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Markkleeberg Flamingos haben Kolonie am Cospudener See verlassen
Region Markkleeberg Flamingos haben Kolonie am Cospudener See verlassen
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15:58 06.10.2017
Den ganzen Sommer über verhalfen sie dem Cospudener See zu etwas „Südsee-Charme“ und verzückten die Gäste: Vier der fünf am See gesichteten „Einbeiner“.
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Markkleeberg

Vogelfreunde müssen jetzt ganz tapfer sein: Die Flamingos vom Cospudener See sind weg. Verschwunden. Spurlos. Aber es gibt Hoffnung. Nach dem Erfolg von diesem Jahr sind sich wichtige Leute am See ganz sicher, dass die rosa Seebewohner im nächsten Jahr wieder kommen.

Bei den Flamingos war ja – ganz ehrlich - von Anfang an einiges komisch. Flamingos in unseren Breiten? Ungeschützt, bei der Kälte? Skipper Frank Sporleder von der MS Cospuden erklärte zwar seinen Fahrgästen die ganze Saison über, dass das gar nicht so selten sei. Schließlich liege das nördlichste nachgewiesene Vorkommen der Tiere im Zwillbrocker Venn, einem Feuchtgebiet an der deutsch-niederländischen Grenze.

Und dann die seltsame Ruhe tagsüber. Nur der Wind bewegte das Gefieder der Geschöpfe, die noch stiller als die Wache vor dem Schloss der englischen Königin nie den Schnabel verzogen und tatsächlich immer auf demselben Bein zu stehen schienen. Nachtaktiv seien sie eben, hieß es lapidar auf dem Ausflugsdampfer. Und dann würden sie auch das Bein wechseln. Kann man nur eben nicht sehen. Passiert ja im Dunkeln. Seemannsgarn?

Was für ein Anblick: Zahlreiche Besucher kamen in diesem Jahr angesichts des „Südsee-Charmes“ ins Schwärmen. Quelle: Kempner

Eigentlich leben Flamingos auch an salzigen Seen, ernähren sich da von dem, was im Schlamm kreucht und fleucht. Die Fische seien für Flamingos Nahrungskonkurrenten, weiß die Wikipedia zu berichten. Und: „Wo Fische zahlreich sind, fehlen Flamingos.“ Dann würde es passen am Cossi, viele Fische gibt’s hier nicht.

Aber jetzt sind sie einfach weg. Pünktlich zum nahenden Ende der Saison. Obwohl Flamingos auf der Futtersuche zwar schon mal weite Wege fliegen, aber auf jeden Fall keine Zugvögel sind. Sagen die Ornithologen. Aber waren die am See bei den Flamingos in diesem Jahr? Nein.

Käpt’n Sporleder sorgt sich nicht um die Zukunft der flatterhaften Wesen. „Die kommen wieder“, ist er sich sicher. Die seien nur über den Winter mal kurz weg. Als Andenken hat er im Schiff immer zwei Mini-Exemplare im Glas dabei. Und viel Seemannsgarn über die Tierchen parat...

Max Lange vom Café Pressoway am Pier 1 ist sich ebenso sicher, dass die Flamingos im nächsten Jahr wieder die Gäste erfreuen. Er war es auch, der in diesem Jahr die Geschöpfe als erster sah, mit seinen Videos berühmt machte und so Extra-Gäste an den See lockte. Ein inniges Verhältnis hatte er zu der kleinen Kolonie.

Am Ende waren die Exoten auch gut fürs Geschäft. Im Pressoway gab’s eigens einen Flamingo-Drink, auf der MS Cospuden Stoffpuppen und Seebetreiber Chris Conrad, der bekanntlich von Anfang an den Cossi als „Der Südsee“ bewerben wollte, überlegte auch , noch auf die Marketing-Welle aufzuspringen.

Lange hofft nun auf das nächste Frühjahr und eine neue Kolonie. Irgendwie müsse es dann aber auch gelingen, im Hafen selber die seltenen Flamingos erlebbarer zu machen, meint er. „Irgendwas Spaßiges lasse ich mir noch einfallen“, verspricht Lange.

Von Jörg ter Vehn

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