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Markkleeberg Forstdirektor erwartet Absterben der Eschen in den nächsten Jahren
Region Markkleeberg Forstdirektor erwartet Absterben der Eschen in den nächsten Jahren
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08:00 28.12.2016
2016 war ein stabiles Jahr für den Wald im Raum Leipzig wie hier im Oberholz, aber die Eschen sind weiter von einer tödlichen Krankheit bedroht. Quelle: Andre Kempner
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Markkleeberg/Leipzig

Stabil und recht positiv, aber mit einige Problemen vor dem Bug: So sieht Forstdirektor Andreas Padberg das abgelaufene Jahr im Forstbezirk Leipzig. Dieser erstreckt sich fast über das gesamte Gebiet des ehemaligen Regierungsbezirkes Leipzig.

„Vergleichsweise stabil“ sei das Jahr verlaufen, so Padberg. Nach dem Trockenstress des Jahres 2015 für den Wald hätten sich die Bodenwasserspeicher Anfang 2016 wieder aufgefüllt. Größere Schadereignisse wie Spätfrost, Stürme oder Starkregen seien ausgeblieben. „Erst im August und September haben langanhaltende Hitze und Trockenheit zu Blatt- und Nadelvergilbungen sowie vorzeitigem Abwurf derselben geführt“ erklärt der Forstexperte in seinem Jahresbericht.

Der Zustand der Eiche habe sich weiter stabilisiert. Das liege nicht nur an der besseren Wasserversorgung. Auch die Eichenschädlinge hätten in diesem Jahr „keine merklichen Schäden“ verursacht. Padberg: „Aus Sicht des Forstbezirkes bestätigt sich somit die Strategie des Waldumbaus in Nordwest-Sachsen.“ Wie berichtet, sollen mit der Eiche als Hauptbaumart die Wälder an ihren Standort angepasst und stabilisiert werden.

So habe die Fichte zwar von den Niederschlägen im Winter 2015/16 profitiert, eine verbesserte Vitalität gezeigt. Aber auch die Populationsdichte der für die Fichte gefährlichen Borkenkäferarten habe wieder leicht zugenommen. Im trockenen Spätsommer hätten diese für verstärkten Befall einzelner Fichten gesorgt. „Insgesamt bleiben die Schäden beherrschbar, verdeutlichen aber auch die Notwendigkeit zum Umbau der nicht standortgerechten Fichtenbestände“, meint der Forstdirektor.

Dauerthema bleibe das Eschentriebsterben, das sich seit etwa fünf Jahren im Forstbezirk ausbreitet. Die durch den Pilz „Falsches Weißes Stengelbecherchen“ ausgelöste Krankheit befalle besonders im Auwald und im Wermsdorfer Forst fast die gesamten Eschen-Altbestände. Eine wirksame Behandlung sei derzeit nicht bekannt. So bleibe nur die Sanierung der Bestände durch die konsequente Entnahme befallener Bäume. Padbergs düstere Aussicht: „Aufgrund der rasanten Ausbreitung der Pilzerkrankung ist ein flächiger Ausfall der Esche in den nächsten Jahren zu erwarten.“

Mäuse erschweren zudem den Waldumbau. Verschiedene Arten würden an Rinde, Wurzeln und Trieben junger Forstpflanzen nagen, wenn im Winter Nahrungsknappheit für diese besteht. Die Schäden durch Erd- und Feldmaus seien in diesem Jahr von 19 Hektar auf 23 Hektar gestiegen, die Schäden durch die Schermaus vor allem im Leipziger Raum und Colditzer Forst auf 36 Hektar gestiegen. 2015 seien es noch 25 gewesen.

„Mit 82 Hektar Waldumbau und über 465  000 gepflanzten Bäumen allein im Landeswald – davon rund die Hälfte Eichen – haben wir dieses Jahr unsere Wälder wieder ein Stück weit auf den Klimawandel vorbereitet“, so Padberg. Hinzu kämen noch 10,3 Hektar Erstaufforstungen mit etwa 60 000 gepflanzten Bäumen.

In dieser Größenordnung solle es auch im nächsten Jahr weitergehen, sofern das Wetter mitspiele.

Von Jörg ter Vehn

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