wollte er mit 60 die Firma abgeben. „Jetzt, wo der kleine Mann da ist, würde ich noch paar Jahre dranhängen. Sollte er Tänzer werden wollen, wäre das aber auch okay“, sagt Kraus und nimmt seinen Sohn auf den Arm.

Von Ulrike Witt

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