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Markkleeberg Flamingos verzücken Besucher auf dem Cospudener See
Region Markkleeberg Flamingos verzücken Besucher auf dem Cospudener See
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18:59 15.07.2017
Auf einem Bein steht es sich doch ganz gut: Die Flamingos bescheren dem Cossi einen Hauch von Südsee – wie früher mal eine Werbekampagne hieß.  Quelle: Andre Kempner
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Markkleeberg

 Ungewöhnliche Besucher hat der Cospudener See. Seit gut vier Wochen ist an der Flachstelle am Inselpostkasten offenbar eine Flamingo-Kolonie entstanden.

Frank Sporleder weiß es genau. Der Kapitän der MS Cospuden hat die Flamingos als einer der ersten gesichtet. „Wir haben sofort im Zoo Leipzig angerufen und gefragt, ob das ihre sind“, erzählt er. Nein, bekam er zur Antwort, deren Flügel seien gestutzt, ein Netz sei über die Anlage gespannt. Aber es gebe frei fliegende Tiere in Deutschland, habe es geheißen, erinnert sich Sporleder.

Er recherchierte weiter, fand im Internet als Herkunft eine kleine Flamingo-Kolonie in einem Feuchtgebiet nahe der deutsch-niederländischen Grenze, das Zwillbrocker Venn. Von dort müssten die Tiere stammen, machten am See Rast auf ihrem Weg nach Süden, erzählt er seitdem erstaunten Seebesuchern.

Das neue Wahrzeichen des Sees? Eines der exotischen Exemplare ist jedoch bereits verschwunden. Quelle: Kempner

Es scheint, als habe der Cossi gewartet auf die Flamingos. Ein kleine Welle frischen, farbigen Schwunges geht um am Hafen, der in diesem Jahr 17 wird. In der Pressoway-Bar gibt es seitdem eine Flamingo-Tischdekoration, im Restaurant Sole Mio eigens einen Flamingo-Cocktail – mit Melone. Und auf der MS Cospuden bietet Sporleder gar kleine Flamingo-Stoffpuppen an. „ Für alle ohne Fotoapparat. Ein Bild quasi in 3D“, feixt er.

Seebetreiber Christian Conrad kann glaubhaft versichern, nicht hinter dem tierischen Besuch zu stecken. „Wenn das aber so weitergeht, muss ich mir auch noch was einfallen lassen“, meint er.

Pressoway-Chef Max Lange postete die werbeträchtige Sichtung als erster im Internet. „Wir hatten gleich ein paar tausend Abrufe bei Facebook“, freut er sich über die Aktion. Er finde es gut, wenn mal wieder etwas Positives über den Cospudener See berichtet werden könne. So werde das Image verbessert. Er werde auch Kontakt zu Zoo-Chef Jörg Junhold aufnehmen, mit ihm über die Zukunft der Flamingos reden, flachst er.

Wundersamerweise stehen die Cossi-Exemplare den ganzen Tag still. Ganz puppenhaft. Wie eingepflanzt. Sie widerlegen den Satz, dass man auf einem Bein nicht gut stehen kann und trotzten in den vergangenen Wochen ohne jede Regung schon Stürmen, Regen und hohen Wellen. Sporleder wäre nicht Käpt’n, wenn er dafür keine Erklärung hätte: „Es sind eben nachaktive Tiere, kann man nachlesen. Bitte nicht aufwecken und nicht blitzen“, bittet er seine Fahrgäste in der eigens für die Seebesucher umgeschriebenen Moderation der Rundfahrt.

Sorgen macht sich Lange schon um die Zukunft. Am Anfang seien es fünf Besucher gewesen, das weiß er genau. Jetzt seien es nur noch vier. Ob ein Exemplar flügge geworden sei, oder gar Beine bekommen habe und ausgebüxt sei? Der Käpt’n hat Seemannsgarn parat: „Das ist natürlich schon die zweite Gruppe, die hier durchzieht. Ist nur etwas kleiner.“

Von Jörg ter Vehn

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