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Markkleeberg Förderverein in Güldengossa bekommt 260 Euro
Region Markkleeberg Förderverein in Güldengossa bekommt 260 Euro
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07:00 16.10.2017
Michael Ulbricht mit „Peter am Strand“ von Moritz Götze, Ann-Katrin Younes, Manuela Kuswa, Maria Schneider, Ralf Kuswa und Maria Bormann (von links) freuen sich über die gelungene Kooperation. Quelle: Foto: Gislinde Redepenning
Grosspösna

Mit den Werken großer Künstler wie Picasso, Chagall, Klinger, Matisse, Mattheuer und Tübke zu vergleichsweise kleinen Preisen öffnete Auktionator Michael Ulbricht aus Machern bei einer Benefiz-Veranstaltung zugunsten der Kirche in Güldengossa dem Publikum die Tür zur Welt der Kunstsammler und kunstsinnigen Mäzene. Seinen Fundus an Grafiken der Klassischen Moderne, aus Ostdeutschland im Allgemeinen und der „Leipziger Schule“ im Besonderen bekommt er hauptsächlich von Kunstfreunden, die Teile ihrer privaten Sammlungen auflösen. „Manchmal ändern sich die Interessen, es wird Geld gebraucht, vielleicht fürs neue Smartphone “, weiß er. Mit den Talenten eines Conférenciers nimmt er die Berührungsängste vor den großen Namen. Kunst solle ein fröhliches, lustbringendes Geschäft sein, nicht allzu stark belastet von skrupulösem Nachdenken, ist seine Devise.

Es gebe drei Gründe, Kunst zu kaufen, erläutert Ulbricht. Als Geschenk, auch für den kleinen Geldbeutel, als Sachwert-Investition, die sich reziprok zur Entwicklung so mancher Aktie gestalte und um, wie im Falle der Aktion am Sonnabend, etwas Gutes zu tun.

Die erste Möglichkeit traf auf einen Güldengossaer zu, der nicht nur Ulbrichts Favoriten im Reigen der 44 Werke erstand. Er sicherte sich Max Klingers rätselhafte Darstellung des „Philosophen“ den der arbeitsfreudige, 1857 in Leipzig geborene Bildhauer, Maler und Grafiker des Symbolismus, beeinflusst von Arthur Schopenhauer, schuf. Seinen Namen wollte er nicht nennen, doch verriet er: „Wir haben einen Philosophen in der Familie, da passt das als Geschenk, ebenso wie Gerhard Marcks Holzschnitt des Bauern beim Pflügen für einen Agraringenieur.“ Manuela und Ralf Kuswa erstanden Ernst Hankes Farblithographie mit dem Titel Toskana „weil sie zu uns passt und wir Sommer, Sonne und Wärme lieben“.

Die Auktion spülte schließlich nach unterhaltsamen Stunden mit Orgelbegleitung von Gabriele Wadewitz immerhin 260 Euro in die Kasse des Fördervereins „Kirche im Dorf“. „Jeder Euro zählt“, freute sich Schatzmeisterin Manuela Kuswa, obwohl der goldene Oktobertag sicher den einen oder anderen potenziellen Käufer zu anderen Freizeitvergnügen gelockt hatte.

Der Förderverein möchte die bis 2013 restaurierte Dorfkirche erhalten. Das wird teuer, denn große Risse ziehen sich durch den denkmalgerecht in den Original-Farbtönen gestalteten Innenraum und die Fassade (die LVZ berichtete). Geschehnisse, von denen auch die Nachbarn zu berichten wissen, die Sprünge in Wänden und Mauern entdeckten, bei denen sich Wege absenken, Brunnen versiegen oder Gullideckel anfangen zu wackeln. „Die Vermutung liegt nahe, dass das mit dem Bau der Autobahn 38 und der Flutung des Störmthaler Sees zusammenhängt, doch Autobahnamt und der Tagebausanierer LMBV lehnen jede Verantwortung ab“, erklärt Ralf Kuswa. Die Kirche habe nun einen Anwalt eingeschaltet und ein Gerichtsgutachten in Auftrag gegeben. Das sei zwar kostspielig, doch wenn man viel haben wolle, müsse man auch viel investieren.

Von Gislinde Redepenning

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