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Florian holt als Jüngster den Sieg

Florian holt als Jüngster den Sieg

Sonne satt, 35 Grad selbst im Schatten – das sechste Pappbootrennen im Kanupark am Markkleeberger See hatte es gestern in sich. Statt der gemeldeten 15 Teams wagten sich denn auch nur 13 an den Start.

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Der Nachwuchs zeigt, wie’s geht: der spätere Sieger Florian Männig im Kanal.

Quelle: André Kempner

Markkleeberg. Aber die wurden von Tausenden Zuschauern begeistert angefeuert.

Bevor die Mannschaften ihre Gefährte im Wildwasserkanal testen konnten, mussten sie am Vormittag erst einmal Hand anlegen. Karton und Klebeband – mehr stand nicht zur Verfügung. Und dennoch, Profis wie Fitness-Guru und Sauna-Betreiber Hendrik Rudolph, arbeiten Jahr für Jahr am optimalen Boot.

„Kanu bin ich schon als Kind gefahren. Später im Studentenlager am Lipno Stausee in der CSSR habe ich richtig Blut geleckt und dann kommt hier noch der Reiz des Wildwassers dazu“, erzählte der 51-Jährige. Mit Familie und Freunden trat Rudolph schon 2009 als Team „Fett schwimmt oben, wir gehen unter“ an. Der Name schien Programm. „Beim Einsteigen sind wir zu zweit gleich umgekippt“, so Rudolph. Eine Schmach, die der Sportler selbst beim Spaß-Wettbewerb nicht hinnehmen wollte. Mit Wut im Bauch probierte er es allein noch einmal. Rudolphs Ehrgeiz trieb ihn ins Ziel und das mit Bestzeit.

Ein Jahr später – diesmal als „Schwimmendes Fettauge“ – wurde er Vierter. „Dabei hatte ich im Vorfeld ein maßstabsgetreues Modell gebaut und in der Badewanne getestet.“ Die Hecklastigkeit erwies sich im großen Wasser als Problem. „Ohne Kiel und Führung trieb ich nur irgendwie durch den Kanal.“ Zu seinem Erstaunen hielt das Boot, so dass er eine zweite Fahrt dranhängte. Daran war 2011 nicht zu denken: „Unser Augenschmaus ging einfach unter.“

Beim vierten Anlauf sollte ihm dieses Schicksal gestern erspart bleiben: „Sauber und ordentlich kleben ist das A und O. Außerdem habe ich Heckauftriebskörper eingebaut“, verriet Rudolph. Seinem Team verpasste er den Namen „Sieh mal an, bis zum Untergang“. Der würde passen – so oder so.

Der Jugend eine Chance gab Familie Männig. Sie schickten Sohn Florian ins Rennen. Der 13-Jährige und damit jüngste Teilnehmer trainiert wie seine zehnjährige Schwester Luise beim Leipziger-Kanu-Klub. „Wir Älteren stehen nur beratend zur Seite, eigentlich ist Papernation ein Kinderboot“, erklärte Vater Uwe bei der Parade. Und was für eines: Florian holte mit 1,36 Minuten den Sieg. Luise war das schon vorm Start klar: „Das Boot ist so gut, wir können nur gewinnen.“

Den zweiten Platz schaffte „In Team“ mit 1,38 Minuten. Als das Herz zu Wasser gelassen wurde, gingen zur Überraschung aller zwei Hälften auf die Reise. Dritter wurde – „Sieh mal an“ – Hendrik Rudolph. Sein Boot, das ein bisschen einer Rakete glich, schoss wenn mit 1,55  Minuten nicht als schnellstes, so doch sicher durch die Fluten. Da mussten andere tapferer sein. Das traditionsreichste Team „Sportive LE“ mit Marco Kupsch am Paddel kenterte. Dabei sollte ihn die von André Zwerchke gestaltete olympische Fackel ganz nach vorn bringen. Aber bei Olympia in London reiften ja auch nicht alle Medaillenträume.

Den Preis fürs beste Design vergab die Jury – bestehend aus Olympiateilnehmer Frank Henze und Maria-Luise Schulze vom Kunstverein – an die „Dorfnasen“. Deren Rennschnecke kenterte zwar ebenfalls nach 100 Metern, die Sympathien des Publikums waren aber auch ihnen sicher. Trotz Hitze ließen sich die Besucher am Kanal immer wieder zu La-Ola-Wellen hinreißen.

„Die Pappboote sind wahre Meisterwerke und werden jedes Jahr schöner. Hochachtung habe ich vor den Fahrern, die sich ins Wildwasser wagen“, meinte Oberbürgermeister Bernd Klose bei der Siegerehrung.

Ulrike Witt

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